Jahrgang 
1904
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zukünftigen Beruf vorzubereiten. Nach bestandener Seminarprüfung fand er in Nierstein und Offenheim dienstliche Verwendung, bis er im Juni 1892 mit der Verwaltung einer Lehrerstelle an der Volksschule zu Mainz betraut wurde. Seine endgültige Anstellung daselbst erfolgte im Januar 1899. Im Herbste 1887 genügte er im IV. Grossherzogl. Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 118 zu Worms seiner Militärpflicht; daran reihten sich weitere Einberufungen in den Jahren 1891, 1893 und 1898. Durch Höchstes Dekret vom 6. Mai 1903 wurde er als definitiv angestellter Lehrer an die hiesige höhere Mädchenschule versetzt.

8. Martin Gleiser, geboren am 9. Juli 1872 zu Mainz, besuchte zunächst die Volksschule und dann von 1882 1888 die Realschule seiner Vaterstadt. Von 1888 1891 gehörte er dem Lehrer-Seminar zu Alzey an, worauf er von 1891 1894 als Schulverwalter an der Stadtknabenschule I zu Darmstadt verwandt wurde. Seiner Militär- pflicht genügte er im Herbst 1892 und wurde später noch zweimal eingezogen. Im Frühjahr 1893 bestand er die Definitorialprüfung. Von 1894 1901 verwaltete er eine Lehrerstelle an der Vorschule des hiesigen Gymnasiums und wurde dann an der hiesigen Volksschule definitiv angestellt. Hier war er zwei Jahre tätig, bis zu seinem Eintritt in den Lehrkörper der höheren Mädchenschule infolge Höchsten Dekrets vom 6. Mai 1903.

9. Wilhelmine Fleck, geboren zu Bingenheim am 28. Juli 1879, besuchte zuerst die höhere Mädchenschule zu Mainz und dann 1896 1897 die mit ihr verbundene zweite Seminarklasse. Alsdann trat sie in die erste Klasse des Lehrerinnen-Seminars zu Darmstadt ein, wo sie sich 1898 der Prüfung der Anwärterinnen für das Lehramt an höheren Mädchenschulen unterzog. Nach siebenmonatigem Aufenthalte zu Choisy-le-Roi bei Paris unterrichtete sie von Oktober 1900 an ein halbes Jahr lang an der Volksschule zu Mainz und alsdann zwei Jahre an der Volksschule zu Worms, bis durch Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums vom 18. April 1903 ihre Versetzung an die höhere Mädchenschule zu Mainz erfolgte.

10. Sophie Cahn, geboren am 18. November 1883 zu Mainz, besuchte von Herbst 1889 bis Ostern 1899 die hiesige höhere Mädchenschule und gehörte dann noch ein Jahr lang der damals mit ihr verbundenen untersten Seminarklasse als Schülerin an. Ostern 1900 trat sie in die zweite Klasse des Grossherzoglichen Lehrerinnen-Semipars zu Darmstadt ein und bestand dort zwei Jahre später die vorgeschriebene Entlassungsprüfung. Hierauf wohnte sie zwei Monate lang dem Unterrichte an der Mainzer höheren Mädchenschule als Hospitantin bei und verbrachte darnach ein halbes Jahr in England, um sich in der Sprache dieses Landes noch weiter auszubilden. Gleich nach ihrer Rückkehr nach Deutschland trat sie in ihre jetzige Stellung ein.(Verfügung vom 28. März 1903.)

Den Religionsunterricht in den ehemaligen Brecherschen Klassen(4 b, 5 b und 6 b) haben mit Genehmigung Grossherzoglichen Ministeriums vom 27. April die Herren Pfarrer Lic. theol. Grünewald, Kaplan Hoffmann und Lehrer Nussbaum beibehalten.

Als Hilfslehrerin für Handarbeitsunterricht fand Fräulein Margarete Meinhardt, seither in gleicher Eigenschaft am Brecherschen Institute tätig, mit Beginn des Schuljahrs an unsrer Anstalt Verwendung (Verfügung vom 12. Mai), während die bisherige Hilfslehrerin, Fräulein Elise Greifzu, von Grossherzog- licher Bürgermeisterei definitiv angestellt wurde.

Durch Allerhöchstes Dekret vom 4. April war Herr Oberlehrer Kraft schon während der Oster- ferien an das Grossherzogliche Gymnasium und die Realschule zu Worms versetzt worden. Da diese Anderung seiner Berufstätigkeit dem Wunsche des Genannten durchaus entsprach, so mussten wir bei der bescheidenen Abschiedsfeier, an der sich nur die Herren des Kollegiums beteiligten, ihm einerseits unsre Freude über dessen Erfüllung ausdrücken, andrerseits es jedoch bedauern, in ihm einen liebens- würdigen Kollegen zu verlieren, der sich auch die Anhänglichkeit seiner Schülerinnen während der kurzen Zeit seiner Wirksamkeit an unsrer Anstalt in hohem Grade zu erwerben verstanden hatte. An seine Stelle trat Herr Oberlehrer Reuter aus Alsfeld.

11. Jakob Reuter, geboren am 29. April 1874 zu Mainz, bestand Ostern 1892 am hiesigen Realgymnasium die Maturitätsprüfung, um sich alsdann auf der Grossherzoglichen Landesuniversität Giessen dem Studium der neueren Sprachen, des Deutschen und der Geschichte zu widmen. Ostern 1896 bestand er die Staatsprüfung, gehörte dann ein Jahr lang dem pädagogischen Seminar zu Darmstadt an, diente 1898 1899 in Mainz als Einjährig-Freiwilliger bei dem Fussartillerie-Regiment No. 3 und fand darauf an verschiedenen höheren Lehranstalten des Landes bald längere, bald kürzere Zeit Verwendung, bis er durch Allerhöchstes Dekret vom 1. April 1902 an der Grossherzog- lichen Realschule zu Alsfeld als Oberlehrer angestellt wurde. Seine Versetzung nach Mainz an die höhere Mädchen- schule erfolgte durch Allerhöchstes Dekret vom 30. März 1903.

Am 4. Mai beehrte Herr Ministerialrat Dr. Eisenhuth die Schule mit seinem Besuche und wohnte in den neu eingerichteten Parallelklassen einigen Unterrichtsstunden bei.

Der Schulausflug fand diesmal am 12. Mai statt. Seminar, Selekta und die beiden ersten Klassen fuhren mit der Bahn nach Jugenheim, von wo aus der Melibokus erstiegen wurde. In dem gastlichen