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III. Chronik des Gymnasiums.
Nachdem Montag den 2. April die Prüfung der neuangemeldeten Schüler vorgenommen worden war, wurde am Dienstag den 3. April vormittags 7 Uhr das neue Schuljahr mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet, an welche sich die Verlesung und Erklärung der Schulordnung und sodann die feierliche Aufnahme und Verpflichtung von 61 neu eintretenden Schülern anschloss.
Hierauf begrüsste der Direktor den vom Kgl. Gymnasium zu Hanau an das hiesige Gymnasium versetzten Oberlehrer Constantin Ewoldt*), sowie den zum wissenschaftlichen Hilfslehrer ernannten Kandidaten des höheren Schulamts Wla dislaus Patschovsky**) aus Breslau und stellte dieselben den Lehrern und Schülern vor. Sodann führte er den wiss. Hilfslehrer Adam Angersbach***) aus Netra, welcher mit der Vertretung des zu einer 42tägigen militärischen Übung vom 1. April an nach Würzburg einberufenen Oberlehrers Reinhard beauftragt war, in sein Amt ein.
*) Constantin Ewoldt, geboren am 31. August 1859 zu Wellingdorf bei Kiel, besuchte das Gym- nasium in Ploen und verliess dasselbe Ostern 1880 mit dem Zeugnisse der Reife, um Theologie und Mathematik zu studieren. Nach dem Besuch der Universitäten Kiel, Strassburg, Leipzig und wiederum Kiel bestand er am 31. Januar 1885 vor der Königl. Wissenschaftlichen Prüfungskommission in Kiel das Examen pro facultate docendi. Zur Ableistung des vorgeschriebenen Probejahres wurde er Ostern 1885 dem Gelehrtengymnasium in Wiesbaden überwiesen, und vertrat nach Beendigung des Probejahres an derselben Anstalt einen zu einer zweimonatlichen militärischen Übung eingezogenen wissenschaftlichen Hilfslehrer. Vom Herbst 1886 bis Herbst 1888 war er an dem Hofmannschen Institut in St. Goarshausen thätig, dann von Herbst 1888 bis zum 1. April 1894 am Gym- nasium in Hanau, zunächst bis Ostern 1889 als unbesoldeter, von da an bis Ostern 1893 als besoldeter wiss. Hilfslehrer, endlich vom 1. April 1893 an als Oberlehrer. Durch Verfügung des Königl. Prov.-Schulkollegiums vom 22. Dez. 1893 wurde er zum 1. April 1894 in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium in Marburg versetzt.
**) Wladislaus Patschovsky., geboren am 3. Oktober 1857 zu Breslau, besuchte das Gymnasium und von Ostern 1880— 1883 die Universität seiner Vaterstadt, auf welcher er Philologie, Geschichte und Geographie studierte. Von Ostern 1883 bis Herbst 1884 widmete er sich auf der Universität Marburg denselben Studien. Nachdem er dann im November 1886 zu Marburg die Staatsprüfung bestanden und sein pädagogisches Probe- jahr am Königl. Gymnasium zu Weilburg abgeleistet hatte, war er in den Jahren 1889— 1891 Hilfslehrer an dieser Anstalt. Ostern des zuletzt genannten Jahres gründete er eine mit Pensionat verbundene Privatschule in seiner Heimatprovinz und leitete dieselbe bis zum 1. April 1893. Darauf war er bis Ostern 1894 als Lehrer an einer höheren Knabenschule zu Liebau im Riesengebirge thätig und wurde durch Verfügung des Königl. Prov.- Schulkollegiums zu Cassel vom 20. März 1894 zum etatsmässigen Hilfslehrer am hiesigen Gymnasium vom 1I. April an ernannt.
r) Adam Angersbach, geboren am 9. Juni 1861 in Cassel, evangelischer Konfession, besuchte das Gymnasium zu Fulda, studierte von Ostern 1882 ab zu Berlin, München und Göttingen Mathematik und Natur- wissenschaften und bestand am 4. Dezember 1886 vor der Königl. Wissenschaftlichen Prüfungskommission in Göttingen die Prüfung pro facultate docendi. Von Ostern 1887 bis Ostern 1888 leistete er am Fürstl. Waldeck- schen Gymnasium zu Corbach sein Probejahr ab und verblieb dann an dieser Anstalt 1 Jahr als unbesoldeter wissenschaftlicher Hilfslehrer. Von Ostern 1889 ab gehörte er in gleicher Eigenschaft dem Städtischen Real- gymnasium zu Cassel an. Von Michaelis 1891 bis Oktober 1892 übernahm er eine Vertretung am Städtischen Realprogymnasium zu Hofgeismar, im August und September 1892 eine solche am Königl. Gymnasium zu Frank- furt a. M., im April und Mai 1893 an der Städtischen Realschule zu Bockenheim und vom 1. Juni bis Ende September 1893 eine Vertretung an der Städtischen Oberrealschule(Klingerschule) zu Frankfurt a. M. Im Winter 1893/94 besuchte er die Königl. Turnlehrer-Bildungsanstalt zu Berlin und wurde durch Verfügung des Königl. Prov.-Sculkollegiums zu Cassel vom 24. März 1894 dem hiesigen Gymnasium überwiesen.


