14
Dank der Energie des Hochbauamtes konnten die Arbeiten so beschleunigt werden, daß die Hauptsache in den um 14 Tage verlängerten großen Ferien erledigt wurde. So traten wir ins Wintersemester hinein mit ausgezeichnet funktionierender Zentralheizung, deren Segen wir alle dankbar genossen.
Durch die vielen Mauerdurchbrüche war eine gründliche Ausbesserung von Klassen, Fluren und Treppen notwendig geworden, in die auch die Aula einbezogen werden konnte, als der Herr Minister hierfür mit Rücksicht auf das bevorstehende 400 jährige Jubiläum der Schule die Mittel bewilligte.
Das Philippinum ist Herrn Baurat Lütke zu tiefstem Dank dafür verpflichtet, daß das Notwendige auch schön wurde. In ihr Jubiläumsjahr tritt die Schule nunmehr in würdigem Gewand. Hoffentlich wird es in der nächsten Zeit möglich sein, auch die diesmal nicht mit bedachten Räume entsprechend auszugestalten.
Durch den Kreisarzt, Herrn Geheimrat Dr. Hildebrandt, wurde besonders der hygienische Fortschritt anerkannt.
Was uns nun noch fehlt, ist hauptsächlich eine gründliche Erneuerung der Turnhalle.
Der Dezernent der Schule, Herr Vizepräsident Dr. Borbein, revidierte viermal, einmal 2 Tage lang, den Unterricht.
Mit besonderer Freude berichte ich, daß am 4. Juni dem Abiturienten vom Okt. 1925 Georg Rothfuchs die Rettungsmedaille verliehen wurde für eine Lebensrettung, die er hier als Primaner vollführt hatte.
In diesem Jahre lag Einübung und Leitung der Weihnachtsfeier am 20./21. Dezember in den Händen von Herrn Willgerodt und Hering; bei der Aufführung halfen uns drei Schwestern von Schülern: Frl. Schwenkenbecher, Waltemath und v. Bürck. Die Dankbarkeit unserer kleinen und großen Gäste war herzlich und wohl verdient.
Die schriftliche Reifeprüfung fand statt vom 8.—11. Februar, die mündliche, für die der Direktor zum Kommissar ernannt war, am 3. März, die Entlassung am 10. März, Vor- mittag 11 Uhr. Bei ihr konnte 8 Primanern durch die Güte von Herrn Geheimrat Dr. Birt ein Buch als Prämie verliehen werden.
VII. Erlasse und Verfügungen.
1. Der Herr Minister hat die Veröffentlichung folgenden Erlasses vom 1. November 1926 angeordnet:
Am 3. Mai 1927 werden in die staatlichen Pädagogischen Akademien je 50 Studierende neu aufgenommen, und zwar in Elbing zur Ausbildung evangelischer Volkschullehrer, in Kiel zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer und Lehrerinnen, in Bonn zur Ausbildung katholischer Volkschullehrer.
Der Bildungsgang ist zweijährig. Studiengebühren werden nicht erhoben. Unter ge- wissen Voraussetzungen können Stipendien gewährt werden. Internate sind mit den Akademien nicht verbunden. Arbeitspläne sind bei den Sekretariaten der Pädagogischen Akademien er- hältlich. Aufnahmegesuche sind bis spätestens zum 15. März 1927 an die Akademiedirektion unmittelbar zu richten.
Der Meldung sind beizufügen: 1. Ein Lebenslauf,
2. eine beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses einer neunklassigen höheren Lehr- anstalt oder eine Bescheinigung des Anstaltleiters über die bestandene Reifeprüfung oder über das voraussichtliche Bestehen derselben,
3. ein Gesundheitszeugnis eines zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Arztes.
Im Laufe des Monats April werden die Bewerber, deren Aufnahme in die Akademie in Aussicht genommen ist, zu einer Prüfung ihrer musikalischen Kenntnisse und Fertigkeiten (vom Blatt Singen eines einfachen Liedes und Vertrautheit mit Klavier oder Violine oder Orgel) am Akademieort einberufen. Die Bewerberinnen werden sich in einer Aufnahmeprüfung über Kenntnisse und Fertigkeiten in der Nadelarbeit im Umfange einer abgeschlossenen Lyzeums- ausbildung ausweisen müssen.


