Jahrgang 
1901
Einzelbild herunterladen

9

Reifeprüfung.

Die mündliche Reifeprüfung fand am 27. Juli 1901 unter dem Vorsitz des Herrn Ministerialrats Dr. Eisenhuth statt. Folgenden Oberprimanern wurde das Zeugnis der Reife erteilt:

1. Georg Appel aus Mainz(klass. Philologie).

2. Mathias Becker aus Ebersheim(Rechtswissenschaft). 3. Oskar Cordes aus Mainz(Rechtswissenschaft).

4. Fritz Herkner aus Frankfurt(Baufach).

. Oswald Menzel aus Lissa(Posen),(Heilkunde). Bernhard Mertens aus Nieder-Olm(kath. Theologie). . Oskar Nassauer aus Mainz(Chemie).

.Adolf Reinach aus Mainz(Rechtswissenschaft). Philipp Schmaus aus Ober-Olmer Forsthaus(Eisenbahnfach). 10. Joseph Schmitt aus Mainz(Rechtswissenschaft).

11. Heinrich Wolf aus Essenheim(Heilkunde).

0 90 1 S

IV. Zur Vorgeschichte des Herbst-Gymnasiums nach der Chronik und Akten des Oster-Gymnasiums.

Das ständige Anwachsen der Schülerzahl und die Unzuträglichkeiten, die aus der Unterbringung der Vor- schule und einiger unteren Klassen im alten Gebäude sich ergaben, hatten den Gedanken einer vollständigen Trennung der unter einer Direktion vereinigten Gymnasien allmählich reifen lassen. Im Dezember 1898 unterzogen Vertreter der Regierung und der Stadt Mainz das Gebäude des jetzigen Herbstgymnasiums einer Besichtigung mit dem Ergebnis, dass die erforderlichen Mittel aus dem Universitätsfonds bewilligt wurden, um die drei hinsicht- lich der Beleuchtungs- und Ventilationseinrichtungen ungünstigsten Lehrzimmer besser zu gestalten. Die in den Osterferien 1899 ausgeführten Herstellungsarbeiten erweckten die Ueberzeugung, dass auch mit geringen Mitteln es möglich sei, das alte Gebäude bis zur Herstellung des in absehbarer Zeit unbedingt notwendigen Neubaus zur Aufnahme eines Vollgymnasiums den gesundheitlichen Forderungen der heutigen Zeit einigermassen ent- sprechend einzurichten.

So erging denn am 5. Januar 1900 eine Verfügung Grossh. Ministeriums des Inhalts, dass die zur Zeit der Stadt Mainz für die landwirtschaftliche Winterschule und einige Volksschulklassen überlassenen Lehr- und Sammlungszimmer am 1. Oktober des Jahres als dem Zeitpunkte, wo die Vollendung des Feldbergschulhauses der Stadt ausreichenden Platz gewähren würde, geräumt sein müssten. In einer weiteren Verfügung vom 27. Februar teilt die Staatsregierung der Direktion des Gymnasiums mit, sie habe in der Sitzung der zweiten Kammer vom 21. Februar erklärt, dass der Frage eines Neubaus näher getreten werden solle, und empfiehlt, demnächst darüber eingehende Vorlage zu machen. Ein alsbald am 11. März abgeschickter Bericht der Direktion enthält eine kurze und gedrängte Übersicht über die Geschichte der Anstalt, soweit Akten und Programme darüber Aufschluss gewähren, und bespricht eingehend die Frage der Trennung und des Neubaus. Kurz darauf, am 17. März, berichtet die Chronik von einem Besuch des Herrn Ministerialrats Dr. Eisenhuth, wobei das alte und das neue Gymnasium besichtigt, die Frage des Umbaus des ersteren oder eines Neubaus genau erörtert und die baldige Möglichkeit der Trennuog in zwei Gymnasien überlegt wurde. Man war nach der Besichtigung über- zeugt, dass eine Trennung ganz bald durchführbar, ein Neubau baldmöglichst in Aussicht zu pehmen und sofort mit der Stadt Mainz deswegen in Unterhandlung zu treten sei. Am 23. März fand im Realgymnasium eine Zusammenkunft der Herren Ministerialrat Dr. Eisenhuth und Geheimer Oberschulrat Nodnagel mit dem Direktor des Gymnasiums, Herrn Geheimen Oberschulrat Weihrich statt, wozu auch Herr Oberbürgermeister Dr. Gassner geladen war. Bei dieser Gelegenheit legte unter anderem Herr Ministerialrat Dr. Eisenhuth die Absichten dar, welche die Regierung bezüglich eines Neubaus und der sofort zu bewerkstelligenden Trennung von Oster- und Herbstgymnasium habe. In zwei weiteren Berichten vom 30. März und 3. April setzte Herr Geheimer Oberschulrat Weihrich ausführlich die Massregeln auseinander, die bei der Trennung zu ergreifen wären, und machte allgemeine Vorschläge über die Einrichtung des zukünftigen Neubaus.