Jahrgang 
1905
Einzelbild herunterladen

5

lichen Realschule zu Oppenheim als Oberlehrer angestellt wurde. Am 20. September desselben Jahres erfolgte seine Versetzung an die Höhere Mädchenschule und das Lehrerinnen-Seminar zu Mainz. Bereits im Frühjahr 1903 war ihm von der philosophischen Fakultät der Landesuniversität auf Grund einer wissenschaftlichen Arbeit aus dem Gebiete der Geographie der Doktortitel verliehen worden.

Dem Wunsche seiner geistlichen Behörde entsprechend übernahm zu Beginn des Winterhalb- jahres Herr Dr. Rainfurt, Subregens am hiesigen Priesterseminar, den bis dahin von Herrn Kaplan Boos erteilten Religionsunterricht. Für seine Bemühungen in ihrem Dienste wird letzterem die Schule stets zu Dank verpflichtet bleiben.

Dr. Adam Rainfurt, geboren zu Finthen am 11. Januar 1877, besuchte von Ostern 18861895 das Grossherzogliche Gymnasium zu Bensheim, worauf er sich naeh bestandener Reifeprüfung in dem Bischöflichen Priesterseminar zu Mainz dem Studium der Theologie widmete. Seit Ostern 1899 studierte er an der Hochschule zu Freiburg i. Br. klassische Philologie, wurde am 17. Februar 1903 zum Doktor der Philosophie promoviert und bestand am 31. März desselben Jahres in Karlsruhe die philologische Staatsprüfung. Nach Beendigung seiner Studien verwaltete er zunächst einige Monate die Pfarrei Laubenheim bei Mainz und war dann geraume Zeit zu Gonsenheim in der Seelsorge tätig. Mit Wirkung vom 1. März 1904 wurde er als Subregens an das hiesige Priesterseminar berufen; durch ministerielle Verfügung vom 6. August ward ihm der katholische Religionsunterricht an unsrer Schule übertragen.

An dem in der Zeit vom 10. Oktober bis zum 5. November in Darmstadt abgehaltenen Turn- kursus für Lehrerinnen beteiligten sich auf Anordnung der obersten Schulbehörde Fräulein Sophie Cahn und Fräulein Selma Wetter.

Einer Anregung der hiesigen Ortsgruppe des Schiller-Verbands deutscher Frauen folgend, veranstalteten wir am 12. November eine über den üblichen Umfang der Schulfestlichkeiten etwas hinausgehende Schillerfeier. Die Hauptprobe fand am 11. November statt. An beiden Abenden war der grosse Saal der Liedertafel, worin die Feier abgehalten wurde, so ziemlich ausverkauft. Der Veranstaltung lag folgendes Programm zu Grunde, aus dem auch die Namen der Mitwirkenden ersichtlich sind:

PNROGNAMM

Veranstaltungen der höheren Hlädchenschule und des Lehrerinnen⸗Seminars zu Ilainz

für den

O SCHILLENRABEND GG

im grossen Saale des Konzerthauses unter Leitung einiger Lehrkräfte der Anstalt.

Samstag, den 12. November 190 ½, abends 7 IUhr.

1. SchillersTeilung der Erde, Kom- 2. Prolog, verfasst von Fräulein Sophie position von J. Hay dn, bearbeitet von C. Walther, gesprochen von Paula Eichen- Kühnhold, vorgetragen von dem Schülerinnen- berg(S. III).

chor der Höheren Mädchenschule unter Leitung des Herrn J. Kempf. Klavier: Herr H. Schader.

3. Dichtkunst, verbindender Text, gesprochen von Else Wagner(la).

4. Vortrag einzelner Gedichte von Schiller: Soli: Marie Gassner(1b), Anneliese Gastell

(1p), Else Neugarfen(1b), Else Bet- a. Das Mädchen aus der Fremde. scher(1 b) Sopran; Margarete Klöckner Mma Müller(42),

(1 a), Gertrud Kunow(la), Klara Nover b. Der Schütze.

(Ia), Elisabeth Picker(1a) Alt. Anna Lahnstein(8b).