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steht nun auch zu hoffen, dass die Erreichung des Endzieles der Realschule nicht nur— voraus- gesetzt bei nicht mangelndem Fleiss— von den meisten Schülern, sondern wohl auch in der vorge- schriebenen Kursusdauer erreicht werden wird. So würde sich denn die bei der Umwand- lung der Anstalt gehegte Hoffnung erfüllen. Das Kuratorium bestand in diesem Jahre, wie im vorigen, aus: 1) dem Herrn Oberbürgermeister Schüler, Vorsitzender,
2) dem Herrn Sattlermeister Döring, Ver- treter des Stadtrats,
3) dem Herrn Landgerichtsrat Gleim, Ver- treter des Bürger-Ausschusses.
4) dem Herrn Pfarrer Scheffer, Vertreter der evangelischen Kirche und
5) dem unterzeichneten Direktor.
Nachdem viele Jahre hindurch in dem Lehrerkollegium gar keine Veränderungen eingetreten sind, scheint mit dem verflossenen Jahre nunmehr eine Zeit der Veränderung ge- kommen zu sein. So schied am Ende des Sommersemesters Herr Oberlehrer Leimbach aus seiner Stelle, in welcher er mit dem unter- zeichneten Direktor seit der Reorganisation im Jahre 1867 in treuer Gemeinschaft und mit grossem Segen gewirkt hatte. In der letzten Stunde des Sommersemesters, in welcher sich auch die Angehörigen des scheidenden Ober- lehrers eingefunden hatten, erlaubte sich der Unterzeichnete folgende Worte an den langjährigen Freund und Kollegen in Gegen- wart des Vertreters des Kuratoriums, Herrn Stadtratsmitglied Döring, aller Lehrer und Schüler zu richten:
Hochgeehrte Anwesende, liebe Schüler!
Am Schlusse des Semesters steht uns noch ein Ereigniss bevor, das uns innig berührt und für uns und für die Anstalt zu den seltenen zu zählen ist. Seit dem Jahre 1838, dein Grün- dungsjahr der Realschule, ist keiner der vielen Lehrer, welche in dieser langen Zeil von beinahe 60 Jahren an der Anstalt wirkten, in Pension gegange, und somit sind Sie, verehrter Herr Kollege und Freund. der erste Pensionär unserer Schule. Sie treten aber erst in den Ruhe- stand, nachdem Sie schon vor 5 Jahren Ihr 50 jähriges Amtsjubiläum feierten. Wenn nun ein solchesfreudigeskreignis schonzu den Seltenheiten gehört, so ist es gewiss unter diesen gleichfalls selten, dass der Jubilar noch volle 5 Jahre in voller Kraft in einem Amte thätig bleibt, das die grössten Forderungen an seinen Inhaber
stellt und mehr Anstrengungen von ihm verlangt, als es in vielen anderen Berufen der Fall ist. Von diesen Mühen zu sprechen, hatte ich die angenehme Pflicht am Tage Ihres 50 jährigen Jubiläums. Es war mir damals auch ein Be- dürfnis zu schildern, was Sie, Herr Oberlehrer, unserer Anstalt 34 Jahre gewesen sind und wie segensreich Sie an derselben gewirkt. Seitdem haben Sie noch weitere 5 Jahre in gleich grossem Eifer und gleich grossem Erfolg gearbeitet. So haben Sie die damals genannte selten hohe Zahl von Korrekturen schriftl. Schülerarbeiten noch um eine entsprechend grosse Anzahl vermehrt ohne es im geringsten an der früheren seltenen Sorgfalt, welche alle ihre Arbeiten auszeichneten mangeln zu lassen. Wäre von ihnen eine Er- mässigung der amtlichen Ansprüche begehrt worden, so würde gewiss diesem Wunsche gern entsprochen Worden sein. So scheiden Sie, ver- ehrter Herr Kollege, aus dem Amte unter fest- gehaltener voller Thätigkeit und zwar in einem Lebensjahre, welches in der Mitte steht zwischen 70 und dem Jahre, welches erreicht wird, wenn das Leben des Menschen hoch kommt. Gewiss eine Seltenheit! Nicht unerwähnt kann zu dieser Stunde und an dieser Stelle bleiben dass bei Ihrem Jubiläum die vorgesetzten Be- hörden sich in der anerkennendsten Weise über Ihre Berufstreue und Berufsfreudigkeit, sowie über die hieraus folgende segensreiche Wirk- samkeit aussprachen. Auch des Kaisers Majestät hat Sie, verehrter Herr Oberlehrer, damals in ehrender Weise dekoriert.
Es ist mir auch jetzt eine grosse Freude,
hier anführen zu können, dass auch der heutige lag, der letzte Ihrer amtlichen Wirksamkeit, den resp. Behörden nicht unbemerkt ge- plieben ist.
Wegen der bedeutenden Lehrkraft, welche Sie, verehrter Herr Oberlehrer, für die Schule waren, ist diese Ihnen zu grossem Dank ver- pflichtet, den hier auszusprechen mir eine gern erfüllte Pflicht und grosse Freude ist.
Denn wenn wir bei einem Rückblick auf die Entwickelung der Anstalt finden, dass diese rasch eine solche Frequenz erreicht und be- halten hat, dass sie zu den besuchtesten Real- lehranstalten der Monarchie zählt, und dass unsere zahlreichen Abiturienten die Reife- prüfung stets bestanden haben, so fühle ich mich berechtigt und verpflichtet, bei Ihrem Weggang von der Schule auszusprechen, dass Ihnen ein Hauptanteil an diesen grossen Er- folgen zuzuschreiben ist. Diese wohlverdiente


