Jahrgang 
1900
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Am 9. Mai gelangte die sehr erfreuliche Nachricht hierher, dass nach Genehmigung des Staatshaushalts-Etats durch den Landtag der Monarchie der an den Turnplatz unmittelbar an- stossende Hausgarten des Färbermeisters Martin Estor zu dem Preis von 13,000 M. für das Gymnasium angekauft worden sei. Dieser Kauf gewährt die einzige Möglichkeit, den für die Grösse der Anstalt durchaus ungenügenden Turnplatz zu erweitern und eine neue, den heutigen Anforderungen entsprechende Turnhalle zu erbauen.

Die diesjährigen Pfingstferien dauerten vom 21. bis zum 24. Mai.

Am 15. Juni wurde in allen Klassen des Hingangs Weiland Sr. Majestät des Kaisers Friedrichs III. gedacht.

Die vierwöchentlichen Sommerferien dauerten vom 1. bis zum 31. Juli.

Während derselben, und zwar am 25. Juli, beging in Bad Nauheim der unterz. Direktor die fünfzigste Wiederkehr des Tages, an welchem er im J. 1849 zu Marburg promoviert hatte. Nach alt akademischem Brauche erneuerte die philosophische Fakult licher Ausfertigung das Doktordiplom.

Am 31. Juli richtete der Professor der Augenheilkunde Dr. C. Hess an den Direktor die Bitte, die Augen sämtlicher Schüler wie in den Vorjahren wieder untersuchen zu dürfen. Da dies Anerbieten selbstverständlich mit freudigem Herzen angenommen wurde, so fand am 2. August und den folgenden Tagen diese erneute Augen-Untersuchung statt, für welche unsere Anstalt dem Herrn Professor Hess zum grössten Danke verpflichtet ist.

Am 21. und 22. August unternahmen die Schüler der obern Klassen unter Leitung des Herrn Professor Loeber, sowie der Herren Oberlehrer Schenkheld, Dr. Euler und Stange mit Genehmigung des K. Prov.-Schulkollegiums eine zweitägige Turnfahrt in das Rhö von welcher alle Teilnehmer im höhsten Grade befriedigt zurückkehrten

Zu der Abschlussprüfung waren ausnahmsweise zwei Untersekundaner zugelassen, welche in den Tagen vom 4. bis zum 13. September die schriftlichen Prüfungsarbeiten anfertigten.

Der Sedantag wurde in der üblichen Weise gefeiert. Um 8 ½ Uhr versammelten sich Lehrer und Schüler in der Aula zu einer Schulfeier mit Bibellektüre, Gebet, Gesängen und Vorträgen der Schüler. Der Oberprimaner Niese sprach hierbei über die Schlacht an der Lisaine. Am Schluss dieser Feier vollzog in Stellvertretung des Direktors der Prof. Dr. Weiden- müller die Verteilung von acht auf Grund einer Allerhöchsten Bewilligung Sr. Majestät des Kaisers und Königs von dem Herrn Kultusminister zur Verfügung gestellten Exemplaren des Werkes Unser Kaiser an fleissige und befähigte Schüler. Die von dem Lehrerkollegium ausgewählten Schüler waren der Oberprimaner Otto Achler, der Unterprimaner Ludwig Hartmann der Obersekundaner Fritz Schäfer, der Untersekundaner Alfred von Sybel, der Ober- tertianer Walther Schottky, sowie die Untertertianer Wilhelm Maus(III 2 a) Heinrich Vogel(III 2 b), endlich der Quartaner Emil Sardemann.

Am 20. September wurden die beiden zur Abschlu ssprüfung zugelassenen Unter- sekundaner unter dem Vorsitz des Direktors mündlich geprüft und erhielten das Zeugnis der Reife für Obersekunda und der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst.

Am 22. September erschien der Professor der Kunstschule Mohn aus Berlin und nahm im Auftrag des Ministers eine Revision des gesamten Zeichenunterrichts vor.

Wegen allzu grosser Hitze musste während des Sommerhalbjahrs an 14 Tagen, und zwar am 6., 20. und 21. Juni, am 3., 4., 5., 7., 14., 15., 16., 17. und 28. August, sowie am 7. und 8. September der Unterricht in den Nachmittagsstunden, an 10 dieser Tage auch von 11 12 Uhr vormittags ausgesetzt werden.

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