Jahrgang 
1926
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In OIII wird bei der Entwicklung der Notenschrift die Beziehung der Akzentneumen zu den griechischen Akzenten herausgestellt. Die Lehre derModi findet ihre Anwendung bei der Uebertragung von Beispielen aus der Choralneumennotierung in die Mensuralnotation,

damit der Schüler am Beispiel erkennt, wie die Mensur der Melodie durch den metrisch oe iofen Vers bestimmt wird.

In O0II ergibt sich die Möglichkeit, der Lehre von den anfiken Versfüßen, die sich im Troubadourgesang auswirkt, das Hebigkeitsprinzip im Minnesängerlied gegenüberaustellen. Die Beziehungen des Minnesängerliedes zu dem im freien Rhythmus der Sprache dahinfließenden gregorianischen Gesange werden gezeigt an Liedern desUnverzagt(psalmodische Rezitation), an Walther v. d. Vogelweide'sKreuzfabrerlied(choralische Melismen), an des Tannhäusers Bußgesang(syllabische Deklamation).

Dazu im Vergleich Neidhart von Reuenthal's volkstümliche Art mit der Hinneigung zur Periodisierung; am Ausgang des Minnegesanges Oswald von Wolkenstein, der taktmäßige Elemente vom Dorftanz übernommen hat und so zur festen Mensurierung überleitet.

Proben von Resten der altgriechischen Musik führen hin auf die Probleme des dekla- matorischen Stiles in der Renaissanceoper(1600).

Die vier Stunden für den Musikunterricht in IV I verteilen sich: Std.: Chor(IV 0I). Std.: IV, UIII, O III

Std.: UII, O II im Wechsel. Std.: UI, O1

1 Std. Instrumentalspiel(wahlfrei).

80 bo

Verteilung des Lehrstoffes.

VI. Gewinnung der grundlegenden Kenntnisse. Noten- und Pausenwerte bis zum Sechzehntel; Synkopa, Triole. O-dur, F-dur, G-dur. Modulationsübung. Motiv, Thema, Nachahmung. Instrumentalformen: Marsch, Tanz, liedmäßige Sätze.

V. Zweistimmiger Gesang. Konsonanz, Dissonanz. B-dur, D-dur, Es-dur, A-dur. Ableitung und Aufbau der Moll-Leiter. Dur- und Moll- Dreiklang. IV. Wiederholung aus der Musiklehre. Baßschlüssel. Volkslieder. Erweiterte Liedform. Rondoform. Imitation, Kanon, Fughette.

UIII. Volkslieder. Durchnahme von C. Loewe's:Hochzeitslied(Goethe),Prinz Eugen,Friderieus Rex. Variieren der Kadenz.

Variationsformen(Ciaconne, Passacaglia, Doubles, Variationen der Klassiker). 3. S. Bach: Inventionen.

O III. Veranschaulichung der Entwicklung unserer Notenschrift. Choralnotation. Historische Lieder. Klaviersuite, Präludium, Fuge.

UII. Beispiele des Kunstliedes im 19. Jahrhundert. Sonate, Symphonie, Oper(Freischütz). Zusammensetzung des Orchesters. Die Linrichtung der Orchesterpartitur.

OII. Das Minnesängerlied.. Uebersicht über die Entwicklung des enropäischen Tonsystems von den Griechen bis

zur gleichschwebenden temperierten Stimmung. Idee des Musikdramas in der Renaissance- oper, bei Gluck(Orpheus), bei Wagner.