Jahrgang 
1915
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Dr. Weber, Anton Johannes(Hans), geb. am 7. Januar 1876 zu Hochelheim, Kreis Wetalar, bestand Ostern 1895 die Reifeprüfung am Gymnasium zu Gießen. Er studierte Geschichte, Philosophie und Alte Sprachen, promovierte in Berlin am 31. Oktober 1900 und bestand am 27. Juli 1901 die Prüfung für das höhere Lehramt. Seiner Dienstpflicht genügte er als Einjährig-Freiwilliger vom 1. Oktober 1901 bis ebendahin 1902 in Coblenz und wurde am 19. Oktober 1905 zum Leutnant der Reserve befördert. Sein Seminarjahr leistete er am Kgl. Gymnasium zu Strasburg in Westpr. ab und wurde dort am 1. Oktober 1904 zum Oberlehrer ernannt. Ein Jahr darauf wurde er an das Kgl. Gymnasium zu Graudenz versetzt, von wo er nun am 1. April 1914 nach Marburg übernommen wurde.

Veröffentlichungen: 1. Der Kampf zwischen Papst Innocenz IV. und Kaiser Friedrich II. bis zur Flucht des Papstes nach Lyon.(Erschien in den Historischen Forschungen als Heft 20). 2. Staats- bürgerliche Erziehung am Gymnasium; Abhandlung zum Jahresbericht des Kgl. Gymnasiums Graudenz, Ostern 1911.

Im 2. Vierteljahre wurde der wiss. Hilfslehrer Paul, bis dahin an der Oberreal- schule zu Wiesbaden, der Anstalt überwiesen und trat seinen Dienst am 24. August 1914 an.

Der wiss. Hilfslehrer Weidmann blieb während des ganzen Schuljahres an die Rektoratschule zu Treysa beurlaubt. Dort wurde er zum 1. April 1915 zum Oberlehrer gewählt.

Herr Kraus beendete am 30. September 1914 sein pädagogisches Probejahr und wurde der Anstalt zu weiterer Beschäftigung als wiss. Hilfslehrer überwiesen.

Die Oberlehrer Dr. Burhenne und Martin wurden am 7. Juli zu Professoren er- nannt und erhielten den Rang der Raàte IV. Klasse.

Herr Direktor Dr. Knabe wurde wahrend seines Erholungsurlaubes vom 16. Mai bis 13. Juni durch den rangältesten Oberlehrer vertreten.

Der Gesundheitszustand von Lehrern wie Schülern war während des ganzen Jahres gut, nur mußte Herr Oberlehrer Dr. Schrötter im 2. Vierteljahnr wegen Erkrankung an Keuchhusten auf mehrere Wochen vertreten werden. Nach Neujahr 1915 fehlte eine An- zahl von Schülern infolge von Scharlach.

Am 22. April wurde eine würdige Düppelgedenkfeier in der 6. Stunde veranstaltet. Die Ansprache hielt Herr Direktor Dr. Knabe. Das Streichquartett trug den historischen Düppeler Sturmmarsch von Piefke vor.

Am 20. Mai fielen die 3 ersten Unterrichtsstunden wegen des Prinz Heinrich- Fluges aus. Die Flugzeuge mußten auf den Wiesen neben der Gasanstalt Meldungen abwerfen und waren daher ausgezeichnet zu sehen.

Am 16. und 17. Juni fanden die Klassenausflüge statt, 2tägig nur für UI RG und OI OR. Es wurden aufgesucht von OIl OR: der Spessart; von OI RG: Heidelberg; von UI OR: die Waldecker Talsperre und Wildungen; von UI RG: der Reinhardswald; von OIl OR: das untere Lahntal, Ems, Braubach, Coblenz; von OIll ROG: Friedberg, Capersburg, Nauheim; von Ull OR: Balduinstein und Nassau; von UIl RG: der FHerzberg im Knüll; von OIll OR: die Waldecker Talsperre; von OIII RG: Cassel, Wilhelmshöhe; von UIlI OR: Wetzlar, Braunfels, Weilburg; von UIII RG: die Waldecker Talsperre; von IVA: Arnsburg, Münzenberg; von IVB: Wetalar, Braunfels, Weilburg; von VA: der Staufenberg bei Lollar; von VB: die Lahnquelle; von VIA: der Frauenberg und von VIB: der Elisabethbrunnen.

Wegen großser Hitze fielen am 2. und 3. Juli die beiden letzten Unterrichtsstunden aus, am 13. und 15. Juli die letzte Stunde.

So verlief das 1. Vierteljahr im gewohnten Geleise und niemand ahnte bei Beginn der Sommerferien, am 17. Juli, daß schon nach 14 Tagen das Unwetter des Weltkrieges losbrechen würde.