Jahrgang 
1896
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geworden. Ein Exemplar wurde der Schüler- Bibliothek einverleibt, die beiden anderen wurden nach Beschluss des Lehrerkollegiums dem Sekun- daner Opderbeck und dem Obertertianer Waldhelm übergeben. Zugleich kamen auch an die obersten Schüler der drei oberen Klassen drei Festreden zur Verteilung, welche General v. Mieschke bei der Enthüllung des Denkmals des Kaisers Friedrich, das zum Andenken an den unter seinem Befehl erfochtenen Sieg bei Wörth in der Nähe dieser Stadt errichtet worden ist, gehalten, und die S. Excellenz der Herr Unterrichtsminister Bosse huldreichst übersandt hatte. Mit der bei Ueber- reichung der genannten ehrendem Geschenke gehaltenen Ansprache war auch die Vorlesung dieser Festrede, sowie die der Proklamation zu Versailles verbunden.

Am 27. Januar, als dem hocherfreulicheu Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II., fand eine öffent- liche Feier des festlichen Tages in der An stalt statt. Nach dem Gesang des L.iedes 362 V. 1 u. 2, sowie nach Verlesung des Psalms 34 und nach einem Gebet wechselten Deklamation und Gesang patriotischer Lieder und Gedichte miteinandar ab. Die Festrede hielt Herr Ober- lehrer Hölzerkopf, in welcher er die Bestre- bungen schilderte, mit denen die preussischen Könige dieses Jahrhunderts den Wohlstand und die Wohlfahrt ihrer Unterthanen so erfolgreich förderten.

Die diesjährige Turnfahrt fand am 12. Juni statt. Die II. reiste mit dem Unter- zeichneten mit dem Frühzuge nach C(assel, Station Wilhelmshöhe. und durchwan- derte die Aue; sodann ging man nach Cassel, besah die interessanten Bauten, besuchte das Museum und die Bildergallerie und fuhr nach Wilhelmshöhe. Hier erfreute man sich an den herrlichen Anlagen, welche Natur und Kunst hervorgebracht, sah die Wasser springen und bestieg den Herkules, welcher eine herrliche Aussicht bot. Auf dem Rückwege wurde die Löwenburg eingehend besichtigt; ins- besondere fesselte die Rüstkammer die Schüler recht lange. Leider hatte dieser Aufenthalt zur Folge, dass der Abendzug nach Marburg nicht mehr erreicht werden konnte. So war man dann genötigt den Nachtzug zu benutzen, wodurch denn allerdings eine recht lange Turnfahrt entstand.

Die Klassen III A und IIIB besuchten mit Be- nutzung der Eisenbahn unter Führung der Herrn

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Oberlehrer Böhmelund Pfarrer Schindewolf den Lahnhof.

Die Klassen IV. und V. machten unter Leitung der Herrn Oberlehrer Dr. Schäfer und Höl- zerkopf den Weg nach dem Christenberg grösstenteils zu Fuss.

Die VlI. ging mit den Herrn Professor Dute und Turnlehrer Schneider nach dem Staufen- berg und reiste mit der Bahn von Lollar zurück.

Bei der gegenwärtigen viellach in Bürger- kreisen besprochenen Erweiterung der Real- schule zu einer Oberrealschule event. Realgymnasium dürfte es angezeigt sein, an die Mitteilung der, der Realschule zu- stehenden Berechtigungen auch diejenigen aufzuführen, welche sich Schüler mit dem Be- stehen der Reife-Prüfung an der Oberreal- schule bezw. am Realgymnasium erwerben.

Nach dem Allerhöchsten Erlass vom 1. Dezbr. 1891 verleiht die lateinlose Realschule folgende Berechtigungen:

A) Das Reifezeugnis, welches nach Ab- schluss der Unter-Sekunda erworben wird, berechtigt

1. zum einjährig-freiwilligen Heeresdienste;

2. zum Subalterndienste: a) in der Eisenbahnverwaltung, b) in der Provinzialverwaltung. c) in der Berg-, Hütten- und Salinen- verwaltung, d) im Justizdienst;

3. zum Besuche der landwirtschaftlichen Hoch- schulen;

4. zum Besuche der höheren Gartenbauschule zu Riehl;

5. zum Besuche der Königlichen Gärtner- lehranstalt bei Potsdam, wenn zugleich die Kenntnisse im Lateinischen bis Quarta einschl. nachgewiesen werden;

6. zum Besuche der Königlichen Hochschule für bildende Künste und für Musik;

7. zur Apothekerlaufbahn, wenn zugleich die

Kenntnisse im Lateinischen bis Unter- Sekunda des Realgymnasiums nachgewiesen werden. B) Das Zeugnis für Ober-Tertia be rechtigt zum Besuche der Lehranstalt für Obst- und Weinbau in Geisenheim.

C) Das Zeugnis für Unter-Tertia be- rechtigt