Jahrgang 
1935
Einzelbild herunterladen

Zu den Spielnachmittagen traten die Schüler regelmäßig auf der Sportplatzanlage am Bruch⸗ weg an. Während der Sommermonate wurdeLeichtathletik betrieben, im Winter ſtanden die Kampfſpiele Hand⸗ und Fußball im Mittelpunkt der Arbeit.

Die Reichsjugendwettkämpfe, die dieſesmal ohne Schwimmen und ohne Geräteturnen aus⸗ eſchrieben waren, fanden am Staatsjugendtag ſtatt. Die Bedingungen zur Erreichung eines Sieges waren ſehr hochgeſtellt. Trotzdem konnten 100 unſerer Schüler die Siegerurkunde er⸗

vingen. Im September wurden dann die leichtathletiſchen Kämpfe der höheren Mainzer Knabenſchulen erledigt. Wir errangen den Sieg in den beiden Staffeln der Oberſtufe und je einen zweiten Sieg in der 10 100⸗Meter Staffel der Mittelſtufe und der 50⸗Meter⸗ Pendelſtaffel der Unterſtufe. Wir ſiegten im Mannſchaftsdreikampf der Unter⸗und Mittel⸗ ſtufe und belegten in demſelben Kampf der Oberſtufe den 2. Platz. Als Erfolg des herr⸗ lichen Siegs konnten wir den Wanderpreis für die beſte Geſamtleiſtung im Dreikampf in unſerem Schulgebäude aufſtellen.

Solche Leiſtungen laſſen ſich nur erzielen,wenn eine ausgiebige allgemeine Körperausbil⸗ dung als Grundlage bei allen Schülern vorhanden iſt. Diejenigen Schüler aber, die zu hervorragenden Leieungen befähigt ſind, müſſen weiter gefördert werden. So heben wir allmählich den Leiſtungsſtand unſerer Schule. Hoffen wir, daß auch die erforderlichen hy⸗ gieniſchen Einrichtungen nicht länger auf ſich warten laſſen.(Ackermann.)

Wehrſport. Die wehrſportliche Ausbildung der Oberſtufe umfaßte bis zu den Sommer⸗ ferien unter Leitung von Studienaſſeſſor Heß Uebungen in der Kartenkunde, am Sandkaſten und im Gelände. Von Mitte Auguſt bis Mitte Dezember trat die Schießausbildung an die Stelle anderer wehrſportlicher Uebungen. Es wurde in erſter Linie mit Kleinkaliber auf 50⸗Meter⸗Scheibe. geſchoſſen; die beſſeren Schützen durften mit Wehrmannsbüchſe auf 175⸗MeterScheibe ſchießen. An den Schießübungen, die Donnerstag Nachmittag ſtatt⸗ fanden, nahmen die beiden Oberprimen geſchloſſen teil; aus 1b beteiligten ſich 37, aus 2a 22 Schüler. Nach dem Tode von Aſſeſſor Heß übernahm Aſſeſſor Joutz die Leitung.

An die Eltern. Die Schule iſt ſich bewußt, daß ſie nur eine unter den verſchiedenen Erziehungseinrichtungen im dritten Reiche iſt, daß neben ihr auch Familie, Kirche, nationale Verbände ihre Eigenaufgabe haben, der entſprochen werden muß. Die Schule wünſcht darum, daß ihre Schüler der Hitlerjugend und dem Jungvolk angehören, damit an ihnen jene Sonderaufgaben der Erziehung erfüllt werden, die den Jugendverbänden zufallen. Zur Zeit ſind 90 Prozent unſerer Schüler Mitglieder der nationalen Jugendverbände. Aufgabe der Eltern iſt es, darüber zu wachen, daß den Jor derungen der vier genannten Erziehungsmächte Lutſpernhen wird. Mangelhafte Mitarbeit in der Schule ſoll nicht erſt gegen Weihnachten beobachtet werden, wenn es meiſt zu ſpät iſt. Wir ſtehen das ganze Jahr den Eltern zur Ausſprache und zur Zuſammenarbeit zur Verfügung. Neben den wiſſenſchaftlichen Leiſtun⸗ gen verlangen wir Pflichterfüllung, Pünktlich keit, Diſziplin und Achtung vor der Autorität und eeochen ausdrücklich darauf aufmerkſam, daß auch dieſe Eigenſchaften bei der Bewertung des Schülers und bei wichtigen Entſcheidungen herangezogen werden. Muſterſchüler im alten Sinn ſeehen nicht mehr im Kurs; was wir brauchen ſind Perſönlichkeiten, die außer den wiſſenſchaftlichen Leiſtungen noch andere Werte aufzuweiſen haben: körperliche Leiſtungs⸗ fähigkeit, Mut und Entſchloſſenheit, Sinn für Kameradſchaft, Opferbereitſchaft und einen ehr⸗ li Charakter, die das eigene Ich hinter den berechtigten Forderungen der Volksgemeinſchaft zurücktreten laſſen und Verſtändnis zeigen für den hohen Begriff der Pflicht.

Die Ferien ſind durch miniſterielle Verfügung vom 13. 2. 1935 wie folgt feſtgeſetzt: Pfingſtferien: eine Woche. Wiederbeginn am 17. Juni.

Sommerfſerien: 40 Tage, vom 8. Juli bis

17. Auguſt.

Herbſtferien: eine Woche, vom 13. bis 20. Oktober.

Weihnachtsferien: Vom 23. Dezember bis 6. Januar.

Heil Hitler!

Direktion der Oberrealſchule mit Reform⸗Realgymnaſium: Scholl.