Jahrgang 
1899
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Der am 18. Mai zu Höchst am Main abgehaltenen 23. Jahresversammlung des Vereins von Lehrern höherer Schulen der Provinz Hessen-Nassau und der Fürstentümer Waldeck und Pyrmont wohnten 2 Lehrer unseres Gymnasiums an.

Durch Ministerial-Erlass vom 12. Mai trat in der Zusammensetzung der Kgl. Wissen- schaftlichen Prüfungs-Kommission zu Marburg eine Veränderung dahin ein, dass zum Direktor für das laufende Jahr der Geh. Reg.-Rat Prov.-Schulrat Dr. Lahmeyer zu Cassel und zum stellvertretenden Direktor der unterzeichnete Gymnasial-Direktor ernannt wurde.

Die diesjährigen Pfingstferien dauerten vom 29. Mai bis zum 1. Juni.

Mit dem Schluss derselben übernahm nach Beendigung seiner militärischen Übung der Oberlehrer Dr. Euler seinen Unterricht wieder. Leider aber verliess uns zum gleichen Zeit- punkt der Professor Dr. Wilhelmi, welchem auf sein durch ein ärztliches Gutachten unter- stütztes Gesuch ein vierwöchentlicher Urlaub zur Wiederherstellung seiner angegriffenen Gesund- heit durch eine Badekur in Ems gewährt worden war. Da sonach nunmehr bis zu den Sommer- ferien noch zwei kranke Lehrer(Hohenthal und Wilhelmi) zu vertreten waren, so hatte die vorgesetzte Behörde die bisher schon am Gymnasium thätigen Hilfslehrer Dr. Anacker und Lorch zu weiterer Hilfsleistung beauftragt. Vom 1. Juni an bis zu den Sommerferien musste der Probekandidat Dr. Weber seine hiesige Thätigkeit unterbrechen, da er den ehrenvollen Auftrag erhalten hatte, für die genannte Zeit einen erkrankten Professor am K. Gymnasium zu Hanau zu vertreten.

Am 3. Juni trafen 2 Diplome hier ein, des Inhalts, dass Se. Maj. der Kaiser und König durch Allerhöchsten Erlass vom 28. April d. Js. den beiden Professoren Loeber und Dr. Wil- helmi den Rang der Räte vierter Klasse zu verleihen geruht habe.

Am 9. Juni übernahm der Oberlehrer Stange nach Beendigung seiner militärischen Übung seinen Unterricht wieder, und nunmehr konnte endlich der zu Ostern aufgestellte und im Druck vorliegende Stundenplan freilich mit Ausnahme der Stunden der beiden beurlaubten Professoren Wilhelmi und Hohenthal wenigstens der Hauptsache nach ins Leben treten.

Am 15. Juni wurde der zehnjährige Gedächtnistag des Todes Sr. Majestät des Kaisers Friedrichs IIl. und der Thronbesteigung Sr. Majestät des Kaisers Wilhelms II. in einer gemeinsamen Andacht aller Lehrer und Schüler begangen. Die Ansprache hielt der Pro- fessor Loeber.

Am 2. Juli schloss der Wiss. Hilfslehrer Dr. Anacker seine in Vertretung mehrerer erkrankter und beurlaubter Lehrer seit Beginn des Jahres ausgeübte Thätigkeit am hiesigen Gymnasium, für welche wir ihm zu grossem Danke verpflichtet sind.

Die vierwöchentlichen Sommerferien dauerten vom 3. Juli bis zum 2. August.

Während derselben sah sich der Zeichenlehrer Witt, dessen Gesundheitszustand, wie aus den letzten Jahresberichten ersichtlich ist, schon seit längerer Zeit viel zu wünschen übrig liess, gestützt auf mehrere ärztliche Zeugnisse, zu unserm Bedauern veranlasst, am 23. Juli ein Gesuch um seine Pensionierung zum 1. Januar 1899, ferner um seine sofortige Beurlaubung als Lehrer, sowie endlich um seine Entbindung von den Kassengeschäften zu Ende September 1898 einzureichen. Schon unter dem 29. Juli erteilte das Kgl. Prov.-Schulkollegium dem Zeichen- lehrer Witt den erbetenen Urlaub und genehmigte zugleich die Vertretungsvorschläge des Direktors. Das freundliche Entgegenkommen der betr. städtischen Behörden machte es möglich. dass der Oberlehrer Schürmann von der Realschule den Zeichenunterricht, der Stadtschul- lehrer Corell die Gesangstunden des Zeichenlehrers Witt übernehmen konnten; die Turnstunden desselben aber erteilte von jetzt an der Probekandidat Dr. Vilm ar, die Schönschreibstunden