Jahrgang 
1927
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h) Schülerselbstverwaltung.

An der Schule besteht ein Schülerturnverein und ein Musikverein; beide werden von den Schülern selbständig verwaltet, das Orchester unter ständiger Hilfe des Musiklehrers. Der Schülerturnverein zeigte sein Können am 23. 12. in einem Schauturnen, dem auch eine große Anzahl Gäste beiwohnte. Zur Verwaltung der Hilfs- und Unterstützungsbücherei werden die Schüler herangezogen, ebenso für die Verwaltung der Sammlungen für Physik, Naturwissenschaft, Erdkunde und Geschichte. In jeder Klasse ist ein von den Schülern selbständig gewählter Vertrauensmann. Ein Nachmittag in der Woche war aufgabenfrei. Tageswanderungen machte jede Klasse soweit möglich den Vorschriften entsprechend. Zweimal fuhren die Schüler zum Besuch des Theaters nach Kassel. Rudersport können wir nicht treiben. Ein Schularzt ist nicht vorhanden.

1)

Das Schulgeld beträgt vom 1. 4. 1926 ab 200 Mk. im Jahr, monatlich zahlbar in Beträgen von 17, 17 und 16 Mk. Von dem Bruttoaufkommen an Schulgeld werden 20% zu sozialen Zwecken verwandt. Da hier in Marburg die sogenannten Geschwisterermäßigungen mehr als 18% des Schulgeldes in Anspruch nehmen, bleiben, wenn nicht eine Aenderung der Bestimmungen eintritt, für Schulgeldermäßigungen, Freistellen und Unterstützungs- sowie Hilfs- bibliothek nur sehr geringe Mittel zur Verfügung.

k)

Auch in diesem Jahr fanden besondere Veranstaltungen zur Berufsberatung nicht statt. Die Schule läßt keine Gelegenheit unbenutzt, um zur Kenntnis der Eltern und der Schüler zu bringen, was sie über besondere Berufseignung beobachtet, in der Regel so gut wie ohne jeden Erfolg. Die Angaben über den gewählten Beruf bei der Liste der Abiturienten sind ohne Zuverlässigkeit.

Das Bestreben der Schule, Berufskenntnis durch Führung in technischen Betrieben zu schaffen, begegnet z. T. unüberwindlichen Schwierigkeiten infolge der Haftflichtgesetzgebung.

IV. Der Elternbeirat

wurde am 13. 6. 1926 neugewählt. Er besteht jetzt aus: Herrn Oberst v. Bartenwerffer, als Vorsitzendem, Frau Pfarrer Ganß, Herrn Prof. Dr. Claussen, Herrn Juwelier Freund, Herrn Architekten Bauer, Herrn Oberzollinspektor Günther. An dessen Stelle trat, als er versetzt wurde, Herr Bibliotheksrat Dr. Berger.

V. Verschiedenes.

Die Mittel der Schule für Lehrmittel sind gering. Um so dankbarer sind wir dafür, daß Gönner der Schule uns durch wertvolle Geschenke unterstützten. Herr Prof. Berek in Wetzlar schenkte uns als Jubiläumsgabe einen Apparat für diaskopische und episkopische Projektion mit reich ausgestatteter optischer Bank. Eine Anzahl Schüler machte durch Stiftung großer Glasgefäße die Einrichtung einer Anzahl von Aquarien möglich. Auch die Bibliotheken erhielten manchen wertvollen Zuwachs durch Geschenke. Aus besonderen vom Staat zur Verfügung gestellten Mitteln konnte auf dem Schulhof ein Turngerüst aufgestellt werden.

Die Turnhalle wurde an 3 Abenden studentischen Verbindungen zur Verfügung gestellt.

VI. Chronik der Schule.

Die Besichtigungen der Schule durch das Finanz- und Unterrichtsministerium, von denen das vorjährige Programm berichtete, hatten endlich den erstrebten Erfolg: es wurden die Mittel für den Umbau der Aborte und der Einbau einer Sammelheizung bewilligt.