Jahrgang 
1925
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humanen Direktor, den stets wohlwollenden Berater, den strengen, aber väterlichen Freund aus dem Amte scheiden. Die erfreuliche Tatsache, dass Herr Geh. Schulrat Dr. Helm sich noch einer unverminderten körperlichen und geistigen Rüstigkeit und Frische erfreut, berechtigt zu der Hoffnung, dass er noch recht viele Jahre hier in Mainz, wo er zunächst noch weiter zu wohnen gedenkt, sein wohlverdientes otium cum dignitate wird geniessen können. Dies ist der aufrichtige Wunsch aller, die ihm im Leben in- und ausserhalb der Schule nähergetreten sind.

Des weiteren wurde durch Entschliessung des Landesbildungsamts vom 10. April der Studienrat am Neuen Gymnasium Herr Professor Dr. Hugo Willenbücher mit Wirkung vom 16. April zum Oberstudienrat am Gymnasium und auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Mai an in den Ruhestand versetzt.

Seit dem Winterhalbjahr 1893, ein ganzes Menschenalter hindurch, wirkte Herr Pro- fessor Dr. Willenbücher höchst erfolgreich am Mainzer Gymnasium. Auch durch sein Ausscheiden verliert die Anstalt eine sehr schätzenswerte Kraft. Seine vertiefte, auf ausgedehnten philo- logischen und historischen Studien beruhende Kenntnis der antiken Literatur und Geschichte, insonderheit der römischen Kaisergeschichte, eine Kenntnis, von der er in einer Reihe aufschluss- reicher literarischer Arbeiten beredtes Zeugnis abgelegt hat, befähigte ihn in hervorragendem Masse dazu, das Altertum mit der Gegenwart zu verbinden und in lebendigem und fesselndem Unterricht den Primanern ein tiefes und überzeugtes Verständnis dafür beizubringen, wie sehr die Kultur der Gegenwart auf der des griechischen und römischen Altertums beruht. Seinen Schülern gegenüber war er von wahrhaft väterlichem Wohlwollen beseelt, er hatte sich trotz aller Mühen und Lasten des Lebens und Berufs ein frohes Herz bewahrt und ist im geistigen Verkehr mit der Jugend jung geblieben bis zum heutigen Tage. Die dankbare Anhänglichkeit und Verehrung aller ernstgerichteten Schüler folgt ihm über die Zeit seines amtlichen Wirkens hinaus. Möge ihm noch ein recht langer, heiterer und sorgenloser Lebensabend bei voller geistiger Rüstigkeit und körper- licher Gesundheit beschieden sein!

Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli und 19. Dezember 1923 wurde ebenfalls mit Wirkung vom 1. Mai in den Ruhestand versetzt der Studienrat am Gymnasium zu Mainz Herr Professor Dr. Alexander Hammesfahr.

Seit September 1883, über vierzig Jahre, hat Herr Kollege Hammesfahr seine hervor- ragende wissenschaftliche und erzieherische Kraft mit unermüdlichem Eifer der Bildung der Jugend an ein und derselben Anstalt gewidmet. Er verband bei einer ungewöhnlichen Beherrschung der modernen Fremdsprachen in glücklicher Weise eine ausgedehnte Kenntnis der deutschen, franzö- sischen und englischen klassischen Literatur mit der der antiken Völker und konnte so, nur in den oberen Klassen des Gymnasiums beschäftigt, auf literarisch-ästhetischem Gebiete ausserordentlich anregend und fruchtbringend wirken. Die frische, grosszügige und geistvolle Art seines Unterrichts wird allen, die in den langen Jahren seiner amtlichen Tätigkeit zu seinen Füssen gesessen, unver- gesslich sein und sie zu unvergänglichem Danke für alles Gebotene verpflichten. Gern hätten die Kollegen sich zu seiner Ehrung zu einer gemütlichen Abschiedsfeier um ihn gesammelt, seine Beschei- denheit lehnte leider dankend ab. Auch Herr Professor Dr. Hammesfahr ist noch in dem erfreulichen Besitze bester Gesundheit und Kraft. Wir sprechen daher auch an dieser Stelle den Wunsch aus, dass es ihm vergönnt sei, noch viele Jahre procul negotiis eines ungetrübten Lebens sich zu freuen.

Am 23. April wurde der Zeichenlehrer am Neuen Gymnasium zu Mainz Herr August Poths zum Zeichenlehrer an der Oberrealschule zu Mainz mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an, am 30. Juni der Studienrat am Gymnasium zu Mainz Herr Georg Dickenberger zum Stu- dienrat am Realgymnasium zu Mainz mit Wirkung vom 1. Mai an ernannt.

Herr Studienassessor Wilhelm Fritz, nach dem Ableben des Herrn Prof. Kinkel mit der Verwaltung einer Studienratstelle am seitherigen Neuen Gymnasium betraut, wurde in einer