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hiesigen Gymnasium für die Prüfung zu. Diese sämtlichen Reife-Aspiranten schrieben in den Tagen vom 27. bis 31. August ihre Prüfungsarbeiten.
Das seit bald 40 Jahren an unserer Anstalt übliche Waldfest sollte in diesem Jahre im Anschluss an die Sedanfeier im Dammelsberg abgehalten werden, und es waren auch schon alle Vorbereitungen zu demselben getroffen, als der plötzliche Ausbruch der Cholera in dem benach- barten Dorfe Bürgeln es unter dem Einverständnis des Königl. Kreisphysikus rätlich erscheinen liess, jegliche Spaziergänge, sei es des ganzen Gymnasiums oder auch nur einzelner Klassen, zu unterlassen.— Die Schulfeier des Sedantages verlief übrigens in herkömmlicher Weise, indem früh morgens die Trommler und Pfeifer des Gymnasiums, begleitet von Primanern mit den Schulfahnen, unter Leitung des Pedellen Pohle einen Weckruf durch die Stadt ausführten. Um 9 Uhr versammelten sich dann Lehrer und Schüler in der Aula zu einer Schulfeier mit Bibellektion, Gebet, Gesängen und Vorträgen der Schüler. Die Festrede hielt der Oberprimaner Manger. Nach dem von der Stadt veranstalteten Festgottesdienst des 2. September wurden den besten Schwimmschülern des Jahres, zu welchen auch 3 Gymnasiasten gehörten(S. oben S. 17), von dem Herrn Oberbürgermeister Schüler auf dem Rathaus in Gegenwart einiger Stadtrats- mitglieder und des unterz. Direktors die von einem Freunde der Jugend gestifteten Preise feier- lich überreicht.
Freitag den 14. September wurde unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Regierungs-Rats Dr. Lahmeyer aus Cassel die mündliche Entlassungsprüfung der vier angemeldeten Oberprimaner abgehalten; zwei derselben erhielten das Reifezeugnis.
Die mündliche Prüfung der neun dem Gymnasium zugewiesenen Extraneer fand unter dem Vorsitz des unterz. Direktors an den folgenden Tagen statt, und zwar die der 6 Real- Abiturienten am 15., die der Nichtschüler am 17. September. Von den ersteren erhielten 3 das Reifezeugnis, 2 traten im Laufe der mündlichen Prüfung zurück, 1 bestand nicht; von den Nicht- schülern konnte 1 für reif erklärt werden, während die beiden andern die Prüfung vor deren Abschluss aufgaben.
Das Sedanfest dieses Jahres war die letzte Schulfeier gewesen, welche in der seit der Ein- weihung des jetzigen Gymnasialgebäudes am 27. April 1868 zu allen Schulfeierlichkeiten benutzten bis- herigen Aula abgehalten wurde. Da nämlich mehrere der nach Westen gelegenen Räume der Anstalt, unter anderen auch das Konferenzzimmer, in den letzten Wochen abgebrochen waren, um Raum für die Grundmauern des Anbaues zu schaffen, so musste während der kurzen, nur vierzehn Tage vom 22. September bis zum 6. Oktober dauernden Herbstferien durch die Aula eine Querwand gezogen werden. Die so abgegrenzte, nach Süden gelegene Hälfte der Aula wurde sodann durch eine Bretterwand nochmals in zwei Teile geschieden, von welchen der grössere einer Klasse, der kleinere dem Lehrerkollegium eine freilich höchst unzureichende und dürftige Unterkunft während der ferneren Bauzeit gewährt. Versammlungen der ganzen Schulgemeinde aber können seitdem nur noch in der Turnhalle stattfinden. Unter diesen Verhältnissen mussten wir zu unserm besondern Bedauern auch die uns liebgewordenen täglichen Morgenandachten für den Rest der Bauzeit einstellen.
Wegen allzugrosser Hitze brauchte während des vorherrschend regnerischen Sommers nur an einem Tag im Mai und an zwei Tagen im August der Nachmittagsunterricht aus- gesetzt zu werden.
Mitten in den Herbstferien erkrankte der Oberlehrer Dr. Schäfer und suchte auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses einen vierteljährigen Urlaub nach, welcher ihm durch Verfügung des Kgl. Prov.-Schulkollegiums vom 5. Oktober gewährt wurde. Da wegen des unmittelbar bevor-


