Jahrgang 
1883
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Darmſtadt, an dem er die Maturitätsprüfung erledigte, ſtudierte dann in Jena, Heidelberg und Gießen und beſtand am 13. März 1877 das Fakultätsexamen für das Lehramt in Chemie, Phyſik und beſchreibenden Naturwiſſenſchaften. Nachdem er das Probejahr an der Realſchule zu Offenbach erledigt hatte, wurde er an derſelben Anſtalt angeſtellt. 1 Durch Verfügung des Großh. Miniſteriums vom 4. Juni wurde dem Realſchuldirektor Profeſſor Ferdinand Albert auf ſein Nachſuchen zur Herſtellung ſeiner Geſundheit ein Urlaub bis zum Schluß des Sommerſemeſters erteilt. Am 16. Juni verließ uns der Acceſſiſt Ludwig Knöpfel, um eine proviſoriſche Lehrerſtelle an der Realſchule zu Oppenheim zu übernehmen, nachdem er beinahe 2 Jahre als Lehrer der Chemie und Mineralogie an der hieſigen Realſchule erfolgreich gewirkt hatte.

Jahresnachrichten.

Bis zum Beginn der Oſterferien(10. März) hatte Herr Direktor Dr. Schödler, obwohl ſeit lange körperlich ſehr angegriffen, mit ausdauernder Berufsliebe ſeines Amtes gewaltet. Noch vor Ab⸗ ſchluß der Ferien aber erfolgte die von ihm in Rückſicht auf ſeine Geſundheitsverhältniſſe erbetene Verſetzung in den Ruheſtand. Gleichzeitig wurde der Unterzeichnete mit der Verwaltung der Direk⸗ torialgeſchäfte betraut. In der Lehrerkonferenz vom 2. April gab derſelbe offizielle Mitteilung von den die vorerwähnte ÄAnderung betreffenden amtlichen Erlaſſen und legte zugleich unter dankerfüllter Hervorhebung der vieljährigen, verdienſtvollen Amtsthätigkeit des nunmehr in Ruheſtand getretenen Direktors ein Schreiben desſelben vor, worin er in rührenden Worten von der Schule Abſchied nahm.

Im Auftrag der Konferenz überreichten am folgenden Tage die beiden dienſtälteſten Kollegen folgende Erwiderungszuſchrift.

Das Lehrerkollegium der Realſchule zu Mainz

an den

Großherzoglichen Realſchuldirektor a. D. Herrn Dr. Fr. Schödler.

Den freundlichen Abſchiedsgruß, den Sie in ſchmerzlicher, perſönlicher Verhinderung durch amtliche Zuſchrift vom 30. März d. J. dem Lehrerkollegium gewidmet haben, können wir gleichfalls nur mit bewegten Gefühlen erwidern.

Einzelne wenige der Unterzeichneten ſind im ſtande, wie mit Einem Blicke den ganzen langen Zeitraum voll Freud und Leid zu überſchauen, während deſſen die gedeihliche Entwickelung der Real⸗ ſchule Ihrer Leitung anvertraut war; alle aber wiſſen wir die Schwierigkeit ſolch verantwortungsvollen Amtes wohl zu würdigen, gleichwie wir alle überzeugt ſind, daß auch die ſchönſten Hoffnungen, die ſich an die fernere glückliche Zukunft unſrer Schule knüpfen mögen, mit der dankbaren Erinnerung an Ihre grundlegende Thätigkeit in nahezu dreißigjähriger Amtsdauer untrennbar verbunden bleiben.

Möge Ihnen, verehrteſter Herr Direktor, die Trennung vom liebgewordenen Amte erleichtert ſein

durch die ehrenvollſte Anerkennung, die zugleich mit der erbetenen Quieszierung von Aller⸗ höchſter Stelle Ihren Verdienſten zu teil geworden;