Jahrgang 
1927
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Er hatte viele Jahre als israelitischer Religionslehrer dem Lehrkörper unseres Gymnasiums an- gehört und sich durch sein reiches Wissen die ungeteilte Hochschätzung und durch sein freund- liches Wesen die aufrichtige Verehrung bei Lehrern und Schülern erworben. Bei völliger Geistes- frische hat er ein mehr als biblisches Alter erreicht und wurde unter großer Teilnahme auf dem neuen israelitischen Friedhof beigesetzt. Bei der erhebenden Trauerfeier in der prächtigenNeuen Synagoge und der Schlussfeier auf dem Friedhof vertrat der unterzeichnete Direktor die Anstalt.

Der Landesjugendtag am 24. Juni konnte bei den Verhältnissen, wie sie in Mainz nun einmal vorliegen, nicht in einer gemeinsamen Feier sämtlicher Mainzer Schulen begangen werden. Das Gymnasium hielt daher seine Veranstaltung auf dem Drescher'schen Sportpſatz vor dem Gautor ab. Herr Prof. Dr. Kübel hielt dabei eine Ansprache, die auf die Bedeutung des Tages hinwies, und nahm die Verteilung der beiden Festgaben vor, der Jugendschriften Landesjugendtag 1926(Volk u. Vaterland 1. Bändchen) u.Der Brückenbauer 1926(1. Bänd- chen der Reihe), die die Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege im Volksstaate Hessen herausgegeben und in dankenswerter Weise überreicht hatte.

Zu belehrenden Zwecken besuchten die Schüler unseres Gymnasiums im Laufe des Schul- jahres folgende Veranstaltungen: Am 50. April 1926 besichtigten sämtliche Klassen die Hygie- nische Ausstellung derReichsgesundheitswoche in der Mainzer Stadthalle. Herr Prof. Dr. Kübel hielt dabei in den einzelnen Abteilungen erläuternde Vorträge, für die ihm auch hier unser Dank ausgesprochen sei.

Im Juni liess das Rote Kreuz in dankenswerter Weise für die oberen Klassen der Mainzer Schulen in den Schiller-Lichtspielen einen Lehrfilm laufen über die erste Hilte bei Unglüds- tällen. Kuch unseren Schülern war Gelegenheit geboten, am 10. Juni 1926 sich diese lehr- reiche Darbietung anzusehen.

Des weiteren besuchten die mittleren Klassen unserer Anstalt die Aquarien- und Terraricn-Ausstellung in der Palmenhalle des Stadtparks an den Vormittagen des 27. und 28. August 1926.

Unsere Oberprimen erhielten am 16. Februar 1927 unter Führung des Herrn Dr. von Jungenfeld einen Einblick in die Einrichtung und Arbeitsweise des Städtischen Gaswerks auf der Ingelheimer Au.

Für die Unterprimen und Obersekunden fand am 14. März 1927 ein Demonstrationsvortrag des Direktors des Naturgeschichtlichen Museums zu Mainz, Herrn Prof. Dr. Schmidtgen, statt über vorgeschichfliche Tierfährten von Mainz und Umgegend; wir sagen dem Herrn Vortragen- den für diese liebenswürdige Bereitwilligkeit auch an dieser Stelle unseren verbindlichsten Dank.

Am 29. März 1926 wohnten sämtliche Klassen im Laufe des Vormittags auf Einladung der Direktion der Städtischen Strassenbahn der Vorführung eines Verkchrs-Lechrfilms im Lichtbildsaale der Neutor-Volksschule bei. Auch hier sei der Veranstalterin für diese auf- schlussreiche Darbietung aufs beste gedankt.

Um die löbliche Sache der Ferienwanderungen hat sich Herr Studienassessor Dr. Wolt, z. Zt. an der Aufbauschule in Alzey wirkend, aus treuer Inhänglichkeit an unser Gymnasium auch im vergangenen Jahre wiederum sehr verdient gemacht. Schon für die Herbstferien 1924 hatte er als Mitglied unseres Lehrkörpers mit 0 Untertertianern eine etwas ausgedehnter angelegte Wanderung geleitet; sie führte durch den Odenwald nach dem Neckar, von da nach Miltenberg und Amorbach, durch den Spessart(Mespelbrunn) nach der Rhön(Kreuzberg, Wasserkuppe, Gläserberg) nach Bad Salzungen, Eisenach und die Wartburg. Seine Sommer- ferienwandecrung 1925 führte die Teilnehmer(Obertertianer) über den Hoherodskopf nach der Rhön, durch das Fuldatal zum Hohen Meissner, in das Werratal(Altendorf a. Werra), nach Hann.-Münden, Höxter, Corvey, Hameln, Detmold, durch den Teutoburger Wald nach Pader- born. Die Sommerfcerienwanderung des Berichtsjahres 1920, mit 12 Obertertianern und Untersekundanern unternommen, begann in Piorzheim(Baden), führte über Wildbach nach der Badener Höhe, Hornisgrinde, Zuflucht(Rossbühl) nach Freudenstadt, Hausach, Prechtaler Schanze und Rarlstein nach Triberg, musste hier aber wegen andauernd schlechter Witterung abgebrochen werden. In den Herbstfcerien 1926 wanderten wiederum 10 Obertertianer und

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