Damit ward das ſeit dem Jahre 1901 beſtehende höhere Lehrerinnenſeminar zu Mainz geſchloſſen, nachdem es gerade ein Vierteljahrhundert lang junge Mädchen zu tüchtigen Lehrerinnen herangebildet hatte. Ein ſtolzes ehemals unter großen Opfern und Mühen vollbrachtes Werk iſt nicht mehr. Allen Kollegen und Kolleginnen, die ſich im Laufe der Jahre um die Ausbildung junger Lehrerinnen ver⸗ dient gemacht haben, ſei an dieſer Stelle tief bewegt gedankt.
Leider muß geſagt werden, daß der allgemeine Geſundheitszuſtand des Lehrkörpers recht un⸗ günſtig war. So fehlten wegen teilweiſer ſchwerer Erkrankung die Damen Cahn, Hoffmann, Klein, Litzendorff, Meis und Roth, ſowie Herr Oberſtudiendirektor Kohl.
Der am 18. März 1876 verſtorbene Dichter Ferdinand Freiligrath ward in den einzelnen Klaſſen auf Anordnung des Landesamts während der beiden letzten Vormittagsſtunden des 18. März gebührend geehrt.
Von den Unternehmungen der Frauenſchule ſeien genannt die Beſichtigungen der ſozialen Wohl⸗ fahrtseinrichtungen in dem Fabrikbetrieb M.⸗A.⸗N., des Knaben⸗ und Mädchenwaiſenhauſes in Mainz, des Pflichtſchulkindergartens, der Frankfurter Kochkunſtausſtellung, des Wichernheims und des Rettungs⸗ hauſes Aumühle bei Darmſtadt, der Ausſtellung„Mutter und Kind“ und endlich der Sehenswürdig⸗ keiten von Maria Laach, Aſchaffenburg und Würzburg. Eine Ausſtellung von Arbeiten, welche die Frauenſchülerinnen in ihren praktiſchen Fächern hergeſtellt hatien, zeugte von mitunter ſchon gereiftem Können.
Herr Staatsrat Block beehrte uns am 26. Auguſt, 24. November, 29. Januar, 17. und 22. Februar ſowie am 15. März mit ſeinem Beſuche.
Das Schuljahr ſchloß am 27. März mit der letzten Vormittagsſtunde.


