Jahrgang 
1912
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2. Französisch(2 St.): Gelesen wurden Paillerons LustspielLe Monde ouù l'on s'ennuie sowie ausgewählte Abschnitte aus Bornecque et Röttgers'Recueil de morceaux choisis d'auteurs français.(La Fontaine, V. Hugo, Lamartine, A. de Vigny, A. de Musset). Kurze Darstellung der romantischen Bewegung in Frankreich. Die Lektüre bot Ge- legenheit, die Schülerinnen mit dem Leben und den Sitten des französischen Volkes sowie mit der Umgangssprache der Gebildeten bekannt zu machen. Sprechübungen im Anschluss an Vorgänge des täglichen Lebens und Verkehrs, unter besonderer Berück- sichtigung der von den Schülerinnen selbst gewählten Themen.(Dr. Bendey).

3. Englisch(2 St.): Aus dem III. Teil desEnglichen Unterrichtswerks für höhere Schulen von G. Krüger wurden durchgenommen: Erzählungen allgemeinen Inhalts(= Kap. l), Briefe und Anleitung zum Briefschreiben(= Kap. VI), Literaturgeschichtliche Darstellungen von Marlowe bis Goldsmith(= Kap. VIII) nebst den dazugehörigen Proben(= Kap. VII.) Lektüre von Goldsmith's The Vicar of Wakefield. Vorträge über Land und Leute in England. Sprechübungen über Themen nach freier Wahl der Schülerinnen. (Dr. Lehnert).

NB. Schriftliche Arbeiten wurden in beiden fremden Sprachen nur in der Klasse angefertigt; sie bestanden aus Diktaten, Briefen und Uebersetzungen, letztere stets im Anschluss an bereits gelesene Abschnitte aus der Lektüre und dienten zur Erzielung stilistischer Gewandtheit sowie zur Wiederholung der wichtigsten grammatischen Regeln.

4. Pädagogik(2 St.): Kurzer Ueberblick über die Geschichte der Pädagogik. Die wich- tigsten Kapitel aus der systematischen Psychologie.(Dr. Roemhelch.

5. Rechnen und Buchführung(1 St.): a. Wiederholungsaufgaben aus den Gebieten der Bruchrechnung, des Dreisatzes, der Gesellschafts- und Mischungsrechnung. Lohnrechnung, Zinsrechnung, Berechnung von Ausstattungen. Die für die Führung der Haushaltungs- bücher notwendigen Rechnungsarten: Prozentrechnung, Aufstellung von Voranschlägen für den Haushalt, Einkaufsrechnungen, Berechnung des Nährstoffgehalts verschiedener Speisen; Steuerrechnungen. b. Aufstellung des Haushaltungsvoranschlags(nach Jahr, Monat, Woche, wobei besonders auf die verschiedenen Arten der Lebensbedürfnisse Bedachtzu nehmen ist). Führung eines Wirtschaftshauptbuches und eines Haushaltungsbuches nach einem gegebenen Schema. Ausfüllen der wichtigsten Formulare für den Post- und Eisenbahn- verkehr(Briefaufschriften, Paketadressen, Postanweisungen, Frachtbriefe usw.).(Gleiser.)

6. Wohlfahrtspflege(1 St.): Geschichtliche Entwicklung der Wohlfahrtspflege. Die Liebestätigkeit bei den Griechen, Römern und Juden. Das Christentum und seine veränderte Auffassung des Begriffs der Sozialethik. Die soziale Bedeutung dieser ver- änderten Auffassung. Die werktätige Liebe und die Stellung der Frau in den Ur- gemeinden, in den Klöstern und zur Zeit der Kreuzzüge. Die ersten Ansätze zu einer staatlichen Armenpflege unter Karl dem Grossen. Die Reformation. Der Pietismus. Die Aufklärung. Die weibliche Diakonie. Die soziale Frauentätigkeit des 19. Jahrhunderts. (Nauheimeyh).

7. Bürgerkunde(1 St.): a. Geschichtliche Einleitung im Hinblick vornehmlich auf die ver- fassungsrechtliche Entwicklung des neuen deutschen Reiches(Deutscher Bund bis 1866; Frankfurter Parlament; Norddeutscher Bund; Verhandlungen und Proklamation zu Versailles) im 19. Jahrhundert; ebenso bezüglich Hessens(Territoriale Entwicklung des Grossherzog- tums. Die Verfassung von 1820). b. Im Anschluss an K. WendlingsDeutsche Bürger- kunde wurden behandelt: Familie, Gemeinde, der Staat und seine Verwaltung(vom Staat im allgemeinen; Arten von Staaten; wie ein Staat eingerichtet ist; die Verfassung des deutschen Reiches; der Kaiser; der Bundesrat; der Reichstag; der Reichskanzler; die