Jahrgang 
1891
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als dem Tage, an welchem 150 Jahre seit dem Regierungsantritt Friedrichs des Grossen ver- flossen waren, dem genannten Abiturienten mit einer auf den Tag bezüglichen Ansprache.

Am 6. Juni fand das am Gymnasium seit 35 Jahren herkömmliche Frühlingsfest abermals in den für diesen Zweck besonders geeigneten Waldanlagen des Dammelsbergs und zwar in Anwesenheit einer überaus grossen Zahl von Eltern und Angehörigen der Schüler statt. Wie in den früheren Jahren trieben die untern Klassen unter Anleitung ihrer Lehrer mannigfache Bewegungsspiele,(darunter das in hiesiger Gegend ziemlich unbekannte Werſen mit Holzkeulen nach den auf einer Stange befestigten hölzernen Tauben), während die mittlern Klassen Frei- übungen vorführten und die Mitglieder des Schüler-Turnvereins an den zu diesem Zweck in den Wald mitgenommenen Geräten(Bock, Springel, Barren) in vorzüglich ausgeführten UÜbungen die Gewandtheit und Tüchtigkeit ihrer körperlichen Ausbildung bewährten. Auch Kollege Witt mit dem Sängerchor des Gymnasiums, sowie die unter der Leitung des Hrn. Musikmeisters Noack stehende Schülerkapelle, welche schon den festlichen Zug durch die Stadt mit ihren Märschen begleitet hatte, erhöhten durch den Vortrag passender Gesänge und Musikstücke die allgemeine Freude. Bei dem herrlichen Wetter konnten wir bis nach Eintritt der Dämmerung in dem Walde verweilen. Dann stellte sich der Zug zum Abmarsch auf, um nach einem von dem Direktor auf Se. Majestät den Kaiser ausgebrachten Hoch und dem Gesang der Volkshymne in Begleitung der Eltern zur Stadt zurückzukehren und nach genommener Aufstellung vor dem Gymnasium und nach dem Spiel des»Gebetes« durch die Schülerkapelle sich aufzulösen.

Durch Verfügung des Königl. Prov.-Schulkollegiums vom 9. Juni wurde der provisorisch pestellte Lehrer Witt definitiv mit rückwirkender Kraft vom 1. April d. J. zum Technischen und Elementarlehrer am Gymnasium ernannt.

Sonnabend den 14. Juni hielt das Gymnasium in der letzten Morgenstunde eine Ge- dächtnisfeier für Se. Majestät den Hochseligen Kaiser Friedrich III. durch eine von dem Direktor geleitete liturgische Andacht ab.

Am Mittwoch den 25. Juni traf der Departementsrat des Kgl. Prov.-Schulkollegiums zu (assel, Herr Geh. Rat Dr. Lahmeyer, hier ein, um zunächst eine Besichtigung der im Anstalts- gebäude befindlichen Dienstwohnungen vorzunehmen und dann am folgenden Tage dem Unter- richt in allen Klassen und bei allen Lehrern beizuwohnen.

Mit dem 5. Juli begannen die vierwöchentlichen Sommerferien. In den letzten Tagen vor denselben hatte der Prof. Weidemnüller die von dem Hrn. Minister angeordnete Untersuchung der Augen sämtlicher Schüler vorgenommen und übergab am 27. Juli dem Direktor und durch denselben dem Prof. Dr. Schmidt-Rimpler das Ergebnis derselben. Dem Prof. Weidenmüller sei für seine grosse Mühewaltung hiermit der gebührende Dank abgestattet.

Während der Juliferien reichte der ordentliche Lehrer Dr. Weingärtner auf Grund eines ärztlichen Gutachtens ein Gesuch um Beurlaubung für das ganze folgende Quartal ein. Königl. Prov.-Schulkollegium genehmigte unter dem 4. August den von ihm erbetenen Urlaub und beauf- tragte mit der Vertretung des erkrankten Lehrers den wissenschaftlichen Hilfslehrer Julius Sonne*)

*) Julius Sonne, geb. am 18. November 1859 zu Oberhaun bei Hersfeld, evangelischer Konfession, besuchte von Ostern 1869 ab das Gymnasium zu Hersfeld und wurde von demselben Ostern 1878 mit dem Zeugnis der Reife entlassen. Nachdem er in Marburg und Strassburg Mathematik und Naturwissenschaften studiert hatte, bestand er zu Marburg am 4. August 1882 die Prüfung pro facultate docendi. Nachdem er hierauf sein pädagogisches Probejahr am Gymnasium zu Hersfeld abgeleistet hatte, war er später an dem Gymnasium zu Hersfeld, an dem Wilhelmsgymnasium zu Cassel und zuletzt am Gymnasium zu Hadamar thätig.