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Cassel, 28. Oktober 1895. Die Lehraufgabe der Obersekunda in der alten Geschichte wird auf die Zeit bis zum Tode des Augustus beschränkt. Auf Antrag der Direktoren können die in den 3 Klassen Ober prima bis Obersekunda für das Lateinische bisher festgesetzten Wochen- stunden um je eine vermehrt werden.
Casssel, 25. November 1895. Vom 2.—12. Januar 1896 findet in Cöln ein neusprachlicher Ferienkursus statt.
Cassel. 2. Dezember 1895. Mitteilung genauer Vorschriften über die von Sr. Majestät dem Kaiser durch Allerhöchsten Erlass vom 30. Oktober angeordnete Schulfeier des 18. Januars 1896 zur Erinnerung an die vor 25 Jahren erfolgte Errichtung des deutschen Reiches.
Cassel, 9. Januar 1896. Teilt einen Ministerial-Erlass vom 24. Dezember 1895 mit, betr. das Verfahren gegen Untersekundaner, welche, während sie noch Schüler eines Gymnasiums sind, die Einjähr.-Freiwilligen-Prüfung vor einer Königl. Prüfungs-Kommission ablegen.(Die wichtigsten Bestimmungen dieses Erlasses finden sich am Schluss dieses Programms unter den Nachrichten für die Eltern abgedruckt.)
Cassel, 15. Januar 1896. Vom 9. bis 22. April findet in Göttingen ein naturwissenschaft- licher Ferienkursus für Lehrer statt.
III. Chronik des Gymnasiums.
Nachdem Montag den 22. April die Prüfung der neuangemeldeten Schüler stattgefunden hatte, wurde am Dienstag den 23. April vormittags um 7 Uhr das neue Schuljahr mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet, an welche sich die Verlesung und Erklärung der Schulordnung und sodann die feierliche Aufnalume und Verpflichtung von 51 neu eintretonden Schülern anschloss.
Hierauf begrüsste der Direktor den vom Kgl. Gymnasium zu Hersfeld an das hiesige Gymnasium versetzten wissenschaftlichen Hilfslehrer Dr. P hilipp Schaefer*) sowie den zum wissenschaftlichen Hilfslehrer ernannten Kandidaten des höheren Schulamts Edmund Stan ge**) aus Cassel und stellte dieselben den Lehrern und Schülern vor.
*) Philipp Schaefer, geb. am 9. Mai 1863 zu Mainz, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und verliess dasselbe im August 1881 mit dem Zeugnis der Reife, um sich dem Studium der alten Sprachen zu widmen. Nachdem er an den Universitäten Giessen, Berlin und iarburg sich für seinen späteren Beruf vorbereitet, bestand er in Marburg im Dezember 1885 die Prüfung pro fac. docendi. Sein pädagogisches Probejahr leistete er von Ostern 1886 bis Ostern 1887 zu Cassel am Kgl. Priedrichsgymnasium ab; gleichzeitig war er Mitglied des pädagogischen Seminars daselbst. Nachdem er sodann noch ein halbes Jahr an genannter Anstalt als Hilfslehrer und ebensolange an dem Institut Henkel in Melsungen als Lehrer thätig gewesen war, bekleidete er nacheinander Hilfslehrerstellen an den Kgl. Gymnasien zu Hadamar, Fulda, Wiesbaden, und an letzterem Ort auch am Kl. Real- Gymnasium, sodann zu Fulda und Hersfeld. Endlich wurde er durch Verfügung des Kgl. Prov.-Schulkollegiums zu Cassel vom 28. Februar 1895 als wissenschaftlicher Hilfslehrer an das Kgl. Gymnasium dahier berufen.— Im Juli 1893 erwarb er sich zu Erlangen die philosophische Doktorwürde.
**) Edmund Stange, geb. am 27. Februar 1867 zu Carlshafen a. W., besuchte das Realgymnasium zu Cassel und verliess dasselbe Ostern 1885 mit dem Zeugnis der Reife, um neuere Philologie zu studieren. Nach dem Besuch der Universitäten Marburg, Berlin und wiederum Marburg bestand er am 19. Juli 1889 zu Marburg die Prüfung pro fac. docendi. Von Herbst 1889 bis ebendahin 1890 genügte er seiner Militärpflicht und verbrachte hierauf ein Jahr in Paris. Michaelis 1892 trat er das Seminarjahr am Kgl. Wilhelmsgymnasium zu Cassel an, im Herbst 1893 das Probejahr an der Realschule zu Cassel. Von Oktober 1894 bis Ostern 1895 war er einberufen zu einem Kursus an der Kgl. Turnlehrer-Bildungsanstalt zu Berlin und wurde alsdann durch Verf. des Kgl. Prov.- Schulkollegiums zu Cassel vom I. April 1895 als wissenschaftlicher Hilfslehrer dem Kgl. Gymnasium zu Marburg überwiesen.


