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in Hadamar, welcher bereits am 6. August dahier eintraf und am folgenden Morgen seine Lehr- thätigkeit begann.
Leider aber wurden auch der ord. Gymnasiallehrer Reinhard, sowie der Hilfslehrer Schedtler für dasselbe zweite Vierteljahr ihrem Berufe ferngehalten, indem beide als Reserve- offiziere zu mehrwöchentlichen militärischen Ubungen einberufen worden waren. Zur teil- weisen Vertretung für diese beiden Lehrer wurde ausser unserm wiss. Hilfslehrer Dr. Fischer und dem Technischen Lehrer Witt auch noch der wiss. Hilfslehrer Albert Marxhausen*) in Hadamar durch Verf. des K. Prov.-Schulkollegiums vom 26. Juli bestimmt. Derselbe trat sein Amt sofort mit Beginn des Unterrichts nach den Sommerferien am 4. August an.
Die diesjährige Sedanfeier begann in der seit mehreren Jahren an unserem Gymna- sium üblichen Weise am frühen Morgen des 2. September durch einen Weckruf der Schüler- kapelle, welcher vor dem Schulgebäude mit einem Choral beginnend unter Begleitung von Primanern mit den Gymnasialfahnen durch die Hauptstrassen der Stadt zog und vor dem Gymnasium mit dem»Heil Dir im Siegerkranz« seinen Abschluss fand. Um 10 Uhr begingen sodann Lehrer und Schüler durch Bibellektion und Gebet, sowie durch Gesänge und Vorträge der Schüler in der Aula das Sedanfest.— Am Nachmittage des festlichen Tages beteiligte sich sodann das Gymnasium, wie alle übrigen Schulen der Stadt, mit den Staatsbeamten und sämt- lichen Vereinen Marburgs an der von den städtischen Behörden veranstalteten feierlichen Ein- weihung des auf der unserer Stadt gegenüberliegenden waldgekrönten Spiegelslust errichteten Kaiser-Wilhelmsturmes. Nach der durch den Oberbürgermeister Schüler eingeleiteten, durch den Pfarrer Bernhard vollzogenen und durch den Vizebürgermeister Professor Dr. Schmidt-Rimpler im Namen der alten Krieger mit einem Wort des Dankes abgeschlossenen Weihe des gross- artigen Bauwerks, von dessen Zinnen man so ziemlich das gesamte hessische Berg- und Hügel- land überschauen kann, begab sich das Gymnasium, welches in dem von Tausenden von Menschen erfüllten Walde keinen Platz finden konnte, mit seiner Musikkapelle und den Fahnen in die menschenleere Stadt zurück. Dort öffnete sich ihm gastlich der geräumige Garten der Museumsgesellschaft, in welchem nunmehr für einige Stunden bei Gesang und Spiel ein buntes und fröhliches Treiben unserer Jugend sich entwickelte.
Während dieses Sommersemesters wurde allzu grosser Hitze wegen der Nachmittags- unterricht an 2 Tagen, nämlich am 18. und 19. August, ausgesetzt.— Freitag den 12. September, fielen die Lehrstunden aus, damit den Schülern, welche in diesem Sommer keine Turnfahrt unternommen hatten, Gelegenheit gegeben werde, sich das in der Nähe der Amöneburg(3 St. von hier) stattfindende Brigade-Manöver und das sich an dasselbe anschliessende Bivouak der Truppen ansehen zu können.— Donnerstag den 25. September unternahm der unter den Schülern der obern Klassen bestehende Turnverein in Begleitung des unterzeichneten Direktors, sowie der beiden Turnlehrer Dr. Fischer und Witt durch den prachtvollen Wald nach Niederweimar den
*) Albert Marxhausen, geb. am 1. Oktober 1861 zu Rinkenkuhl(Kr. Witzenhausen), evangelischer Konfession, besuchte das Friedrichsgymnasium zu Cassel, sowie das Gymnasium zum heiligen Kreuz in Dresden und studierte sodann seit Ostern 1881 in Tübingen und Marburg klassische und deutsche Philologie. Am 27. Mai 1887 bestand er zu Marburg die Prüfung pro facultate docendi, wurde dem K. Gymnasium zu Hanau zur Ableistung des pädagogischen Probejahres zugewiesen und blieb auch nach Vollendung desselben bis Ostern 1890 an genannter Anstalt mit einigen Stunden beschäftigt. Von dort kam er an das Kgl. Kaiser-Friedrichs- gymnasium zu Frankfurt a. M. und wurde vom I. Juni 1890 an durch Verf. des Kgl. Prov.-Schulkollegiums zu Cassel dem Gymnasium zu Hadamar zugewiesen, in welcher Stellung er bis zu seiner Beauftragung am Gymna- sium zu Marburg verblieb.


