Jahrgang 
1935
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Würſching Za3, vor Lehrern und Schülern einenach Inhalt und Form ausgezeichnete Anſprache, worauf der Muſikzug des Gymnaſiums Weihnachtslieder ſpielte. In den Weihnachts⸗ ferien, am 4. Januar, ſtarb der Untertertianer Ernſt Alfred Müller. Der Klaſſenführer, Stu⸗ dienrat Schork, und ſeine Mitſchüler gaben ihm das letzte Geleit und legten einen Kranz nieder..

Der Elternabend am 1. Februar war ein voller Erfolg. Die Turnhalle war bis zum letzten Platz beſetzt, und die Eltern folgten mit ſichtlichem Intereſſe den Darbietungen. Neben der Anſprache des Direktors über die Ziele der Erziehung im Dritten Reich gaben Chor, Orcheſter und Sprechchor, Doppelquartett und Soliſten, Quartaner und Oberprimaner ſehr anſprechende Beiſpiele ihres Könnens in ernſten und heiteren Darbietungen. Anſchlie⸗ ßend führte der Turnlehrer Dr. Ackermannin der vomöSchülerarbeitsdienſt in kürzeſter Friſt geräumten Turnhalle neuzeitliche Körperſchule mit einer Unterſekunda vor.

Die feierliche Verabſchiedung der Abiturien ten erfolgte im Beiſein der Eltern am 27. 2. Der Klaſſenführer der lal, Studienrat Dr. Deibel, hielt die Abſchiedsrede. Für die Schüler ſprach Helmut Gunkelmann 1a2 und überreichte der Schule zum Abſchied die Künſt⸗ lerſteinzeichnungHünengrab in Rahmen.

Bei den Feiern wirkten Chor, Orcheſter und Sprechchor mit. Das Orcheſter iſt unter Lei⸗ tung von Studienrat Dr. Bredel in dieſem Jahr von etwa 20 Spielern auf 30 gewachſen und kann nun auch höheren Anſprüchen genügen. Durc Anſchaffung eigener Holzblas⸗ inſtrumente ſoll der durch Schülerwechſel leicht eintretende Wegfall dieſer Inſtrumente ver⸗ mieden werden. Dadurch konnte ſich auch der Chor unter Leitung von Studienrat Göttig an größere Aufgaben mit Erfolg heranwagen.Studienaſſeſſor Joutz hat ſich die Aufgabe geſtellt, den in dieſem Jahr erſtmalig aufgeſtellten Sprechchor für ſeine Aufgabe fachgemäß zu ſchulen. Er trat bei der Schemm⸗Gedenkſtunde des NSB. in der Liedertafel zum erſtenmal an die Oeffentlichkeit.

Für moraliſche und materielle Unterſtützung ſind wir der Vereinigung ehemaliger Ober⸗ realſchüler unter Leitung von Herrn Direktor Tag zu Dank verpflichtet. Er überreichte uns im Namen der Vereinigung bei der feierlichen Flaggenſenkung am 13. 7. eine neue Schul⸗ fahne mit kunſtvoller von Herrn Profeſſor Schneevoigtentworfener und gearbeiteter Spitze, wofür wir ihm auch in dieſer Stellenochmals herzlichen Dank ſagen. Die Studien⸗ fahrt der 1a2 unterſtützte er durch einen Zuſchuß und veranſtaltete im verfloſſenen Winter zwer Vorträge für ſeine Mitglieder. Der Unterzeichnete ſprach über ſeineReiſen in Argen⸗ tinien mit Lichtbildern, Studienrat Dr. Haunund Studienrat Schmidt überFerien auf Helgoland ebenfalls mit Lichtbildern. 3

Der Beſuch von Lehrfilmen iſt behördlicherſeits geregelt. Es wurden uns geboten: 2 Luft⸗ ſchutzfilme und der Maggifilm:Von der Scholle zur Hausfrau,Die Fahrt des Reichsſtatthalters durch Heſſen,Hitlerjugendin den Bergen,In den Alpen,uUnſer Führer,Mittelmeerfahrt eines deutſchen Geſchwaders, ein Tierfilm,Rund um Helgoland, Feſtzug der deutſchen Schule,Reisgewinnung,York undBerge in Flammen. Außerdem beſuchten wir teils mit der ganzen Schule teils mit einzelnen Klaſſen die auf der Zitadelle gebotenen AusſtellungenRaſſe, Volk, Familie,Vom Weltkrieg bis zur nattonalen Revolution undWinterhilfe. Außerdem ver ſchiedene Ausſtellungen für Kunſt und Hand⸗ werk und die Bernſteinausſtellung im Naturhiſtoriſchen Muſeum.

Körperliche Ertüchtigung. Nachdem jahrzehnte lang die Schule ihre Hauptaufgabe in der Vermittlung heiigen Wiſſensſtoffes ſah, tritt jetzt mehr und mehr auch die Aus⸗ und Durch⸗ bildung des Körpers in den Vordergrund der Schularbeit. Es iſt leicht verſtändlich, daß die Mittel, die früher genügten, um eine ganze Schule turnen zu laſſen, heute den geſtellten Anforderungen nicht mehr gerecht werden können. Wir waren deshalb von Anbeginn des Schuljahres beſtrebt, fehlende Geräte und Anlagen zu erſetzen. Es wurden darum im Verlaufe des Schuljahres angeſchafft: ein Medizinball, ein eiſerner Barren, ſechs Sprung⸗ ſeile, acht Paar Boxhandſchuhe, ein Fuß⸗ und ein Handball. Vergeblich war bedauerlicher⸗ weiſe unſer Kampf um die Schaffung einer Brauſeanlage. Solange uns eine ſolche Anlage hhlt bleibt unſere körperliche Ertüchtigung Stückarbeit, denn ein durchgearbeiteter, ſchwei⸗ jiger Körper muß nach dem primitivſten Geſundheitsgeſetz warm oder kalt, je nach Be⸗ dürfnis, abgewaſchen werden können.

Je nach Jahreszeit und Witterung wurdendie wöchentlichen Turnſtunden entweder in der Turnhalle, oder im Schulhof oder im Schwimmbad abgehalten. Im Verlauf des Sommers wurde jede Gelegenheit wahrgenommen, um den Schülern das Schwimmen beizubringen. Waren zu Beginn des Sommers 60 Prozent der Schüler Schwimmer, o waren es am Schluß der warmen Jahres zeit 80 Prozent.(Von Oberprima bis ein⸗ chließlich Quarta.) In der Reichsſchwimm woche führte die Schule einen Kampf um den

ſanderpreis des Reichsleiters des NSLB. durch. Als Abſchluß der Reichsſchwimmwoche fand ein Stromſchwimmen im Rhein ſtatt, an dem ſich eine ſtattliche Zahl von Schülern und jungen Lehrkräften beteiligte.