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Zu schmale, lattenartige Dielen vermehren unnötigerweise die Ritzen. Am geeignetsten scheinen eichene Riemböden zu sein, auf welche sich auch Schulbänke der neueren erprobten Systeme, wie z. B. die Frankenthaler Normal-Schulbank(Lickroth), dauerhaft anschrauben lassen. §. 12. 3 Nach dem Gutachten, welches dem Zirkular-Erlasse des Herrn Unterrichtsministers v. 11. April 1888 (U. II. No. 8891) beigefügt ist,— mitgeteilt durch unsere Zirkular-Verfügung v. 3. Mai v. J.(S. 1965)— betr. die Beschaffung zweckentsprechender Schulbänke, dürfen, behufs der leichteren Reinigung der Klassen, an den Schulbänken Tischplatten zum Auf- oder Überklappen eingerichtet werden. Im Interesse der Erhaltung der Sauberkeit in den Klassenzimmern wird bei Beschaffung neuer Subsellien mit eisernen Gestellen jene Einrichtung neben den beweglichen Sitzen zur Regel zu machen sein. Schulbänke, welche am Boden oder etwas über demselben Querleisten oder Bretter haben, erschweren das Ausfegen und Feuchtaufziehen der Klassen. .§ 13. Die Schüler werden mit Strenge und Konsequenz anzuhalten sein, vor dem Betreten der Klassen- zimmer ihre Fussbekleidung zu reinigen und die Vorschriften zu befolgen, welche ihnen zur Erhaltung der Reinlichkeit und Ordnung zu geben sind.
III. Chronik der Schule.
1. Das Schuljahr wurde am 14. April 1890 in vorgeschriebener Weise eröffnet. Leider war der regelmässige Betrieb des Unterrichts von dem ersten Tage an gestört, weil Kollege Zülch infolge schwerer Erkrankung seinen Dienst nicht aufnehmen konnte, und somit 21 Stunden wöchentlich durch den Unterzeichneten und die übrigen Lehrer zu vertreten waren. Vom 12. Mai ab half Herr Pfarrer Rocholl durch Uber- nahme des evang. Religionsunterrichts in liebenswürdigster Weise aus. Dr. Karl Bode aus Kassel übernahm die übrigen Stunden. Infolge der Krankheit Zülchs musste die Stundenverteilung wieder geändert werden. Diese nun gerade ein Jahr dauernden Störungen des Unterrichtsbetriebs waren im Interesse der Schüler sehr zu bedauern.
Die Hoffnung der Schüler, ihren geliebten und verehrten Lehrer Zülch wieder zu erhalten, der Wunsch der Kollegen, ihren geschätzten Mitarbeiter wieder in ihrer Mitte zu sehen, erfüllte sich nicht. Am 8. Juni erlöste ihn ein sanfter Tod von seinen langen, schweren Leiden. Am 10. Juni gab ihm die Schule in feierlicher Weise das letzte Ehrengeleite. Am Grabe widmete Herr Pfarrer Rocholl dem Entschlafenen, indem er ihn als Christen und Lehrer schilderte, einen weihevollen, erhebenden Nachruf..
Zülchs biederer Sinn, sein echt kollegiales, stets heiteres und gewinnendes Benehmen, seine reichen Kenntnisse und hohen Verdienste um die heimatliche Geschichtsforschung, sein segensreiches Wirken im Amte, die bewundernswerte Hingebung, mit welcher er trotz versagender Kraft seine Pflicht zu erfüllen bestrebt war, sichern ihm bei seinen Kollegen ein dauerndes Andenken. Es war rührend, denselben in seiner Krankheit mit Thränen nur klagen zu hören, dass er seinem Beruf nicht nachgehen könne. Die


