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des Direktors und der übrigen gesund gebliebenen Lehrer bei aller Anstrengung und Bereitwilligkeit zur vollständigen Vertretung nicht ausreichten, so wurde mit Genehmigung der vorgesetzten Behörde nicht nur der nur teilweise beschäftigte Hilfslehrer Dr. Spindler, mit einer grösseren Zahl von Lehrstunden beauftragt, sondern es musste in dem zufällig ohne Beschäftigung in Marburg wohnenden Kandidaten des höheren Schulamts Karl Lorch*) cine ausserordentliche Hilfskraft herangezogen werden. So gelang es denn— wenn auch trotz dieser Hilfe nicht alle Lehrstunden besetzt werden konnten,— doch wenigstens notdürftig, den Zielen des Unterrichts gerecht zu werden und namentlich die Reife- und Abschlussprüfungen zu Ende zu führen.
Der Schluss des Schuljahres erfolgte Sonnabend den 6. April mit einer in der Turn- halle abgehaltenen Andacht, nach welcher der Direktor die mit diesem Tage von der Anstalt scheidenden Lehrer mit einigen Worten des Dankes und besten Wünschen für ihre Zukunft entliess. Die scheidenden Lehrer waren ausser dem aushilfsweise beschäftigten Kandidaten Karl Lorch, der Direktor a. D. Dr. Otto Kares, welcher seit 1 ½ Jahren den englischen Unterricht, der städtische Lehrer August Funk, welcher ebenso lange den Gesangunterricht geleitet hatte, und Dr. Hermann Spindler, welcher seit Ostern 1893 als zweiter Turnlehrer und in mannigfachen Vertretungen der Anstalt angehört hatte. Endlich beschloss an diesem Tage seine Thätigkeit an unserm Gymnasium, an welchem er ein Jahr lang beschäſtigt gewesen war, der etatsmässige Hilfslehrer Wla dislaus Patschovsky, welcher durch Patent des Oberschulrats für Elsass-Lothringen vom 2. Februar in den reichsländischen Schuldienst und zwar als Ober- lehrer an das Gymnasium zu Saargemünd vom 1. April d. Js. an berufen worden war.
IV. Statistische Mitteilungen.
1. Die Lehrer des Gymnasiums.
Die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums ist am Schluss des Schuljahres folgende: Direktor Dr. Georg Buchenau; vier Professoren: Dr. Karl Weidenmüller, Pfarrer extr. ord., Karl Vogt(Bibliothekar), Jakob Loeber, Dr. Wilhelm Wilhelmi; sieben Ober- lehrer: Karl Hohenthal, Dr. Heinr. Schäfer, Dr. Adolf Lange, Franz Schenk-— held, Arnold Reinhard, Dr. Karl Euler, Constantin Ewoldt; ein technischer Lehrer August Witt(zugleich Rendant der Gymnasialkasse); zwei wissenschaftliche Hilfslehrer: Wladislaus Patschovsky, Dr. Hermann Spindler; ein katholischer Religionslehrer: Pfarrer Dr. Konrad Weber; zwei beauftragte Lehrer: Direktor a. D. Dr. Otto Kares(für Englisch) und städtischer Lehrer August Funk(für Gesang).
*) Karl Lorch, geb. am 5. Januar 1865 zu Willershausen(Kr. Eschwege), besuchte zuerst die Ele- mentarschule seines Geburtsortes, später die zu Petershagen in Westfalen, von Ostern 1880 bis dahin 1885 das Gymnasium zu Dillenburg. Nach erlangter Reife studierte er an den Universitäten Berlin und Marburg Philo- logie, unterzog sich im Anfang 1890 der Prüfung und leistete von Ostern 1890— 1891 das Seminarjahr in Wies- baden, 1891— 1892 das Probejahr in Dillenburg ab. Vom 1. April 1892— 1893 genügte er seiner Militärpflicht in Hannover und war von da ab bis Herbst 1894 als Hauslehrer thätig. Seit dieser Zeit in Marburg wohnend, wurde er mit Genehmigung des Kgl. Prov.-Schulkollegiums zeitweilig in Vertretung erkrankter Lehrer am hiesigen Gymnasium beschäftigt.


