Jahrgang 
1899
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der Oberlehrer Dr. Schäfer II. Auch dem Professor Hohenthal wurde zur vollständigen Wiederherstellung seiner Gesundheit für das 2. Quartal eine Erleichterung dahin zu teil, dass der Wiss. Hilfslehrer Lorch einen Teil seines Unterrichts übernahm.

Durch Verfügung vom 2. August wurde der eben erst wieder nach hier zurückgekehrte Probekandidat Dr. Weber abermals zur Vertretung eines erkrankten Oberlehrers für die Zeit vom 9. bis zum 27. August an das Kgl. Gymnasium zu Hanau beauftragt, und wenige Tage nachher(am 6. August) wurde der Direktor ermächtigt, den dritten Probanden Kunisch be- hufs einer Vertretung am Realprogymnasium zu Arolsen aus seiner hiesigen Stellung zu entlassen.

Der einzige Abiturient, welcher sich zur Reifeprüfung gemeldet hatte, schrieb in den Tagen vom 15. bis zum 19. August seine Prüfungsarbeiten.

Für die Zeit vom 21. bis 30. August unterzog sich der Direktor auf ärztlichen Rat zur Beseitigung eines hartnäckigen Bronchial-Katarrhs einer Inhalationskur in Bad Sooden a. d. Werra. Während seiner Beurlaubung war der Professor Dr. Weidenmüller mit der Versehung der Direktorialgeschäfte beauftragt.

Durch Verf. vom 24. August gewährte das K. Prov.-Schulkollegium zu Cassel das Gesuch des Zeichenlehrers Witt um Versetzung in den Ruhestand vom 1. Januar 1899 ab.

Der Sedantag wurde auch in diesem Jahr am 2. September in üblicher Weise vormittags 9 ½ Uhr mit einer Schulfeier der Lehrer und Schüler in der Aula durch Bibellektion, Gebet, Gesänge und Vorträge der Schüler begangen. Der Oberprimaner Duncker sprach hierbei über die Be- lagerung und Eroberung von Strassburg im Jahre 1870. Am Schlusse dieser Feier nahm der Direktor die Verteilung der auf Allerhöchste Veranlassung Sr. Majestät des Kaisers von dem Herrn Unter- richtsminister zur Belohnung für besonders fleissige und befähigte Schüler überschickten 5 Exem- plare des Werkes von BüxensteinUnser Kaiser vor. Die für diese Auszeichnung bestimmten Schüler waren der Oberprimaner Heinrich Pfennig, der Unterprimaner Gustav Ernst, der Obersekundaner Ernst Schäfer, der Untersekundaner Paul Hölzerkopf und der Obertertianer Hermann Schottky.

Durch Ministerial-Erlass vom 4. August mitgeteilt am 6. September wurde der Probekandidat Dr. Vilmar zur Teilnahme an dem bevorstehenden Kursus der Turnlehrer- bildungsanstalt in Berlin zugelassen.

Am 13. September beging das Gymnasium das wegen mancherlei widriger Umstände so lange hinausgeschobene Waldffest in den Anlagen des Dammelsbergs. Der fast zu einem Volks- fest gewordene festliche Auszug des Gymnasiums hatte auch in diesem Jahr die Eltern und Angehörigen der Schüler und die Freunde der Anstalt in dem herrlichen Eichenwalde versammelt, wo sich dieselben an den munteren Spielen und vor allem an den vortrefflichen turnerischen Leistungen einiger Klassen, sowie des Gymnasiasten-Turnvereins erfreuten. Diese Freude erreichte ihren Höhepunkt, als der unter den Zuschauern anwesende städt. Turnlehrer Herr Schneider im Auftrag eines nicht genannten Turnfreundes den besten Turnern stilvolle Kränze überreichte.

Dienstag den 15. September wurde unter dem Vorsitz des unterzeichneten Direktors der einzige Abiturient Gieseler unter Befreiung von der mündlichen Prüfung für reif erklärt und am folgenden Tage durch eine einfache Feier entlassen.

Am 17. September fand, nachdem das Kgl. Prov.-Schulkollegium durch Verf. vom 16. Sept. den bisherigen Rendanten Witt von den Kassengeschäften entbunden und die Rendantur