Jahrgang 
1925
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Mainzer Fussball- und Sportvereins 1905 ein Kinderdankfest der Mainzer Schulen angesetzt. Man wollte denAmerikanischen Menschenfreunden, die unter Führung derQuäker für deutsche unterernährte Schulkinder tägliche Schülerspeisungen(warmes, gehaltreiches Frühstück) einge- richtet hatten, den gebührenden Dank aussprechen. Etwa 4000 Schulkinder füllten den weiten Platz, allerhand Vorführungen sorgten für Zeitvertreib und Stimmung, auch die grosse Kapelle der Mainzer Schutzmannschaft bot ihr Bestes und die Ansprache des Herrn Bürgermeisters Dr. Ehrhard fand jubelnden Beifall. Am Schluss des Festes gab'sBuweschenkel zumAndenken. Auch unsereQuäker peteiligten sich an der Veranstaltung.

Die jährliche Gedenkfeier für die Gefallenen des Weltkrieges am 22. November 1924 musste der räumlichen Verhältnisse wegen auf einen engen Kreis von Schülern beschränkt werden. Die Gedächtnisansprache hatte der eine der Herren Religionslehrer, Herr Prof. Stempel, übernommen.

Am 26. November hatte Herr Oberstudienrat Prof. Dr. Schrohe die Güte, den Primanern unserer Anstalt im Physiksaal einen sehr aufschlussreichen zweistündigen Lichtbildervortrag zu halten, der einen Ueberblick über die Geschichte der Stadt Mainz zum Gegenstand hatte und allgemeinen und dankbaren Anklang fand. Wir verfehlen nicht, auch an dieser Stelle dem Herrn Vortragenden sowie Herrn Prof. Dr. Kübel, der den Projektionsapparat betreute, den herzlichsten Dank zu wiederholen.

Wo es galt, die Not der Mitmenschen zu lindern, wollten auch unsere Schüler nicht zurücktreten. Sie beteiligten sich nach Kräften an der Haussammlung, die das Rote Kreuz am 25. Oktober 1924 in Mainz veranstalten liess, und ebenso mit Eifer an dem Verkauf von Reichswohlfahrtsmarken(Opfer- woche der deutschen Nothilfe), der von den Mainzer Schülern im Januar 1925 vorgenommen wurde.

Allgemein begrüsst wurde, dass sich unser Schülerchor und Schülerorchester(etwa 30 junge Musikfreunde) unter Leitung des Herrn Reallehrers Sieben zweimal für die Beschaffung von Geld- mitteln für die Mainzer Kinderhilfe zur Verfügung stellten. Am Sonntag, dem 14. Dezember 1924 vormittags 11 Uhr veranstalteten sie im Mainzer Stadttheater zusammen mit Schülerinnen der Fürstenbergerhofschule(Singspiele und Tänze Leiter Herr Lehrer Dirigo) und der Turn- riege des Herrn Turnlehrers Kirsch ein Wohltätigkeitskonzert, bei dem auch Herr Prof. Dr. Lambinet als Solist einige Lieder vortrefflich zu Gehör brachte. Der grosse Zuschauerraum des Theaters war trotz anderer, zu gleicher Zeit in der Stadt gebotenen Veranstaltungen beinahe ausverkauft und der Ertrag für die Kinderhilfe recht ansehnlich. Die Vorführung fand solchen Beifall, dass sie am Sonntag, dem 4. Januar 1925, unter gleich erfreulichem Besuch wiederholt werden konnte. Allen, die zum Gelingen der gaten Sache beigetragen, insbesondere unserem unermüdlichen Gesanglehrer Herrn Sieben, Herrn Prof. Dr. Lambinet und dem Vorstand der Mainzer Kinder- hilfe, Herrn Stadtamtmann Tag, sei auch an dieser Stelle nochmals herzlicher Dank ausgesprochen.

Am 30. Januar 1925 peehrte Herr Ministerialrat Glückert die Anstalt mit seinem Besuche und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei.

Der unerwartete Tod des Herrn Reichspräsidenten Friedrich Ebert gab auch uns Gelegenheit, die Schüler auf die Bedeutung dieses beklagenswerten Ereignisses hinzuweisen und die Verdienste des Verstorbenen um das deutsche Volk gebührend zu würdigen. Unterricht sollte auf Anordnung des Gesamtministeriums am 5. März, dem Tage der Beisetzung in Heidelberg, nicht gehalten werden.

Die mündliche Reifeprüfung war für unsere beiden Oberprimen auf den 3. und 4. März fest- gesetzt. Am ersten Tage fand sie unter dem Vorsitz des Herrn Ministerialrats Glückert statt. Es bestanden 13 Schüler, 7 davon waren von der mündlichen Prüfung befreit. Die Reifeprüfung der OIz wurde unter dem Vorsitz des Herrn Oberstudienrats Prof. Dr. Schrohe abgehalten, da der Herr Regierungsvertreter in Darmstadt zurückgehalten und der Direktor tags zuvor an Grippe erkrankt war. Es bestanden ebenfalls 13 Schüler, 9 davon waren von der mündlichen Prüfung befreit.

Zur Förderung der körperlichen Ausbildung wurde von unserer Anstalt das Mögliche getan. Leider ist unsere Turnhalle ganz ungeeignet, der Schulhof zu klein. Zum Ersatz haben wir einen