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gedeiht und ihre Bestimmung erfüllt.“ Hiermit ist denn auch zugleich begründet, wie sehr Sie zum Segen der Anstalt und wie sehr diese lhnen, Herr Kollege, für Ihre beinahe 30 jähr. Thätigkeit zu Dank verpflichtet ist, welches auch von der vorgesetzten Behörde gebührend anerkannt worden ist.
So können Sie, Herr Professor, mit Befriedi- gung auf Ihre erfolgreiche Wirksamkeit zurück- blicken und sich des Segens freuen, den Sie im Schulamte gestiftet haben, und hierzu wird Ihnen das wohlverdiente otium cum dignitate Gelegenheit bieten. Mögen Sie dasselbe recht lange im Kreise Ihrer werten Familie in sorgen- loser Lebenslage, und in angenehmer Beschäftigung verleben und geniessen, und die Ihnen von jetzt an gebotene Musse wird gewiss einen heilsamen Einfluss auf Ihr körperliches Befinden äussern, welches in der letzten Zeit manches zu wünschen übrig liess, und das gewiss nicht ohne Ein- wirkung auf Ihren Entschluss, aus dem Schul- amte zu scheiden, geblieben ist.
Ich schliesse mit dem aufrichtigen Wunsche, dass Sie, verehrter Herr Professor, sich einer dauernden guten Gesundheit in Ihrem Ruhe- stand erfreuen und alle Verhältnisse für Sie und Ihre Familie sichso gestalten mögen, wie sie Ihren Wünschen entsprechen werden.
Mit Genehmigung Ihrer von Ihnen gewünschten Pensionierung, geehrter Herr Professor, wurde Ihnen dieselbe ehrenvolle Auszeichnung zu teil, welche zweien Ihrer älteren Kollegen bei deren 50jähr. Dienstjubiläum verliehen wurde. Se. Maj. der Kaiser und König Wilhelm II. haben allergnädigst geruht, Ihnen für Ihre langjährige, treue und erfolgreiche Wirksamkeit im öffent- lichen höheren Schuldienste Dank und Aner- kennung auszusprechen und Ihnen den roten Adlerorden IV. Klasse verliehen. Im Auftrage des Kuratoriums überbringe ich Ihnen, ver- ehrter Herr Professor, diese für die Lebrer an den höheren Lehranstalten als Zeichen wohl- verdienter Anerkennung üblich gewordene Aus- zeichnung mit dem Wunsche des Kuratoriums, dass Sie Sich noch recht lange derselben freuen mögen. Eigentümliche Umstände haben es ver- hindert, dass ich Ihnen in dieser Stunde mit der Uebergabe der hohen Auszeichnung nicht auch eine freudige Ueberraschung bereiten konnte. Nun, ich denke, wenn auch letztere für den heutigen Tag nicht mehr eintreten konnte, so haben Sie, verehrter Herr Professor, die Freude um so früher gehabt. Immerhin bleibt mir der
ebenso ehrenvolle als angenehme Auftrag, Ihnen Herr Kollege, den von allen hohen und höchsten Schulbehörden Ihnen huldreichst verliehenen Orden zu übergeben und anzuheften.
Hierauf betrat Herr Professor Dute den Ka- theder und dankte allen und für alles in be- wegten Worten; sodann richtete er zum Abschied noch einige Ermahnungen an die Schüler,
Sie möchten sich, sagte er, stets die Gebote Gottes vor Augen halten, die würden der beste Leitstern sein auf ihrem späterem Lebenswege. Vor allem sollten sie stets ehrlich und wahrhaft bleiben, selbst dann, wenn die Wahrheitsliebe ihnen äusseren Nachteil brächte.
Sie sollten das Vaterland von ganzem Herzen lieb behalten, stets treu zu Kaiser und Reich stehen und unser nach so langem Sehnen end- lich geeinigtes Deutschland, wenn sie erwachsen wären, mit Gut und Blut gegen jeden Feind verteidigen,
Zum Schluss sprach er den Wunsch aus, dass die Anstalt noch lange blühen und gedeihen möge, und dass viele Männer aus ihr hervor- gehen möchten, die ihrer Vaterstadt zur Ebre gereichten und ihren Mitmenschen zum Segen.
Im Namen des Lehrerkollegiums rief Herr Oberlehrer Dr. Schäfer dem scheidenden Kol- legen herzliche Worte des Abschiedes zu. Er gab die Versicherung, dass man seiner nie ver- gessen werde und brachte man ihn zu dem wohlverdienten otium cum dignitate die auf- wehtigston Glückwünsche des Lehrerkollegiums
ar.
Hierauf sprach ein Schüler der ersten Klasse im Namen aller Schüler den schuldigen Dank dieser gegen ihren scheidenden Lehrer für den genossenen Unterricht und die ihnen gewidmete Zeit und Mühe aus, woran er die herzlichsten Wünsche für ferneres Wohlergehen anschloss.
Das Kuratorium des Realprogymnasiums (Realschule) bestand wie seit dem 1. April 1894 aus:
1) dem Herrn Oberbürgermeister Schüler, Vorsitzendem,
2) dem Herrn Sattlermeister Döring, Mit- glied des Stadtrats,
3) dem Herrn Landgerichtsrat Gleim, Mit- glied des städtischen Bürger-Ausschusses,
4) dem Herrn Pfarrer Scheffer, Vertreter der evangelischen Kirche und
5) dem Unterzeichneten.
In dem Lehrerkollegium trat durch die
oben erwähnte Pensionierung der beiden Herren


