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Bezüglich der Klassenausflüge, Turnfahrten sowie der Beteiligung an den außerhalb der Schulzeit abgehaltenen Spielstunden verweisen wir auf unsre entsprechenden Bemerkungen auf S. 12 des vorigen Jahresberichts, die der Hauptsache nach auch in diesem Berichtsjahre ihre Gültigkeit beibehalten haben.
Außer den üblichen Schulfeiern am 25. November und am 27. Januar zu Ehren von Groß- herzogs und Kaisers Geburtstag— bei ersterer sprach Herr Assessor Hallstein über„die Soldaten und das Soldatenlied“, bei letzterer Herr Assessor Diepenbach über„Deutsches Wesen und seine Tragik“— fand auf Anordnung der obersten Schulbehörde eine solche auch noch am 8. Juli statt, zur Erinnerung an die hundertjährige Zugehörigkeit der Provinz Rheinhessen zu unsrem Großherzogtum, wobei Herr Professor Dr. Reis die Festrede hielt, und eine weitere am 14. März, anläßlich des 25jährigen Regierungsjubilaums Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs, bei welcher der Unterzeichnete„einzelne Züge und Begebenheiten aus dem Leben unsres Landesfürsten“ den Schülerinnen vor Augen führte und schließlich den Lehrern(Lehrerinnen) und Schülerinnen als ein Geschenk Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs mit dem Ausdruck ehr- furchtsvollsten Dankes dessen Bild überreichte, das unser allergnädigster Landesherr zur Verteilung an sämtliche Schüler und Schülerinnen des Großherzogtums sowie an deren Lehrer aus Anlaß des Allerhöchsten Regierungsjubiläums hatte vervielfältigen lassen. Der Unterricht fiel auch an diesen beiden Tagen aus.— In diesem Zusammenhange sei auch die Sammlung für die Jubiläumsstiftung erwähnt, an der sich sowohl der Lehrkörper als auch die Schülerinnen der Anstalt beteiligten. Die eingegangenen Geldbeträge ergaben im ganzen die Summe von 160+ 236,74= 396,74 M.
Durch den Tod verloren wir am 29. Dezember eine liebe kleine Schülerin, Anna Ries, die ihren Eltern als ein Opfer der Diphteritis entrissen wurde. Ihre Klasse(8a) ehrte das An- denken der Verstorbenen durch eine Kranzspende; an der Beerdigung konnte sich jedoch wegen der Ansteckungsgefahr leider niemand außer den nächsten Angehörigen beteiligen.
Mit Rücksicht auf die Zeitumstände, insbesondere auf die vielfach ungünstigen Eisenbahn- verbindungen wurde auf Anordnung der obersten Schulbehörde vor Weihnachten der Unterricht bereits am 22. Dezember nach der letzten Nachmittagsstunde geschlossen. Auch wurden die Weihnachtsferien im Interesse der Kohlenersparnis an sämtlichen Schulen des Landes bis zum 16. Januar verlängert. Die gleiche Ursache zwang dann die Mainzer Schulen vom 2.— 26. Februar zu nochmaligem Aussetzen des Unterrichts und führte schließlich zur Zusammenlegung einzelner Schulkörper, infolge derer in den einen nur vormittags, in den anderen nur nachmittags unter- richtet werden konnte. Die Höhere Mäâdchenschule mit den ihr angegliederten Lehranstalten wurde vom 26. an in dem Großh. Realgymnasium untergebracht, die Vorschulklassen fanden in der Großh. Realschule Aufnahme. Der Unterricht wurde von 2—6 bezw. 5 Uhr nachmittags erteilt.
Zu Beginn des neuen Kalenderjahres wurde Herr Lehramtsassessor Würtenberger von einer ernstlichen Krankheit befallen, deren Beschaffenheit die Wiederaufnahme seines Unterrichts noch vor Ostern von vornherein als zweifelhaft erscheinen ließ. Da wir in unsrem eignen Lehr- körper keinen ausreichenden Ersatz für ihn hatten— Herr Assessor Michel konnte nur einige Chemiestunden übernehmen— so wandten wir uns auf Veranlassung der vorgesetzten Behörde an die Großherzoglichen Direktionen der hiesigen höheren Knabenlehranstalten, bei denen wir für unsere Bitte um Aushilfe das bereitwilligste Entgegenkommen fanden. Mit ihrer Genehmigung hatten die Herrn Professoren Kinkel(G.) und Dr. Meyer(Rg.) sowie die Herrn Lehramts- assessoren Stöppler(Rg.), Lutz und Dr. Stautz(O. R.) die Güte, die Mehrzahl der biologisch- chemischen Unterrichtsstunden des Erkrankten a)s Vaterlandsdienst zu übernehmen. Wir möchten nicht verfehlen, den geehrten Herrn Kollegen auch noch einmal an dieser Stelle für ihre Hilfs- bereitschaft unsren wärmsten Dank auszusprechen.
Gleich nach Neujahr wurde die Lehramtsreferendarin Fr. Hildegard Kullmann von Großh. Ministerium mit der Vertretung einer erkrankten Lehrkraft an der Höheren Bürgerschule zu Lauterbach betraut.


