Jahrgang 
1903
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III. Schulgeschichte.

Das Schuljahr begann am Montag, dem 7. April, mit der Aufnahmeprüfung und endet am 4. April. Es wurden in die Anstalt aufgenommen am Anfange des Schuljahres 91 Schüler, im Laufe des ganzen Jahres 106, darunter 68 für die Sexta. Unterbrechungen traten ein durch die Pfingstferien vom 17. bis 27. Mai, die Sommerferien vom 19. Juli bis 19. August, die Herbstferien vom 4. bis 17. Oktober und die Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis zum 7. Januar 1903.

In dem Bestande des Kuratoriums sind keine Veränderungen eingetreten.

In das Lehrerkollegium traten mit Beginn des Schuljahres ein: Herr Oberlehrer Wallenfels als Ersatz für den ausgeschiedenen Herrn Oberlehrer Pohl, ferner wegen der Teilung der Klassen Untertertia, Quinta und Sexta als wissenschaftliche Hilfslehrer die Herren cand. prob. Dr. Madert und Martin, sowie Herr Lehrer MöIler.

Wallenfels, Hermann, geb. am 29. Januar 1871, ev. Konf., besuchte das Gymnasium zu Wiesbaden, studierte zu Leipzig, Berlin und Marburg Geschichte und neuere Sprachen, bestand 1895 die philologische Staatsprüfung, leistete dann am Gymnasium zu Wiesbaden das Seminar- und am dortigen Realgymnasium das Probejahr ab, war 1896 1899 in England als Hauslehrer tätig, dann als Hilfslehrer in Marburg und Frankfurt, wurde Ostern 1900 als Oberlehrer am Realgymnasium in Dortmund angestellt und siedelte Ostern 1902 nach Marburg über.

Madert, August, geb. am 14. Juni 1876 zu Bückeburg, katholischer Konfession, besuchte das fürstliche Gymnasium Adolfinum zu Bückeburg und das Königl. Gymnasium zu Marburg, studierte in Marburg neuere Sprachen, promovierte im Jahre 1899 und bestand 1900 das Examen pro facultate docendi. Von Ostern 1901 bis Ostern 1902 war er dem Goethe-Gymnasium zu Frankfurt a. M. zur Ableistung des Seminarjahres, von da bis Ostern 1903 der Oberrealschule zu Marburg zur Ableistung des Probejahres überwiesen.

Martin, Ernst, geb. 8. Juli 1873 zu Homberg(Kr. Homberg), evangelischer Konfession, besuchte die Gymnasien zu Bunzlau in Schlesien und Eisleben, studierte in Marburg, Berlin und Strassburg deutsche Philo- logie und Geschichte, genügte 1. April 1898/99 seiner militärischen Dienstpflicht in Torgau und bestand Februar 1901 das philologische Staatsexamen. Zur Ableistung des Seminarjahres wurde er Ostern 1901 dem Königl. Gymnasium zu Wiesbaden, zur Ableistung des Probejahres Ostern 1902 der Oberrealschule zu Marburg überwiesen.

Möller, Heinrich, geb. am 16. September 1871, evangelischer Konfession, besuchte die Präparanden- anstalt und das Seminar zu Homberg a. d. Efze, bestand 1892 die erste Lehrerprüfung, war zuerst tätig als Lehrer in Allendorf, Kr. Hersfeld, dann in Wasenberg, Kr. Ziegenhain, bestand 1894 die zweite Lehrerprüfung, wurde Ostern 1895 Lehrer an der Mädchenbürgerschule zu Marburg und Ostern 1902 der Oberrealschule dahier

überwiesen. Leider wurde auch in diesem Jahre der Gang des Unterrichts vielfach durch Krank-

heiten gestört. Für das Entgegenkommen des K. Provinzial-Schulkollegiums, des Kuratoriums und des Stadtschulinspektors, Herrn Direktors der höheren Mädchenschule Dr. Seehaussen, sowie die bereitwillige Gewährung der Mittel zu den zahlreich erforderlichen Vertretungen seitens der städtischen Behörden habe ich auch dies Jahr den verbindlichsten Dank abzustatten. Zunächst musste noch Herr Lehrer Schneider bis zum 1. Juni weiter beurlaubt werden. Dann übernahm er wieder seinen Unterricht und führte ihn mit grosser Willenskraft bis zum 19. Juli durch. Leider brachten ihm die Sommerferien nicht die gehoffte Heilung, sodass er zu unserem grossem Bedauern erst bis zu den Herbstferien, dann bis zu Weihnachten, ferner bis zum 1. März und endlich noch weiter beurlaubt werden musste. Vom 2. Juni bis zum 19. Juli musste Herr wissenschaftlicher Hilfslehrer Martin wegen einer militärischen Übung seinen Dienst versäumen. Vom 20. September an musste Herr Oberlehrer Dr. Schäfer