des Schulhauses in der Steingasse. Man war wieder aut demselben Punkte angelangt, von dem man ausgegangen war.
Erst Ostern 1918 wurde mit Genehmigung des Ministeriums im Schulhaus der Oberreal- schule wieder eine räumliche Trennung der Parallelklassen aber diesmal von Sexta bis Untersekunda von den Klassen der Oberrealschule vorgenommen und Prof. A. Uebel wieder mit der Leitung der abgezweigten Klassen beauftragt. Nach Sicherung der materiellen Grundlagen durch die Stadt- verordnetenversammlung wurde die vollständige Abzweigung der Handelsrealschule Ostern 1919 durchgeführt, Prof. Uebel zum provisorischen Direktor und nach Genehmigung des von ihm aus- gearbeiteten Lehrplans am 1. August 1919 zum Direktor der neuen Anstalt ernannt. Das 1914 zur Verfügung gestellte Schulhaus, Steingasse é, konnte aber erst am 27. 10. 1919 wieder bezogen werden.
Unter der fatfkräftigen und sicheren Leitung des Herrn Oberstudiendirektors Prof. A. Uebel entwickelte sich die Handelsrealschule zu einer recht lebensfähigen Anstalt. Leider konnte der ver- diente Schulmann seiner von ihm gegründeten Anstalt nur wenige Jahre vorstehen. Am 1. 2. 1925 trat er auf Grund des§ 1 des Gesetzes über die Altfersgrenze usw. in den Ruhestand. Ober- studiendirektor Prof. Uebel wurde am 23. Juli 1858 in Dieburg geboren. Nachdem er im Jahre 1884 in Straßurg i. Els. das Staatsexamen abgelegt hatfte, wurde er an der Realschule zu Mainz zum Vorbereitungsdienst zugelassen. Sein Dienstantrift erfolgte am 1. Mai 1884. Seit dieser Zeit — also über 40 jJahre— wirkte Herr Oberstudiendirektor Uebel an Mainzer höheren Schulen. Während seiner Tätigkeit an der Oberrealschule hat er schon frühzeitig— einem allgemeinen Bedürfnis folgend— der späteren Handelsrealschule den Boden geebnet und die Handelsreal- schule aus der Oberrealschule heraus enfwickelt. Sechs Jahre hat Herr Direktor Uebel der Handels- realschule vorgestanden. Für alles, was er unserer jungen Schule durch seinen klugen Rat, durch sein Organisationstalent und sein großes Lehrgeschick gegeben, sagen wir ihm unseren herzlichsten Dank. Möge es ihm vergönnt sein, noch recht lange, bei voller Gesundheit, die Weiterentwicklung seines Werkes zu verfolgen.
Sein Nachfolger wurde der Studienrat an der Oberrealschule Dr. J. Kämmerer, der seinen Dienst am 11. Februar 1925 antrat.
Das verflossene Schuljahr 1925/26 begann am 20. April 1925. An Stelle der Herren Prof. Engel, Prof. Faustmann und Präöses Bescher übernahmen die Herren Prof. Upken, Stud.-Rat Reichert und Rektor Schlett den Religionsunterricht. Für den infolge Krankheit beurlaubten Herrn Prof. Upken erteilte vom 11. Mai 1925 ab Herr Lic. Pfarrassistent Euler und vom 15. Juni 1925 ab Herr Pfarramtskandidat Rau den evangelischen Religionsunterricht. Am 17. August 1925 konnte Herr Prof. Upken seinen Dienst wieder aufnehmen. Für Herrn Rektor Schlett übernahm mit dem 13. Oktfober 1925 Herr Kaplan Morschel von St. Quintin den kath. Religionsunterricht in den unteren Klassen. 1
Herr Ministerialrat Dr. Dorfeld beehrte die Anstalt am 3. September 1925 mit seinem Besuche und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei.
Der übliche Tagesausflug fand, von gutem Wetter begünstigt, am 17. Juni 1925 statt. Anläßlich der Jahrtausendfeier der Rheinlande machten sämtliche Klassen mit fast allen Lehrern eine gemeinsame Rheinfahrt auf dem von der Schule gemieteten Dampfer„Rheinlust“ bis nach St. Goarshausen, von wo die Lorelei erstiegen wurde. Das Schüler-Orchester unter Leitung des Herrn Stud.-Rat Dr. Bredel erhöhte die allgemeine Fröhlichkeit. Nach dem Abstieg brachte uns der Dampfer in schöner Bergfahrt gegen ½ 9 Uhr nach Mainz zurück. Klassenspaziergänge wurden am 6. Mai 1925 und am 1. März 1926 veranstaltet. Zur Ausübung des Wintersports fiel der
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