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genommen. b) Die Bibelkunde des A. und N. Testaments wurde repetiert. c) Wieder- holung der memorierten Kirchenlieder Nr. 2. 9. 32. 50. 54. 58. 60. 78. 80. 88. 101. 116. 127.(150 Kernlieder), der Psalmen 1. 6. 23. 90. 103 und der fünf Hauptstückte. d) Die Haupt- epochen der Kirchengeschichte nebst Mitteilung über das kirchliche Leben der Gegenwart, innere und äussere Mission, Gustav-Adolf-Verein, Bibelgesellschaften, Sekten, kirchliche Verfassung).— 2 Stunden wöchentlich. Schindewolf.
Einen integrirenden Teil des Religionsunterrichts bildet auch die jeden Sonnabend um 412 als Wochenschluss des Unterrichts mit allen evangelischen Schülern abgehaltene Andacht (Hora), in welcher die Perikopen gelesen, kurz erklärt und einer christlichen Andacht zu Grunde gelegt werden; hierdurch wird zugleich auf den Fortgang des Kirchenjahres stets hingewiesen.
Für den Religionsunterricht der wenigen katholischen und israelitischen Schüler wird scitens der hiesigen resp. Religionsgemeinden gesorgt.
Deutsch:
a) Leltüre: Umfangreichere Gedichte Schillers, die bis dahin noch nicht vorge- kommen, als: Der Taucher, der Kampf mit dem Drachen, der Gang nach dem Eisen- hammer, das Siegesfest, Kassandra, Klage der Ceres, das eleusische Fest, das Lied von der Glocke.— Von folgenden Werken wird zu Anfang des Schuljahres eine Auswahl getroffen: Schillers W. Tell, Jungfrau von Orleans, Wallenstein; Goethes Hermann und Dorothea, Götz von Berlichingen, Baänge aus Reinecke Fuchs; Lessings Minna von Barnhelm, Nathan der Weise; Herders„Cid“(einige Romanzen); Chamissos„Salas y. Gomez“; Körners Zriny; einige Gesänge aus Voss'„Luise“.(NB. Die Werke werden an einem Abend wöchent- lich unter des Lehrers Anleitung privatim gelesen; im letzten Schuljahre die 5 erstgenannten.) — b) MWitteilungen über Poetiſt und Skilistik werden an die Lektüre angeschlossen, besonders die Hauptdichtungsarten. Auch das Leben der hervorragendsten Dichter(Schiller, Goethe, Herder, Lessing, Klopstock, Körner, Rückert, Uhland u. a.) wird den Schülern vorgeführt und die Stellung derselben in der Literaturgeschichte bekannt gemacht.— c) Grammatilc: Wiederholungen nach Bedürfnis des Unterrichts im Anschluss an die Besprechung der korrig. Aufsätze. Gelegentliche Uebungen im Analysieren von Sätzen im Anschluss an ein geeig- netes Lesestück.— d) Logische Uebungen: Uebungen im Definieren und Disponieren.— e) Aufsätze: Inhaltsangabe grösserer Abschnitte aus der Lektüre; ebenso im Anschluss an die Lektüre Charakterschilderun en, Themata geschichtlichen und naturhistorischen Inhalts, sowie leichtere Abhandlungen. Aueh werden den Schülern die nötigsten Belehrungen über die äusseren Formen bei Eingaben an die Behörden erteilt.) Alle 3 Wochen einen Aufsatz (in jedem Semester eine Conclavarbeit) zur häuslichen Korrektur.— Lesebuch für Tertia und Sekunda von Hopf und Paulsiek.
Im Schuljahre 1886/87 sind folgende Themata bearbeitet worden:
a. Sommersemester.
Unter-Sekunda: Ein jährlich wiederkehrender Krieg und Sieg: ein Schreiben, in welchem der Schreiber als Augenzeuge die Erstürmung der Baskille in Paris den 14. Juli 1789 erzählt, bezw. ein Brief aus Wittenberg, datiert vom 1. Novbr. 1517; Gedankengang in Schillers Taucher; die Vorgeschichte zu Schillers W. Tell; Tells Haus und seine Bewohner; Charakteristik des Grafen von Limburg nach Uhlands gleichnamigem Gedichte.(Extem- poral-Aufsatz.)
Ober-Sekunda: Frühling und Jugend. Welche Erinnerungen erweckt in uns die Wartburg? Charakteristik des Konigs in Schillers„Taucher“. Mit welchen Gründen ver- teidigt Rudenz in Schillers W. Tell(II. 1.) seine Anhänglichkeit an Oesterreich? Die Stammgäste des Gasthauses„zum goldenen Löwen“ nach Goethes„Hermann und Dorothea“ (Klassenarbeit.)


