Die von Stadt und Staat im Kurfürſtlichen Schloß veranſtaltete Ausſtellung von Werken alter Kunſt, ſowie die des„ſchönen Buches“ in der Stadtbibliothek wurden zwecks Bereicherung des kunſt⸗ geſchichtlichen Wiſſens und zur Bildung des Geſchmacks eifrig benutzt.
Einer Einladung der Firma Werner& Mertz zum Beſuche ihrer Werke folgten unſere Ober⸗ klaſſen am 27. Auguſt. Sie erhielten bei dieſer Gelegenheit Belehrung über ſachgemäße Behandlung des Schuhwerks und ein aus Fabrikerzeugniſſen beſtehendes reiches Gaſtgeſchenk.
Wegen großer Hitze wurde der Unterricht am 18. Mai, 8., 9., 10., 12. Juni, 3. Juli, 10. und 17. Auguſt mit der letzten Unterrichtsſtunde ausgeſetzt.
Herr Amtsarzt Dr. Schad nahm die Wiederimpfung der 1913 Geborenen am 1. September und deren vorgeſchriebene Nachſchau am 8. desſelben Monats vor.
Nach abgelaufenem 2. Vorbereitungsjahr und beſtandener Aſſeſſorenprüfung fand die Studien⸗ aſſeſſorin Anna Neutz Verwendung in Schlitz, und Frl. Lehr übernahm nach den Herbſtferien eine Stelle an der privaten höheren Mädchenſchule in Limburg.
An unſeren Reichsjugendwettkämpfen am 14., 15., 16. und 21. September beteiligten ſich die Klaſſen 4— la. 51 Siegerinnen durften wir feiern, von denen 20 der Vierkampf⸗ und 31 der Drei⸗ kampfgruppe angehörten. Es ſei an dieſer Stelle erwähnt, daß wir auch an der körperlichen Er⸗ tüchtigung unſerer Jugend arbeiteten. Wir turnten, ſpielten, wanderten, ſchwammen, rodelten und trieben Eisſport.
Am Allerſeelentag war die 1. Stunde ſchulfrei; die katholiſchen Schülerinnen vereinte ein Gottes⸗ dienſt in der Kapelle des Invalidenhauſes.
Die von dem Pädagogiſchen Inſtitut veranſtalteten Sondervorleſungen einer Reihe namhafter Pädagogen hörte faſt das Geſamtkollegium unſerer Anſtalt, weshalb mit Genehmigung des Landes⸗ amts am 16. und 17. November der Unterricht von 10 Uhr ab ausgeſetzt wurde.
Auf den 21. November fiel die Totengedenkfeier, welcher die Rede des Studienrats Dr. Lorge Weihe gab. Von Kapellmeiſter Naumann geleitete ſtimmungsvolle Chöre und gehaltvolle Gedichte verſtärkten die im Hörer geweckte wehmutsvolle Andacht.
Drei Tage darauf, am 24. November, nahm uns der Tod unſren ehemaligen langjährigen Direktor, Herrn Geh. Schulrat Dr. Friedrich Roemheld. Die Beiſetzung des Heimgegangenen auf dem hieſigen Friedhof fand am 26. November unter Teilnahme des geſamten Lehrkörpers, ſowie von Vertretern der Oberklaſſen ſtatt, in deren Namen der jetzige Leiter der Anſtalt, Oberſtudiendirektor Kohl, ſeinem verdienſtvollen ehrwürdigen Vorgänger für das unſrer Schule geweihte arbeitsreiche Leben Dank ſagte und den letzten Gruß brachte. Worte des ewigen Lebens fand der evangeliſche Religionslehrer der Anſtalt, Studienrat Müller, deſſen Grabrede auf den vom Toten ſelbſt gewählten Text gegründet war:„Von Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und ſeine Gnade an mir iſt nicht vergeblich geweſen, ſondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn ſie alle, nicht aber ich, ſondern Gottes Gnade, die mit mir iſt“(1. Kor. 15, 10). Zu Beginn der Trauerfeier kam der von Schülerinnen der Oberklaſſen unter Reallehrer Degreifs Leitung geſungene Grabgeſang:„Wie ſie ſo ſanft ruhn...“ zu erſchütterndem Vortrag.
Die„7. Feierſtunde“ am 10. Dezember 1925, ein Märchenabend für unſre Grundſchulkinder und deren Eltern, ward ein Ereignis für die Kleinen. Um das Gelingen der Veranſtaltung hatten ſich die Damen Fleck II., Nover und Steigerwald, ſowie die Herren Degreif und Dr. Schier bemüht.
Durch Unterſtützung notleidender Familien, Milderung größten Elends ſuchten unſere Schülerinnen Liebe zu üben und den Weihnachtsgedanken zu verwirklichen. Beſonderen Eindruck machte auf ſie der Notruf der Taubſtummenanſtalt in Friedberg, der ſie die anſehnliche Summe von 254 Mk. als Weihnachtsgabe überſenden konnten.
Die ſchriftliche Reifeprüfung der Schülerinnen der Oberprima fand vom 26.—29. Januar, die mündliche am 12. Februar unter dem Vorſitz des Oberſtudienrats Prof. Dr. Bender ſtatt, der die Vertretung des ſeit dem 29. Januar erkrankten Oberſtudiendirektors Kohl übernommen hatte. Sämt⸗ liche Schülerinnen konnten auf Grund ihrer guten Jahresleiſtungen und ebenſolcher Ergebniſſe der ſchriftlihen Prüfung vom Mündlichen befreit werden. An demſelben Tage beſtanden die Schulamts⸗ anwärterinnen Fucks und Göſſel die Ergänzungsprüfung für Studienanſtalten. Die Schülerinnen der P⸗Klaſſe legten am 2. März unter dem Vorſitz des Herrn Staatsrats Block die letzte Fachprüfung ab.


