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3. Naturgeschichtliche Sammlung.
Geschenkt wurde: von Herrn Dr. med. Friedrich Hille, prakt. Arzt in Strassburg i. E.: Ein Schrank, enthaltend eine vollständige Sammlung der deutschen, sowie vieler exotischen Käfer*) aus dem Nachlass seines Vaters, des dahier verstorbenen Apothekers Dr. Ludwig Hille**).
Dem Herrn Dr. Friedrich Hille, der durch dies Geschenk der Anhänglichkeit, welche sein verewigter Vater für das von ihm dereinst besuchte Marburger Paedagogium, die Vorgängerin unseres jetzigen Gymnasiums, hegte, einen so schönen Ausdruck gegeben hat, sei für seine hochherzige Schenkung auch an dieser Stelle der wärmste Dank mit der Versicherung ausgesprochen, dass unser Gymnasium seine wertvolle Gabe in dem von ihm gewünschten Sinne bewahren wird.
4. Physikalisch-chemische Sammlung.
Angekauft wurde: Ein grosses Elektroskop mit Kondensator.
Geschenkt wurde: von den Erben des Grossherzoglich hessischen Forstmeisters a. D. Bott zu Höchst i. O. durch Vermittlung des Herrn Justizrats Krug dahier: ein Mikroskop und ein terrestrisches Fernrohr.
Allen freundlichen Gebern wird hiermit im Namen der Anstalt der verbindlichste Dank ausgesprochen.
VI. Stiftungen und Unterstützungen für Schüler.
1. Die Zahl der Freischüler während des Rechnungsjahres 1895/96 betrug 52, die Summe des erlassenen Schulgeldes 3956 Mark. Ausserdem wurden vom K. Prov. Schulkollegium 35 Mark Schulgeld niedergeschlagen.
2. Der Kapitalbestand der Münscher-Stiftung***) peträgt 1632,72 Mark. Das Stipen- dium in der Höhe von 52,50 Mark wurde am 29. April 1895 durch die Lehrer-Konferenz an den Oberprimaner Ernst Ellenberger verliehen.
*) Aus dem Schreiben des Herrn Geschenkstifters vom 8. August 1895 sei hier folgendes hervorgehoben: „lch beabsichtige die von meinem im Oktober 1889 verstorbenen Vater hinterlassene Käfersammlung dem Naturalien- Kabinet des hiesigen Königlichen Gymnasiums als Geschenk anzubieten, und zwar unter folgenden Bestimmungen:
1.„Die Sammlung, welche in einem schönen eichenen Schrank mit 36 polierten Schubladen mit eingefalzten Glasdeckeln aufbewahrt wird, soll als Ganzes bestehen bleiben und die Bezeichnung„Geschenk des Dr. phil. Ludwig Hille, früheren Schülers des Paedagogium Marburgense, tragen und
2. soll den direkten Deszendenten des Schenkers das Recht vorbehalten bleiben, jeder Zeit die Sammlung einsehen zu können.“
„Zu erwähnen erlaube ich mir noch, dass die Sammlung einen hohen wissenschaftlichen Wert besitzt: sie enthält sämtliche bis 1890 bestimmten Käfer der Insel Cuba, die hauptsächlichsten Käfer Mexikos und sämtliche Deutschlands.“
**) Ueber das Leben dieses seines Vaters berichtet der Herr Geschenkgeber: Karl Gottfried Reinhard Ludwig Hille wurde am 9. Dezember 1820 zu Marburg als jüngster Sohn des Landgerichtsrats Friedrich Wilhelm Hille und der Karoline Friederike Louise Follenius geboren, besuchte das Paedagogium Marburgense, widmete sich nach dem Verlassen dieser Anstalt dem Studium der Pharmazie auf den Hochschulen zu Marburg und Würzburg, doktorierte zu Jena und war von 1848— 1867 Apotheker zu Hanau. In letzterem Jahre zog er in seine Vaterstadt Marburg zurück, beschäftigte sich hier nur noch mit Naturwissenschaft, seinem Lieblingsfach, welchem er schon von frühester Jugend an nachhing, und starb am 8. Oktober 1889.
***) Uber diese Stiftung vergl. das Anstaltsprogramm von 1886, S. 34— 35.


