Jahrgang 
1927
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alles mit den einfachſten Me⸗teln geſchaffen. Am Abend des 8. Dez. fand auf dieſer Bühne das Spiel ſtatt, das Schüler und Schülerinnen ſelbſt ausgeſucht und mit großer Hin⸗ gabe eingeübt hatten. Kein Weihnachtsſpiel wie in den letzten Jahren, ſondern aus der Zeit fernſter Ahnen, Erinnerung an unſer germaniſches Julfeſt, das Winter-SonnwendſpielBal⸗ dur von Fahrenkrog. Doch auch hier das Sehnen nach Erlöſung, ein ſchweres tiefes Grübeln und Ringen, auch hier Licht ins Dunkel, eine Wende der Zeiten. Man bekommt ſelten ſolche Dichtungen zu ſehen und zu hören, und die zahlreichen Zuſchauer waren tief er⸗ griffen und dankbar. Probleme und Geſtalten von großer Kraft und Tiefe entſtanden vor ihnen. Es war erſtaunlich, wie den jugendlichen Spielern und Spielerinnen die Bewältigung der ſchwierigen Dichtung mit ihrer großen Anforderung an Darſtellungs- und Sprechkunſt gelang. Das war nur dadurch möglich, daß alle ganz bei der Sache waren, auch die Spieler der ſogenannten Nebenrollen und die Darſteller des Volkes. Eine anmutige Ab⸗ wechslung der ernſten Handlung bildete ein entzückender Kinderreigen. Muſikſtücke von Grieg (Morgenſtimmung) und Händel(1. Satz der 3. Sonate f⸗dur) vor und zwiſchen den beiden Akten wurden von Genzmer Ol u. Heyer UI OR gut vorgetragen und trugen ſehr zur Stimmung bei. Die Aufführung fand ſolchen Beifall, daß ſie, wieder vor vollbeſetztem Saal, am 13. Dez. wiederholt werden mußte.

Die Weihnachtsandacht hielt Studienrat Schüler. Chor und Orcheſter wirkten mit.

Am 7. Januar wurde Oberſtudienrat Walther Koch, bisher Direktor der Staatlichen Aufbauſchule in Homberg a/Efze, vom Direktor in ſein Amt eingeführt.

Am Sonntag, 23. Januar, beteiligten ſich die einheimiſchen Schüler an einem Lampion zug, der von den Jugendgruppen des V. D. A. als Vorbereitung für eine Werbewoche ver⸗ anſtaltet wurde. Unſer Blasorcheſter ſtellte die Muſik für den Zug.

Vom 31. Januar bis 8. Februar wohnte Lector Olaf Oydgard aus Hornnes(Nor⸗ wegen) mit Erlaubnis des Miniſters dem deutſchen und franzöſiſchen Unterricht bei.

In der Nacht zum 12. Febr. wurde in die Dienſträume des Direktors eingebrochen. Dem Dieb fiel eine Summe von rund 66 M. in die Hände, die geſammelt war zur Be⸗ zahlung der Gedenktafel für die gefallenen Schüler. Der Hausmeiſter erwachte von dem Geräuſch, verſuchte den Einbrecher zu ſtellen, wurde aber von ihm verletzt, ſo daß der Dieb

entkommen konnte. Der 17. Februar vereinte die Primen und Sekunden zu einer ſchlichten Peſtalozzifeier,

bei der Oberſtudienrat Koch über Peſtalozzis Leben und Werke ſprach.

Bei der von der Stadt veranſtalteten Peſtalozzifeier in der Aula der Univerſität ſang ein aus Schülern aller Marburger Schulen zuſammengeſtellter Chor, deſſen Kern unſere Schüler bildeten, unter Begleitung unſeres Schulorcheſters, das durch einige Gymnaſiaſten verſtärkt war, unter Leitung des Obermuſiklehrers der Anſtalt Müller die beiden Chöre: Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn aus dem Meſſias von Händel undDie Himmel erzählen die Ehre Gottes aus der Schöpfung von Haydn.

Studienrat Dr. Stier war vom 14.19. März zur Teilnahme an einem naturwiſſen⸗ ſchaftlichen Lehrgang an der Oberrealſchule Il in Kaſſel beurlaubt.

Am 26. März wurde des Todestages Beethovens in einer beſonderen Feier gedacht. Die Feier nahm folgenden Verlauf:

1. Gott iſt mein Lied. Gemiſchter Chor. 2. Anſprache.(Abiturient Genzmer). 3. Das Heiligenſtädter Teſtament.(Lachmund UI OR.) 4. Heilge Nacht(Andante aus der Sonate Op. 57) gem. Chor. 5. Romanze G-Dur für Violine u. Klavier.(Heyer und Paul U! OR). 6. Gedicht.(Schwalm O Il OR.) 7. Die Himmel rühmen, gem. Chor u. Orcheſter.