Jahrgang 
1896
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Anerkennung wird aber nicht mit dem heutigen Tage verhallen, sondern sie ist in der Geschichte der Anstalt niedergelegt, und in den Herzen Ihrer zahlreichen Schüler wird Ihr Wirken stets in dankbarer Erinnerung bleiben. Hierzu wird insbesondere auch beitragen, dass Sie am Wochenschluss die Perikope des kommenden Sonntags im evangelischen Sinne erklärten und als erfahrener Lehrer auf die Verhältnisse der Schüler anzuwenden meisterhaft verstanden. Und so dürfen wir hoffen, dass die Ausle- gung der Evangelien, verbunden mit eindring- lichen Ermahnungen und Warnungen in den jugendlichen Herzen der Schüler einen tiefen und bleibenden Eindruck gemacht haben werden, der in der Stunde der Versuchung, von denen kein Mensch verschont bleibt, es dem Jüngling ermöglichen wird, das Gute und Rechte zu er- kennen, zu wählen und zu thun.

Und da Beispiele beredter sind als Worte, so war es von wesentlichem Einfluss auf die Jugend, dass zwischen Ihren Worten und Werken die vollkommenste Uebereinstimmung bestand und besteht.

Noch muss ich mir erlauben, hier anzu- führen, dass mir nicht bekannt ist, dass in den 28 Jahren, welche Sie an der meiner Leitung anvertrauten Anstalt wirkten, eine Meinungsverschiedenheit über die amtlichen Anforderungen an die Lehrer zwischen uns be stand, und für die mir daduch gewordene Er- leichterung meines Amtes sage ich Ihnen ver- ehrter Herr, meinen verbindlichsten Dank.

Wenn nun auch diese Uebereinstimmung unserer beiderseitigen Ansichten über Amts- pflichten, sowie über Erziehung und Unterricht von jetzt an nicht mehr in amtlichen Verhältnissen zum Ausdruck kommen werden, so werden aber, wie ich hoffe, unsere freundschaftlichen Verhaltnisse keine Verminderung noch Unter- prechung erleiden.

Nach dieser kurzen und einfachen Darlegung Ihres Lebens und Wirkens im Schulamte werden alle, denen beides bekannt geworden ist, der Ansicht sein, dass selten ein Lehrer und Be- amter mit gleicher Würdigkeit, sowohl nach der Dauer als nach der pflichtgemässen Erfül- lung seines schwierigen Amtes in den Ruhe- stand getreten ist. Um so berechtigter sind die Wünsche, dass Ihr otium cum dignitate ein ebenso angenehmes sein werde, wie es ein wohlverdientes ist.

Nach Ihrer eignen amtlichen Angabe, mein verehrter Herr Kollege, ist es aber nicht lhre

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Absicht, selbst nach 55 jähriger, angestrengter Thätigkeit nunmehr der geistigen Arbeit zu entsagen. Eine solche Lebensweise, die dem dolce far niente gleichen würde, könnte Ihren Absichten und Wünschen nicht ent- sprechen. Daher haben Sie sich in Ihrem Ab- schiedsgesuch dahin ausgesprochen, Ihre künf- tige freie Zeit, wie Sie es schon länger in Ihren Mussestunden gethan, dem Dienste in den Werken christlicher Liebe ganz zur Verfügung zu stellen. Insbesondere werden Sie Zeit und Kraft den beiden Wohlthätigkeitsanstalten für Kinder widmen und somit auch fernerhin mit der Jugend in Verbindung bleiben und ihr nützen. Und wir können hoffen, ja erwarten, dass auch diese Ihre fernere Wirksamkeit eine reichgeseg- nete sein wird.

Gestatten Sie mir noch als langjähriger Freund und Kollege bei lhrem Scheiden aus dem gemeinsamen langjährigen Wirkungskreise in meinem und im Namen der Anstalt noch den innigen Wunsch auszusprechen, dass in Ihren ferneren Lebensjahren alle Verhältnisse sich so gestalten mögen, dass durch Gottes Gnade Alles in Erfüllung gehe, was Sie für diese Zeit gewünscht und gehofft haben. Ius- besondere mögen Sie auch fernerhin noch lange im Verein mit der sorgsamen Gattin an lhren Kindern und der selten grossen Zahl Ihrer Enkel recht viel Freude erleben; ist doch diese Freude die edelste Gabe des himmlischen Vaters für Eltern im Alter. Das walte der gnädige Gott!

Hierauf sprach Herr Döring namens des Kuratoriums die grosse Anerkennung und den besten Dank dieser Behörde für die von dem Herrn Oberlehrer Leimbach der Stadt Mar- burg in so selten langer Zeit und in so selten reichem Masse durch die Bildung und Er- ziehung der männlichen Jugend erwiesenen Dienste aus, deren Andenken wie seither, so auch noch lange Zeit in dem Herzen seiner sehr zahlreichen Schüler fortleben werde.

Herr Döring übergab sodann dem Herrn Oberlehrer Leimbach im Namen des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums als Mitglied des Kuratoriums den von Sr. Excellenz dem Herrn Minister der geistl. Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten gnädig verliehenen Kronenorden dritter Klasse und übermittelte die von den hohen und höchsten Behörden in huldreicher Weise ausgesprochene Anerkennung seiner im Schulamte dem Staate geleisteten treuen Dienste. Er wünschte dem nunmehr doppelt Dekorierten Herr Leimbach hatte