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wegen Nerven-Überreizung bis zu den Herbstferien, dann bis zum 1. Dezember und ferner, da ein Versuch den Unterricht wieder aufzunehmen missglückte, bis zu Ende des Schuljahres in Urlaub gehen. Vom 17. Oktober an sah sich auch Herr Oberlehrer Schürmann gezwungen, wegen Nervosität bis zum 27. Januar dem Unterrichte fern zu bleiben. Ausserdem fehlten wegen Er- krankung oder wegen einer Erkrankung in der Familie die Herren Oberlehrer Dr. Schmidt (5 Tage), Dr. Madert(7 Tage), Schneider(4 Tage), Oberlehrer Schürmann(3 Tage), Möller(6 Tage), Dr. Nedden(4 Tage), Pfarrer Metz(6 Tage) und einige andere Herren auf 1 oder 2 Tage.
Somit trat die Pflicht der Vertretung sehr häufig an das Lehrerkollegium heran, das übrigens an keinem Tage des Schuljahres vollständig vertreten war. Für die grösseren Ver- tretungen war es glücklicher Weise stets möglich, besondere Vertreter zu bekommen. Vom 7. April bis zum 19. Juli wirkte zur Vertretung an der Anstalt der wissenschaftliche Hilfslehrer und Privatdozent an der hiesigen Universität, Herr Dr. Jung, vom 19. August bis 4. Oktober übernahmen einige Vertretungsstunden ausser dem Lehrer an der Oberrealschule Herrn Möller die Herren Hauptlehrer der Vorschule Herrmann, Vorschullehrer Noll, Bürgerschullehrer Funk II und Becker. Vom 1. Oktober an wurde der Anstalt noch zur Vollendung seines Probejahres unter Beauftragung mit einer wissenschaftlichen Hilfslehrerstelle Herr Dr. Nedden überwiesen.
Nedden, Rudolf, geb. am 9. April 1875 zu Hamm in Westtfalen, evangelischer Konfession, bestand die Reife- prüfung zu Ostern 1894 auf dem Gymnasium zu Laubach und studierte in Marburg und Leipzig Philologie. Er wurde 1899 zum Dr. phil. promoviert und bestand 1900 das Staatsexamen. Von Ostern 1901 bis 1902 war er dem Kgl. Gymnasium zu Wiesbaden zur Ableistung des Seminarjahres, von da bis Herbst 1902 dem Gymna- sium i. E. zu Oberlahnstein und dann der Oberrealschule zu Marburg zur Ableistung des Probejahres überwiesen.
Da er mit dem 1. April 1903 eine Oberlehrerstelle am Realgymnasium zu Duisburg übernimmt, so begleiten ihn in seine neue Laufbahn unser Dank für seine gewissenhafte, treue Tätigkeit an unserer Anstalt und unsere besten Wünsche. Endlich wurde unserer Anstalt noch vom 4. Oktober an Herr Bürgerschullehrer Wickenhöfer zur Vertretung zugewiesen. Auch Herrn Kaplan Böschen sei bei seiner Versetzung nach Hanau der beste Dank für sein treues Wirken ausgesprochen.
Am 16. Juli beehrte die Oberrealschule der Direktor des Königl. Provinzial-Schul- kollegiums, Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat DDr. Lahmeyer aus Cassel, zwecks einer Inspektion mit seinem Besuche. Mit ministerieller Erlaubnis besuchte einige Unterrichts- stunden der englische Kollege Herr A. M. Moore, der dann den Schülern der oberen Klassen eine englische Vorlesung hielt.
An der XXVII. Versammlung des Vereins der Lehrer an höheren Unterrichtsanstalten nahmen am 7. Mai zu Geisenheim die Herren Professor Böhmel, Oberlehrer Nau, Oberlehrer Hauck und der Bexrichterstatter teil.
Die Gesundheit der Schüler liess ebenfalls ziemlich viel zu wünschen übrig. Wenn auch nur ein kleinerer Teil von ihnen von den im Winterhalbjahre in Marburg arg herrschenden Masern befallen war, so mussten doch viele, besonders wegen Erkältungskrankheiten, kürzere oder längere Zeit den Unterricht aussetzen, manche wurden auch von recht schweren Er- krankungen heimgesucht. Am 3. August entriss der Tod nach kurzer, heftiger Krankheit seinen Eltern und der Anstalt einen braven Schüler, Albert Sonnemann aus VB.


