nach einem Unterrichtsraum für biologischen Unterricht; vorbereitet ist die Sache dadurch, daß uns vom botanischen Institut der Universität durch die Güte des Herrn Prof. Dr. Claussen und die Förderung durch den Universitätskurator Herrn Geheimrat Dr. v. Hülsen 21 für unsere Zwecke noch vollwertige Mikroskope überwiesen wurden.
Von der Behörde wurden Schulfeiern angeordnet: zum Gedächtnis für den berühmten Göttinger Mathematiker, der auch mit Marburg Verbindung hatte, Friedrich Gauß, für den 2. Mai; die Rede hielt Herr Studienrat Luckey; die Festrede bei der Hindenburg-Feier am 27. September hielt Studienrat Strippel. Am 30. März fand eine von Herrn Studienrat Dr. Wysk geleitete Dürer-Gedächtnis-Feier statt.
Mit Genehmigung des Herrn Ministers besuchte den Unterricht am Gymnasium im September Herr Dr. Deutsch aus Siebenbürgen.
Am 14. XI. revidierte Herr Landespfarrer Generalsuperintendent D. Dettmering aus Kassel den evangelischen Religionsunterricht und vereinigte zum Schluß die evangelischen Schüler des Gymnasiums, dessen Schüler er einst selbst gewesen war, zu einer Ansprache in der Aula.
Eine für die Gesundhbeit unserer Schüler sehr wichtige, seit Jahren geplante, aber wegen technischer Schwierigkeiten nicht durchgeführte Einrichtung ließ sich endlich nach den Sommerferien vom 5. September 1927 ab durchführen: ein Milchausschank. Die Milch wird frisch in luftdicht verschlossenen Flaschen tiefgekühlt in die Schule gebracht und durch Stroh- halm von den Schülern getrunken; im Sommer machte bis zur Hälfte der Schüler Gebrauch von der Einrichtung, im Winter gegen ⅛.
Auch in diesem Jahre fand eine Weihnachtsauffübrung der größeren Schüler für die kleineren und ihre Geschwister statt; die Vorbereitung lag in den Händen von Herrn Willgerodt und Hering, die aber leider kurz vor der Aufführung selbst erkrankten. Da übernahmen unsere Oberprimaner selbst die Leitung, die ausgezeichnet gelang. Besondere Anerkennung verdienen van Bürck und Bornhäuser.
Die Reifeprüfung begann am 20. XII. 1927 mit der praktischen Turnprüfung. Am 20. und 21. Februar 1928 fand unter dem Vorsitz des Direktors die mündliche Prüfung statt, der am 29. 2. die Entlassung der Bestandenen folgte. Ein Oberprimaner, der zur Prüfung zugelassen war, erkrankte so schwer, daß er erst nach Ostern an die Ablegung der Prüfung denken kann. Von den 36 Oberprimanern bestanden schließlich 33. Durch die Güte der Herren Geheimrat Dr. Birt und Professor Dr. Hamann, die eine Anzahl ihrer Werke dazu geschenkt hatten, konnten 13 Abiturienten Prämien verliehen werden.
VII. Erlasse und Verfügungen.
1. Der Herr Minister hat die Veröffentlichung folgenden Erlasses vom 3. November 1927 angeordnet:
Am 1. Mai 1928 werden in die staatlichen Pädagogischen Akademien je 50 Studenten neu aufgenommen, und zwar in Elbing und Kiel zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer und lehrerinnen, in Bonn zur Ausbildung katholischer Volksschullehrer und in Frankfurt a. M. von Volksschullehrern und Jehrerinnen.
Der Bildungsgang ist zweijährig. Studiengebühren werden nicht erhoben. Unter gewissen Voraussetzungen können Studienbeihilfen gewährt werden. Internate sind mit den Akademien nicht verbunden. Arbeitspläne sind bei den Sekretariaten der Pädagogischen Akademien erhältlich. Das Aufnahmegesuch ist bis spätestens zum 15. März 1928 an eine der Pädagogischen Akademien zu richten.
Der Meldung sind beizufügen:
1. Ein Lebenslauf,
2. eine beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses einer neunstufigen höheren Lehr- anstalt oder eine Bescheinigung des Anstaltleiters über die bestandene Reifeprüfung oder über das voraussichtliche Bestehen derselben,
ein Gesundheitszeugnis eines zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Arztes, 4. ein amtlicher Ausweis über die Staatsangehörigkeit.
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