I. Kuratoriunm.
1. Bürgermeister-Beigeordneter Dr. H. Gassner, Vorsitzender. 2. Geh. Kommerzienrat St. K. Michel.
3. Professor Dr. J. Stigell.
4.„ J. Schlenger.
5. Direktor Dr. J. Keller.
Sitzungen fanden statt: 1. am 9. Oktober 1893. 2.„ 13. Februar 1894.
II. Zur Geschichte der Schule.
Das Schuljahr 1893/94 begann am 10. April 1893.
Seit dem 5. April war Dr. Ledroit zu einer achtwöchigen Reserve-Offizier-Übung eingezogen; seine Vertretung übernahm der Lehrkörper.
Im Juni musste viermal, im Juli zweimal der Nachmittagsunterricht wegen der Hitze ausge- setzt werden.
Am 15. Juli trat Herr Lade einen Urlaub in das Ausland an; seine Vertretung übernahm der Lehrkörper.
Zufolge Allerhöchster Entschliessung ward die Lehrerin Rugenie Kratt durch Dekret Gross- herzoglichen Ministeriums vom 18. Juli und mit Wirkung vom 1. Juli definitiv angestellt.
Am 19. Juli erlag Franziska Schreyger, früher in Kl. 5a, ihren vielfältigen und schweren Leiden. Obwohl sie der Schule zuletzt nicht mehr angehörte, sondern wegen ihrer Krankheit vorher hatte austreten müssen, nahmen doch der Lehrkörper und ihre früheren Mitschülerinnen an ihrem Hingange den herzlichsten Anteil. In einem äusserst zarten und schwächlichen und von fortwährenden und schweren Krankheiten heimgesuchten Körper hatte sie sich eine Pflichttreue, eine Wissbegierde und eine Freund- lichkeit und Heiterkeit des Gemütes bewahrt, für die der Ausdruck„bewundernswert“ nicht zu stark ist.
Während der beiden ersten Wochen des Winterhalbjahres war der Zeichenlehrer Direktor Kübel noch durch seine in amtlichem Auftrage unternommene Reise zur Weltausstellung nach Chicago verhindert, seinen Unterricht zu erteilen.
Am 18. Oktober trat der provisorische Lehrer Kietz in das Pfarramt über. Den von ihm erteilten Religionsunterricht übernahmen zufolge einer Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums vom 14. Oktober mit Genehmigung Grossherzoglichen Oberkonsistoriums Pfarrer Dr. Bert zu Weisenau und Pfarrassistent Kissinger zu Mainz.
Lic. theol. Dr. phil. Georg Bert, geboren zu Nordheim am 28. Januar 1855, gebildet auf dem Gym- nasium zu Darmstadt, studierte in Giessen und Utrecht Theologie und bestand im Herbste 1876 die Fakul- tätsprüfung. 1876/77 gehörte er dem Predigerseminar zu Friedberg an und bestand daselbst die theologische
Schlussprüfung. 1878/79 genüũgte er seiner Aüilitirpf ichn. Hierauf war er Vikar in Butzbach, Pfarrverwalter in Hirschhorn und Oberpfarrer in Beerfelden.
Pfarramtsassistent Rudolf Kissinger, geboren zu Alsfeld am 30. Mai 1866, besuchte das Gymnasium zu Worms, genügte von 1885/86 seiner Militärpflicht und studierte alsdann auf den Hochschulen Giessen und Berlin. 1889 bestand er die theologische Fakultätsprüfung und 1890 nach dem Besuche des Predigersemi- nars zu Friedberg die Schlussprüfung. Er war als Tfarrassistem zu Alzey und als Verwalter der 2. lutheri- schen Pfarrei zu Gross-Umstadt thätig.


