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Königliche Regierungspräsident zu Wiesbaden dem genannten Schüler für das bei dem Rettungsversuche an den Tag gelegte opfermutige, unerschrockene Handeln eine öffentliche Belobung zu teil werden lassen.
Am 24. September beehrte Herr Oberreg. Opitz die Anstalt mit seinem Besuche. Aus Anlass des Antrages auf Verstaatlichung der Anstalt wurde das Schulgebäude einer bauamtlichen Besichtigung unterzogen. Dieselbe ergab, dass die vorhandenen Räumlichkeiten den Anforderungen einer höheren Lehranstalt nicht ent- sprechen. Das Gebäude, ursprünglich nicht für eine Schule bestimmt, ist in seiner ganzen Anlage verfehlt. Hausflur, Treppe und Klassenzimmer sind von unzureichender Grösse, letztere leiden hinsichtlich der Beheizung und Beleuchtung, sowie der Be- schaffenheit des Fussbodens an sanitären Mängeln, die Räume für Sexta und Quinta sind nicht unterkellert und infolgedessen kalt und feucht. Dazu kommt die Beschränkt- heit einzelner Räumlichkeiten wie für die Bibliothek, das Konferenzzimmer, das Amts- zimmer des Rektors, das Fehlen einzelner für die Zukunft unentbehrlicher Räume, wie eines Gesang- und Zeichensaales, eines naturhistorischen Kabinets, einer Aula— die Schüler müssen jetzt bei Eröffnung der Schulhalbjahre und bei den vorgeschriebenen Gedenkfeiern in dem Klassenzimmer der Tertia zusammengepfercht und in drückender Luft stehen—, eines Dienstraumes für den Pedellen, endlich einer Turnhalle. Da- bei der jetzigen Ausdehnung des Grundstücks und den Mängeln der Grundrissordnung auch ein Um- bezw. Erweiterungsbau nicht moglich ist, so bleibt der Gemeinde Ober- lahnstein nichts übrig, als den Neubau eines Schulgebäudes baldigst zu beschliessen und in Angriff zu nehmen. Eine Gemeinde, welche wie die unsrige, so sichtbar emporblüht und in stetig fortschreitender Entwicklung begriffen ist, wird auch die weiteren Opfer nicht scheuen, welche das Leben und das Gedeihen ihrer höheren Lehr- anstalt erfordert. Die Mittel, welche eine Stadt für ihre Schulen aufwendet, sie tragen materiell und geistig den reichsten Zins. Möge die auch unserer Anstalt unausbleibliche Umgestaltung sein, welche sie wolle, sie wird segensreich sein, wenn die Entwicklung nicht durch den Mangel an Raum gehemmt ist.
Die Gemeinde Oberlahnstein hat— das sprechen wir vertrauensvoll aus— die Einsicht und Kraft, für die ihr als dem Hauptorte des ganzen Unterrheingaus zustehende höhere Lehranstalt ein sie selbst ehrendes, das Wohl derselben förderndes Heim zu gründen.
. Vom 26. bis zum 31. Januar 1891 fand die schriftliche Reifeprüfung der Ober-
sekundaner statt.
Die mündliche wurde unter dem Vorsitze des mit der Stellvertretung des König- lichen Kommissars betrauten Rektors Dr. Widmann in Anwesenheit des Vertreters des Kuratoriums, des Herrn Bürgermeisters Reusch, sowie des Lehrerkollegiums, am 10. März abgehalten.
Die beiden Obersekundaner(s. IV C.) erhielten das Zeugnis der Reife für Prima. Die Osterferien nehmen am 22. März ihren Anfang und enden am 8. April. Das neue Schuljahr beginnt am 9. April 7 Uhr morgens mit der Prüfung der neu angemeldeten Schüler.


