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8. Februar. Für die Schüler der Oberklassen, welche zum Ostertermin die Versetzung nach Oberprima, Unterprima, Obersekunda und Untersekunda erreichen und welche nachweisen, daß sie von einem Truppenteil für den Heeresdienst angenommen worden sind, haben während der Dauer des Krieges die in den Erlassen vom 1., 7. und 31. August getroffenen Aus- nahmebestimmungen mit der Maßgabe Geltung, daß die Notprüfungen und die Zuerkennung der Reife für eine höhere Klasse vom 1. Juni d. J. ab statthaben dürfen.
13. Februar. Des hundertjährigen Geburtstages Ottos von Bismarck ist in würdiger Weise kurz vor Beginn der Ferien zu gedenken.
IUII. Chronik der Schule.
Das Schuljahr begann am 21. April. Der Kandidat des höheren Lehramts Herr Dr. W. Kroh trat das Probejahr an, der Kandidat Herr Dr. R. Wöbbeking setzte es fort, und da auch der austellungsfähige Kandidat Herr Dr. Th. Heukrath weiter an der Anstalt beschäftigt wurde, so konnten einige Mitglieder des Lehrerkollegiums nicht unerheblich entlastet werden. Der Kandidat Herr Dr. Manns, der seiner Dienstpflicht in Wiesbaden genügte, wurde hier weiter geführt.
Am 19. Juni hatte der Berichterstatter die Freude, eine große Anzahl früherer Schüler des Gymnasiums, die es Ostern 1889 nach bestandener Reifeprüfung verlassen hatten, in der Prima zu begrüßen. Sie waren, z. T. aus großer Ferne, zusammengekommen, um sich nach 25 Jahren wiederzusehen, und feierten den Tag u. a. dadurch, daß sie sich in ihrem früheren Klassenzimmer von ihrem ebemaligen Ordinarius, jetzigen Herrn Geh. Regierungsrat Dr. Paulus, einen Vortrag über Horaz halten ließen— eine Anhänglichkeit, die den Lehrer wie die Schüler in gleicher Weise ehrt. Die Herren brachten ihre Dankbarkeit auch dadurch zum Ausdruck, daß sie für die Ichneuten(Spürhunde)-Stiftung 30 M. spendeten und dem Bericht- erstatter eine große Anzahl Mützen für unbemittelte Primaner zur Verfügung stellten.
Das ist nicht der einzige Beweis von Dankbarkeit früherer Schüler geblieben. Am 17. November überwies der Stud. philos. Herr A. Hensel dem Gymnasium ein beträchtliches Kapital, das von Schülern, Freunden und den Angehörigen des 1913 verstorbenen Direktors Herrn Prof. Dr. Aly gesammelt war, zur Begründung einer Stiftung. UÜber den Zweck der Stiftung geben die folgenden Bestimmungen der vom Kgl. Provinzial-Schulkollegium am 10. Dezember genehmigten Satzungen Aufschluß.
§ 1. Das von Schülern und Freunden sowie den Angehörigen des verstorbenen Gymnasialdirektors Prof. Dr. Fr. Aly gesammelte Kapital von 640 M. ist dazu bestimmt, durch jährliche Verwendung der Zinsen bei den Schülern des Kgl. Gymnasium Philippinum die Er- innerung an den langjährigen hochverdienten Direktor zu erhalten. Die Stiftung führt den Namen
Friedrich Aly-Gedächtnisstiftung.
§ 3. Von den Zinsen des Kapitals sollen jährlich an zwei tüchtige wissenschaftlich interessierte Schüler der oberen Klassen Bücherprämien verliehen werden. Erreichen die Zins- erträge den Betrag von 40 M., so können drei Schüler durch Prämien ausgezeichnet werden.
§ 4. Uber die Schüler und über die Bücher entscheidet die Konferenz der in den oberen Klassen unterrichtenden Lehrer.
§ 6. Die Bücher sind jedesmal bei der feierlichen Entlassung der Osterabiturienten zu überreichen. Die Titel der Bücher und die Namen der ausgezeichneten Schüler sind im Jahresbericht des Gymnasiums bekannt zu geben.
§ 8. Sollte das Gymnasium Philippinum in ein Reform-Gymnasium verwandelt oder durch Umwandlung in ein Realgymnasium seinen Charakter als humanistische Anstalt verlieren, oder aufgelöst werden, so wird das Kapital in zwei gleichen Teilen an zwei würdige und bedürftige Abiturienten des letzten Jahres ausbezahlt.
Damit die Stiftung sofort in Wirksamkeit treten könnte, schenkte Herr Stud. Hensel die erste Bücherprämie(HIerders ausgewählte Werke, 6 Bände), die der Primaner E. Vogt erhielt. Da in diesem Schuljahre eine Entlassung von Abiturienten nicht mehr stattfand,


