I. Kuratorium.
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. Oberbürgermeister Dr. H. Gassner, Vorsitzender. . Geh. Kommerzienrat St. K. Michel. . Professor Dr. J. Stigell. ,, J. Schlenger. . Direktor Dr. J. Keller, an dessen Stelle seit dem 16. Nov. 1894: Professor Dr. Friedrich Roemheld. Sitzungen fanden statt: am 7. Juni, „ 11. Oktober,. „ 10. November;
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1894.
„ 7. Januar, „„ 11. Januar, „ 4. Februar.
1895.
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II. Zur Geschichte der Schule.
Das Schuljahr 1894/95 nahm am 9. April 1894 seinen Anfang.
Durch Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums vom 4. April 1894 wurde dem bis dahin an der Vorschule des hiesigen Gymnasiums verwandten Heinrich Schader die provisorische Verwaltung einer Lehrerstelle an der höheren Mädchenschule übertragen; ihr bisheriger Inhaber, Lehramtsassessor Fritz Sommerlad, wurde gleichzeitig an die Realschule zu Friedberg berufen.
Heinrich Schader, geboren zu Bensheim am 5. September 1864, besuchte zu seiner Ausbildung die Präparandenschule zu Lindenfels und im Anschluss daran das Grossherzogliche Schullehrer-Seminar zu Bensheim. Vom 23. April 1884 bis zum 9. April 1894 war er an der Vorschule des Mainzer Gymnasiums als Schulver- walter thätig.
Am 20. Mai geleiteten der Direktor sowie mehrere Lehrer der Anstalt die sterbliche Hülle des zuletzt am hiesigen Realgymnasium verwandten Kollegen Dr. Leroy zur letzten Ruhestätte.
Durch Ministerialverfügungen vom 2. Mai und 5. Juni erhielten die Lehramtsaspirantinnen Bertha Gürke und Marie Cantor die Erlaubnis, bis zum Schlusse des Schuljahrs als Hospitantinnen dem Unterrichte beizuwohnen.
Beim festlichen Empfange der Allerhöchsten Herrschaften, die während der Zeit vom 14. bis 17. Juni unsere Stadt mit ihrer Anwesenheit beehrten, beteiligte sich die Anstalt an der von sämtlichen hiesigen Schulen ausgeführten Spalierbildung. Die tags darauf unternommene Festfahrt des Grossherzog- lichen Paares gab zum Aussetzen des Nachmittagsunterrichts Anlass
Am 28. Juni fand in der Anstalt die Wiederimpfung der im laufenden Jahre hierzu gesetzlich verpflichteten Schülerinnen statt, an die sich dann am 5. Juli die kreisärztliche Nachschau anschloss.
Vom 6. bis 20. Juli war Kollege Dr. Ledroit zu einer Landwehrübung einberufen.
Viermal musste im Juli wegen allzu grosser Hitze der Nachmittagsunterricht ausgesetzt werden.
Am 16. Juli wohnten die Herren Geh. Staatsrat Dr. von Knorr und Geh. Oberschulrat Soldan in mehreren Klassen dem ÜUnterrichte bei; der letztgenannte Herr beehrte ausserdem während des Schul- jahrs die Anstalt des öfteren mit seinem Besuche.
Den Zeichenunterricht in den Klassen la und 1 erteilt seit dem 1. Oktober Anton Pleyer, Lehrer an der hiesigen Kunstgewerbeschule. Seinem Vorgänger, Herrn Direktor Kübel, wurde bei dessen Aus- scheiden aus dem Lehrerkollegium in einem besonderen Schreiben seitens der Direktion der Dank der Schule


