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Und namentlich du, deutsche Jugend, Deutschlands Zukunft und Hoffnung, sollst durch demütige Gottes- furcht, unentwegte Pflichterfüllung und warmherzige Begeisterung für die Ideale der Vaterlandsliebe dich würdig machen des teuren Vermächtnisses, das vor 25 Jahren geschaffen und heute deiner treuen Wachsamkeit anvertraut ist; behüte und bewahre es rein und ungeschmälert, dir selbst zur Ehr, dem Feinde zur Wehr, dem Vaterlande zum Segen!
„Schlummert sanft, ihr kühnen Streiter Von des Lorbeers Grün umweht! Euer Werk, wir führen'’s weiter, Bis ein mächt'’ger Bau entsteht: Stark von aussen, stark von innen, Mit der Freiheit hehren Zinnen; Ja, wir folgen eurer Spur! Deutsche Brüder, hört den Schwur!“ (M. Jhering.)
In diesem Sinne stimmet alle mit mir ein in den Segensspruch und Jubelgruss: Unser wiedererstandenes deutsches Vaterland, Kaiser und Reich, sie leben hoch, hoch, hoch!
V. Oeffentliche Prüfung..
Freitag den 7. August, vormittags von 8 Uhr an: Die Klassen VO, VIH, VH. IVH, IIIH; nachmittags„ 3„„ Die Vorschule. Samstag den 8. August, von 8—10 Uhr: Die Klassen IIIaO, IIIaf. Hierauf die Verteilung der Zeugnisse.
VI. Mitteilungen an das Elternhaus.
Die Ziele, welche Elternhaus und Schule der Jugend gegenüber erstreben, sind genau dieselben; die Mittel freilich, welche beide zur Erreichung dieser Ziele benützen, können nicht in allen vorkommenden Fällen die gleiche Uebereinstimmung zeigen, da die Schule selbst bei möglichst weitgehender individueller Behandlung doch immer mit Massen zu thun und die Gesamtheit zu berücksichtigen hat. Dieser Umstand wird von manchen Eltern nicht immer beachtet und dann tritt leider hie und da der Fall ein, dass das zu gedeihlichem Zusammenwirken unbedingt erforderliche Vertrauen auf jener Seite gestört wird. Eine Folge dieser Störung sind nun jene Massnahmen, welche„ein gerechter Vater“,„ein Freund der Jugend“,„eine empörte Mutter“ entweder in der Form eines namenlosen Briefes oder eines„Eingesandt“ in einem der hiesigen Tagesblätter glaubt anwenden zu müssen, um gewisse Anordnungen der Schule zu tadeln oder rückgängig zu machen. In allen verständigen Kreisen ist man wohl darüber klar, wie namenlose Briefe zu beurteilen und zu behandeln sind; der Zweck dieser Zeilen geht nun dahin, darauf aufmerksam zu machen, dass die„Eingesandt“ der Zeitungen in den meisten Fällen nicht höher einzuschätzen sind. Beide Massregeln beeinträchtigen die Ziele des Hauses und der Schule sehr schwer und zudem verfehlen sie ganz den Zweck, den sie haben sollen. In fast allen Fällen liegen Anordnungen zu Grunde, die eine aussergewöhnliche Veranlassung haben und die deshalb um so dringender eine persönliche Aussprache zwischen Eltern und Lehrer erheischen; statt dessen wird jene ganz vereinzelte Anordnung verallgemeinert, die„Empörung“ macht sich Luft zu Hause, im„Eingesandt“ oder im namenlosen Brief. Es soll hier ausgesprochen werden, dass aus vorerwähntem Grunde der Einsender oder der Briefschreiber in fast allen Fällen von der Schule mit einer an Gewissheit streifenden Sicherheit bezeichnet werden kann. Trotzdem ist aber die Schule verhindert, die Aufklärung zu geben, die Alles verständlich machen und zur wahren Förderung der Jugend dienen würde. Deshalb also bitten wir im wohlverstandenen Interesse der Jugend um das rückalt- lose Vertrauen, das so sehr nötig ist und sicherlich auch nie getäuscht werden wird. Zur Erleichterung der per- sönlichen Aussprache ist im Programm ein Verzeichnis der Wohnungen sämtlicher Lehrer enthalten.
Die Beschlüsse, welche die Lehrerkonferenz bezüglich der Versetzungen gefasst hat, können von uns nicht abgeändert werden; diese Beschlüsse gründen sich auf die reifliche Prüfung der Leistungen und der Kräfte eines


