Jahrgang 
1912
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Reichsämter). Kirchen- und Schulwesen. Finanzen des Reichs. Deutschland völkerrechtlich. Recht und Gesetz. Gerichte und Gerichtsbeamten. Strafbare Handlungen und Strafarten. Strafprozess. Zivilprozess.(Dr. Wimmenauefh).

8. Kunstgeschichte(2 St.): Ueberblick über die Kunst der orientalischen Völker. Die Kunst der Griechen und Römer. Die Baukunst der Mauren. Die altchristliche, romanische und gotische Kunst. Die Kunstdenkmäler von Mainz und Umgebung.(Nauheimey).

9. Naturwissenschaftliche Haushaltungskunde bez. Haushaltungschemie(1 St.). Besprochen wurden: Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff, Elektrolyse, Allgemeines über Säuren, Basen und Salze; ferner Moor, Torf, Braunkohle, Steinkohle; Petroleum, Acetylen, Leucht- gas; Zellulose(Leinwand, Papier); Stärke, Stärkezucker, Rohrzucker: Verwesung, Fäulnis und Gärung(Fermente); Alkoholgärung(Wein, Bier, Spiritus), Essiggärung(Essig), Brotgärung(Brot); Genussmittel(Alkaloide). Glas. Legierungen. Geschirre. Brenn- materialien. Heizung. Beleuchtung.(Petersohn).

10. Hausarbeit(3 St.): Führung des Haushalts mit Einteilung der Bücher für Inventar, Wäsche und Wäscheschrank usw. Behandlung des Herdes und der Geschirre. Reinigen von Holz, Blech, Messing, Nickel, Kupfer und dergl. Das Reinhalten der Schlaf- und Wohnräume(dabei auch Auffrischen von Möbeln und Teppichen, Putzen von Lampen und Fenstern, allgemeiner Küchen- und Hausputz). Bügeln von Haus-, Tisch- und Bettwäsche, von Blusen und Röcken; Waschen und Bügeln von Buntwäsche(Decken, Laäufer), Spitzen und Bändern; Fleckenreinigung sowie Waschen, Bügeln und Aufmachen der Vorhänge.(Frauenarbeitschule).

11. Kochen(4 St.): Zubereitung aller in der gutbürgerlichen Küche vorkommenden Speisen im Anschluss an zuvor bekanntgegebene Rezepte. Einmachen von Fleisch, Obst und Gemüsen. Verwertung und Aufbewahrung von Resten. Kinder- und Krankenkost. Zusammenstellung und Berechnung von Mahlzeiten.

Dem Zubereiten der Speisen gingen jedesmal kurze Belehrungen über Herkunft, Nährwert und Preise der Nahrungsmittel voraus. Der Einkauf von Gemüsen und Obst wurde von den Schülerinnen unter Aufsicht einer Lehrerin abwechselnd besorgt.(Frauenarbeitsschule.)

12. Nadelarbeit(4 St.): Zuschneiden und Anfertigen einfacher Wäschegegenstände(Kissen- bezüge, Hemden, Hemdhosen, Beinkleider, Untertaillen usw.), Flicken und Stopfen. (Frauenarbeitsschule).

Hausaufgaben wurden zwar in der Regel gestellt, doch ihre Erledigung im allgemeinen dem Belieben der Frauenschülerinnen überlassen. Letztere, deren Zahl sich im Laufe des Berichts- jahres von 19 auf 24 erhöhte, waren teils Schülerinnen(10), teils Hospitantinnen(14). Die Alters- grenze bildete nach unten das 16., nach oben das 20. Lebensjahr. Von den Hospitantinnen nahmen 3 an sämtlichen(= 25) Unterrichtsstunden teil, die übrigen nach freier Wahl an den meisten oder nur an einigen; von den Schülerinnen beteiligten sich 7 an allen wahlfreien Fächern, während die drei übrigen zwar über die pflichtmässige Stundenzahl(= 16) hinausgingen, ohne jedoch die Höchstzahl zu erreichen. Bezüglich der Vorbildung der jungen Damen machte sich folgender Unterschied bemerkbar: 14 hatten die Höhere Mädchenschule oder eine dieser gleich- wertige Anstalt ganz durchlaufen; die übrigen 10, sämtlich Hospitantinnen, waren bereits auf einer früheren Altersstufe ausgetreten, zum Teil schon nach erfüllter Schulpflicht, und hatten sich nach- her noch mit Hilfe von Privatunterricht weiterzubilden gesucht. Am 21. Juni besuchten unsre Frauenschülerinnen unter der Leitung von Frl. Haerdle die Zuckerfabrik des Herrn Göbel. Der Geburtstag Ihrer Königlichen Hoheit der Grossherzogin gab Anlass zu einem Ausflug nach Frankfurt a. M., wo unter der Führung von Frl. Nauheimer verschiedene Sammlungen und ge- schichtlich merkwürdige Stätten besichtigt wurden.