berg, Landau, Ludwigshafen, Mainz). Die Verpflegung erfolgte aus dem Rucksack, übernachtet wurde in der Jugendherberge zu Ramberg. Der Ausflug fand bei den Beteiligten großen Anklang und verlief zur größten Befriedigung aller.
Herr Studienrat Dr. Wolf von der Aufbauschule zu Alzey richtete auch in diesem Schuljahr mit einer Schülergruppe unseres Gymnasiums, die er aus seiner früheren Tätigkeit an unserer Anstalt kennt, eine Ferienwanderung vom 15. bis 26. Juli ein, die sich vom Hohenzollern zum Hohenstaufen und von da nach Dinkelsbühl und Rothenburg a. d. Tauber erstreckte. Durch diese erfreuliche Veranstaltung hat er sich er- neut den Dank der Schüler, ihrer Eltern und der Schule erworben. Auch für die Uberweisung wohlgelungener photographischer Aufnahmen von dieser Ferienfahrt sei ihm nochmals besonders verbindlichst gedankt.
Die übliche Wanderfahrt für rheinländische Schüler fand in der Zeit vom 31. Juli bis 31. August 1929 statt. Da die Zahl der Teilnehmer für die höheren Schulen von Mainz nur klein sein konnte, durften sich von unserer Anstalt nur zwei Primaner beteiligen; es waren dies der Oberprimaner Ludwig Lambinet und der Unterprimaner Josef Hembes. Unser Gymnasium sollte für diese Fahrt auch die Führung der rheinhessi- schen höheren Schüler stellen; Herr Prof. Kaus erklärte sich in dankenswerter Weise dazu bereit. Die Fahrt ging zunächst von Koblenz nach Berlin und von hier über folgende Stationen: Swindemünde, Zoppot, Danzig, Oliva, Elbing, Königsberg, Ostseebad Rauschen(12 Tage Aufenthalt), Cranz, Rositten, Angerburg, masurische Seen, Lötzen, Boyen, Nikolaiken, Rudczanny, Ortelsburg, Allenstein, Tannenberg-Denkmal, Marienwerder, Marienburg und von da über Berlin zurück nach Mainz. Auch an dieser Stelle wiederholen wir den Dank aller Beteiligten für das Gebotene.
Das Gymnasium gewann am 25. Mai 1929 mit den Schülern der Oberklassen Günster, Hornickel, Engel- berg, Löwenstein, Nehrbaß, Bruckmann, Meißel, Höfel, Hübner und Engel den Wanderpreis der Stadt Main⸗z in der Rheinstaffel für höhere Schulen trotz kürzesten Trainings und gegen schärfste Konkurrenz der Mainzer höheren Schulen und besonders des Verteidigers, der hiesigen Oberrealschule in der Schulstraße.
Der Mainzer Turnverein von 1817 hatte die Anstalt zu seinem großen Sportfest auf den 26. Mai 1929 eingeladen. Herr Studienrat Dr. Schmid übernahm bei dieser Gelegenheit die Vertretung der Schule.
Auf Einladung zu dem 1. nationalen Schowimmfest der Mainzer Schwimmgesellschaft„Undine“ 19083 am 18. August 1929 war als Vertreter der Anstalt Herr Studienrat Dr. Schmid bei der Festlichkeit anwesend, bei der Schülerregatta des Mainzer Rudervereins 13738 am 1. September Herr Studienrat Wittig, und am gleichen Sonntag bei den Veranstaltungen des 3. Mainzer Jugendhrafttags auf dem Sportplatz Fort Bingen Herr Studienrat Dr. Schmid.
Endlich vertrat Herr Studienrat Dr. Schmid unsere Schule auch bei der Eröffnung und Ubergabe des neuen städtischen Sportplatzes am Bruchweg(Bruchweg-Stadion).
Die Intendanz des Mainzer Stadttheaters hatte auch für diesen Winter für zehn Vorstellungen Ein- trittskarten zu ermäßigtem Preise für Schüler und Schülerinnen hiesiger höherer Lehranstalten ausgeben lassen („Schülermieten“). Fünfzig Schüler der Oberklassen unserer Anstalt ergriffen mit Freuden die Gelegenheit zu diesem vereinfachten Theaterbesuch. Die Intendanz hat sich damit den Dank der Schule, der Eltern und der Schüler erworben.
Für die„Künstlerhilfe Weihnachten 1929“ verkauften unsere Schüler 765 Lose und stellten sich durch diesen lobenswerten Eifer für eine gute Sache ein schönes Zeugnis ihrer hilfsbereiten Gesinnung aus.
Im festlich geschmückten Zeichensaal hielt unsere Unterprima eine kleine Weihnachtsfeier ab, zu der sie die Lehrer der Klasse eingeladen hatte. Darbietungen des Chores und Orchestes unter Leitung des Herrn Musiklehrers Sieben wechselten ab mit Vortrag von entsprechenden Gedichten. Die Stunden verliefen sehr stimmungsvoll. Der Direktor dankte im Namen der anwesenden Herren.
An die Eltern unserer Schüler und die Freunde des humanistischen Gymnasiums ließ der Mainzer Humanistenbund auf den 29. November 1929 Einladungen zu einem Melodramen- und Rezitationsabend in dem Festsaal der hiesigen Studienanstalt ergehen. Herr Dr. Leonhard Blaß und Frau Elsa Blaß-Rauschenbusch aus Berlin ließen durch ihre hervorragende Kunst die Anwesenden einen„Blick nach Griechenland“ tun und weckten bei allen Zuhörern verständnisvolle Begeisterung. Den größten Eindruck machte von den Darbie- tungen ohne Zweifel die Wiedergabe von„Hektors Bestattung“(Ilias XXIV) mit der begleitenden Musik von Botho Siegwart.
Ein zweiter Elternabend des Gymnasiums fand am 28. März 1930 im Festsaal der Studienanstalt statt. Auch bei dieser Gelegenheit hatte uns der Bund der Freunde des humanistischen Gymnasiums wirksam unterstützt. Der Direktor hielt die Begrüßungsansprache, unser Schülerorchester unter Leitung unseres Musiklehrers Herrn Sieben umrahmte die Darbietung mit einigen Musikstücken und ein früherer Lehrer unserer Anstalt, Herr Studienrat Dr. Hescher aus Darmstadt, hielt einen sehr ansprechenden und lehrreichen Lichtbildervortrag über„Sommertage in Griechenland“(Athen, Delphi, Mykenae, Tiryus, Epidanros). Reicher Beifall lohnte ihn für seine Ausführungen. Herr Landgerichtspräsident Dr. Nees dankte ihm im Namen des Vereins und des Gymnasiums.
Dem Vorsitzenden der hiesigen Ortsgruppe des Bundes der Freunde des humanistischen Gymnasiums, Herrn Landgerichtspräsidenten a. D. Dr. Nees, sei für sein Entgegenkommen auch in diesen Zeilen unser verbindlichster Dank gesagt.
Am 23. August besuchte der Superintendent der Provinz Rheinhessen, Herr Oberhirchenrat Zentgraf, unsere Anstalt und wohnte dem evangelischen Religionsunterricht in mehreren Klassen bei.
Eine Reifeprüfung für Nichtschüler(Herr stud. Karl Durst aus Armsheim) fand am 19. September 1929 statt.
Die ordentliche Reifeprüfung dieses Schuljahres wurde unter dem Vorsitz des zum Regierungsvertreter zrnanmten Direktors am 17. und 18. Februar 1930 abgehalten; vierunddreißig Abiturienten unterzogen sich ihr mit Erfolg.
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