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Sports. In den Jahren 1923 und 1924 musste er wegen der gespannten politischen Lage im besetzten Gebiet ausfallen, im Jahre 1925 wurde er mit der Jahrtausendfeier am Rhein verbunden.
Den nach dem Kriege immer lebhafter betonten und hervortretenden Schulreformen schenkten wir unser volles Augenmerk und liessen es auch nicht an Versuchen an unserer Schule fehlen, um uns selbst über die gewünschten Aenderungen und gemachten Vorschläge ein Urteil zu bilden. So hat die Schülerselbstverwaltung die hochgespannten Erwartungen, die man in sie gesetzt, bei uns nicht erfüllt. Wir haben sie wohl beibehalten, die Schüler einer Klasse wählen aber nur ihren Vertrauensmann und seinen Stellvertreter selbst; die übrigen Aemter werden durch den Klassenführer vergeben. Nach unseren Erfahrungen besitzen auch die Schüler der oberen Klassen im allgemeinen die Reife und Autorität nicht, die man bei den Trägern der Selbstverwaltung voraussetzen muss. Führernaturen, die sich schon früh durchzusetzen vermögen, sind eben nicht so häufig, als man gewöhnlich annimmt; denn in der Schule bieten sich nicht so leicht und so oft wie auf dem Kampfplatz des Lebens die Widerstände, durch die Führerpersönlichkeiten schon voll zur Entfaltung kommen. Auch die Wahlfreiheit in den oberen Klassen erprobten wir und gabelten 1921 die Unterprima nach eigner Wahl durch die Schüler in eine sprachlich- geschichtliche Abteilung mit 12 Schülern und eine mathematisch-naturwissenschaftliche mit 23 Schülern, die auch beide im nächsten Jahre 1922 in Oberprima beibehalten wurden. Nach Ablauf derselben beklagten eine Reihe von Schülern der ersten Abteiluung deren Mangel an Mathematik, ein nicht unerheblicher Teil der zweiten Abteilung bedauerte, daß die neueren Sprachen darin zu kurz gekommen seien, und suchten das Fehlende durch Privatunterricht oder Selbststudium zu ergänzen. Die Folge dieser Erfahrung war aber, dass sich von der Unterprima des Jahres 1922 nur ein Schüler für die Wahlfreiheit entschied, während alle üb- rigen die Normalklasse bevorzugten. So war es auch im nächsten Jahre und mit ihm wurde endgültig auf die Wahlfreiheit verzichtet. Die Erwartung, dass durch diese die Schüler zu einem selbständigeren, vertiefteren Arbeiten geführt würden, hat sich von wenigen Ausnahmen abgesehen nicht erfüllt. Die Ursache davon scheint uns auch hier in der mangelnden geistigen Reife zu lliegen, die in diesem Alter im allgemeinen noch nicht den Grad erreicht hat, der zu eignen, forschenden Studien nötig ist. Auf der Hochschule ist man sehr froh, wenn die Studierenden nach zweijährigem Studium die Reife für selbständiges Arbeiten und Forschen haben und sich ihnen aus eigener Initiative widmen. Unter das Problem der Verfrühung fällt auch die Wahlfreiheit in den Oberklassen.
Angeregt durch die amtlichen Hinweise auf die Pflege der Kunst in der Schule gründeten wir im Sommer 1920 ein Schülerorchester und vermehrten die Singstunden, die der Ausbildung unseres Schülerchors sehr zustatten kamen. Schüler-Orchester und-Chor stehen unter der ziel- bewussten und kunstverständigen Leitung unseres Gesanglehrers Herrn Boos und haben bei zahlreichen Schulfeiern wie: Beethoven— Dante— Bachfeier, Jugendfeiertag, Verfassungsfeier, Gedenktag für die Gefallenen, Sport- und Turnfesten, Elternabenden usw. uns und die oft zahl- reich erschienenen Eltern hoch entzückt. Im April 1922 beteiligte sich unser Chor mit 150 Schülern an der Aufführung der VIII. Symphonie von Gustav Mahler durch die Mainzer Liedertafel und erntete reichen Beifall. Die dramatische Kunst fand ihre Pflege in Schülerkränzchen, die uns ebenfalls manche genussreiche Stunde boten. Der bildenden Kunst galten zahlreiche Führungen unserer Klassen durch die Museen und Ausstellungen unserer Stadt und Ausflüge in die nähere (Kiedrich, Eltville, Oppenheim usw.) und die weitere Umgebung(Frankfurt, Köln), die natürlich auch für den Geschichtsuntericht nutzbringend waren.
Der naturwissenschaftliche Lehrstoff fand seine Vertiefung in Schülerübungen, die, wo es die
Verhältnisse zuliessen, eingerichtet wurden, auf geologischen Exkursionen in die berühmten Wein-


