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schönen Betrag zur Abführung an die Reichsbank, zumal da diese den Sammelfleiß der Schüle- rinnen durch die Aussicht auf eine Belohnung nicht wenig anzuspornen wußte. Allen nämlich, welche die Summe von 200 M. und darüber seit dem 1. Februar 1916 abgeliefert hätten, war der Anspruch auf ein geschmackvolles Gedenkblatt mit dem Motto:„Gold in die Bank! Schwert in die Hand! Gut und Blut fürs Vaterland!“ zugesichert worden. Am 21. Dezember konnte dieses Erinnerungszeichen nachfolgenden Schülerinnen verliehen werden:
1. Elisabeth Ristenpart(FI 1915/16); 12. Gertrud Rahn(4a);
2. Klara Goldschmidt(FII); 13. Annemarie Bellinger(4a);
3. Hedwig Ristenpart(1b); 14. Lore Schwartz(4b);
4. Nelly Pintus(1c); 15. Anneliese Grütering(Sa); 5. Elisabeih Willwohl(2a); 16. Hildegard Raphaelson(5a); 6. Irmgard Grütering(3a); 17. Maria Gottlieb(6a);
7. Margot Grütering(3a); 18. Julie Holmann(ba);
8. Lina Gerhardt( b); 19. Luise Seitz(6a);
9. Gertrud Vesper( b); 20. Wilhelmine Traetow(6a); 10. Käthe Brehm(4a); 21. Else Beiling(Ha);
11. Amalie Goldschmidt(4a); 22. Erna Schell(ha).
Bei der letzten Abrechnung am 20. Dezember ergab sich, daß unsere Schule bis dahin der Reichsbank im ganzen 189680 M. in Goldmünzen zugeführt hatte; inzwischen sind wieder einige weitere hundert Mark hinzugekommen.
In diesem Zusammenhange wollen wir auch des Aufrufs gedenken, den„die Landesstelle für die Förderung des Goldmünzenumtauschs und verwandter vaterländischer Zwecke“ zugleich mit einem Werbegedicht des Oberrealschullehrers E. Klaffke aus Oberhausen(Dein Herz, dein Gold dem Vaterland!“) im August 1916 auch in unsrer Schule verteilen ließ.„Manch altes Kleinod, das mit Stolz und Prangen aus Goldschmieds Werkstatt einst hervorgegangen, bisher aber hier in der Truhe, dort in dem Gefach sein stilles Wesen führte“, sollte so durch Vermitt- lung unsrer Schülerinnen von deren Eltern der Reichsleitung zugeführt werden.
Der Vertrieb des„Weltkriegs“, um den sich die Herrn Reallehrer Becker und Gleiser bisher schon große Verdienste erworben hatten, war auch im abgelaufenen Schuljahr wieder von den schönsten Erfolgen begleitet.
Eine neue Gelegenheit zur Betätigung des Vaterlandssinnes bot sich den Schülerinnen mit der auch in Mainz veranstalteten Sammlung„Vaterlandsdank“ dar, deren Ertrag der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen zu gute kommen soll. Ge- sammelt wurden Gegenstände aller Art aus Gold und Silber, ebenso Bruchstücke solcher Gegen- stände und Barbeträge. Die Spender erhielten das Anrecht auf Bestellung eiserner Erinnerungsringe, die nur für den„Vaterlandsdank“ hergestellt werden und nicht in den Handel kommen sollten. An unsrer Schule wurde unter Oberleitung der Herrn Dr. Lorge und Kempf sowie der Damen Frl. Fleckl und Litzendorff die Sammlung am 8. Juni begonnen und am 4. Juli abge- schlossen. Wir hatten die Freude, unmittelbar vor den Sommerferien die eingegangenen Gold- und Silbergegenstände in einer großen Wertkiste nebst einem Barbetrag von 246,60 M. an die Geschäftsstelle für das Großherzogtum Hessen in Darmstadt abführen zu können.
Am 1. Juli fand in Anwesenheit der gesamten großherzoglichen Familie die Einweihung der Mainzer Kriegssäule statt, durch deren Benagelung der Kriegsfürsorge neue Mittel zu- geführt werden sollten. Auf Wunsch des Werbeausschusses beteiligten sich bei dieser Gelegenheit 43 Schülerinnen unsrer Oberklassen an dem Verkauf von Denkmünzen, Postkarten usw., deren Bemühungen im Dienste der guten Sache späterhin durch Verleihung je eines Anhängers und einer Festschrift belohnt wurden. Einige Wochen vor Fertigstellung der Saule hatte bereits unser Lehrkörper auf Anregung des Großh. Kreisamts für das Relief„Hessischer Löwe“ Barbeträge gezeichnet und damit sich das Nagelrecht erworben; aber auch die Schülerinnen durften zur Unterstützung des menschenfreundlichen Unternehmens ihr Scherflein beitragen, indem sie an


