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Ordinarien und zweier Turnlehrer. Diese Fahrt bot den Schülern viel Neues und Schönes; denn während der Morgen sie durch das romantische Lahnthal führte, genossen die Meisten von ihnen am Nachmittag zum ersten Mal beim herrlichsten Wetter alle Reize einer Rhein- fahrt auf einem Dampfschiff. Die fröhliche Stimmung aber wurde nicht wenig erhöht durch die Anwesenheit der Schülerkapelle, welche mit den entsprechenden Liedern und Märschen die einzelnen durch Sage oder Geschichte besonders ausgezeichneten Partieen der Fahrt begleitete. Von Rüdesheim ging es mit der Zahnradbahn, welche wegen der Kürze der Zeit benutzt werden musste, zum Niederwalddenkmal hinauf, nach dessen Besichtigung sich der Zug, dem sich auch alle oben anwesenden Fremden anschlossen, im Halbkreis um das Denkmal ordnete. Der Direktor hielt nun eine patriotische Ansprache an die Schüler und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus, in welches ebenso wie in das von der Musik intonierte »Heil Dir im Siegerkranz- die ganze grosse Versammlung entblössten Hauptes einstimmte. Nach dieser einfach schönen Feier, welche gewiss in den Seelen unserer Schüler einen bleibenden Eindruck zurückliess, ging es nach Rüdesheim zurück. Von da wurde die Heimfahrt mit der Bahn über Frankfurt a. M. bewerkstelligt. Um 1 ½ Uhr nachts langte die ganze Gesellschaft, im höchsten Masse befriedigt, wieder in Marburg an.— Während der Abwesenheit der vier oberen Klassen hatten die übrigen kürzere oder weitere Spaziergänge unter Führung ihrer Lehrer gemacht.
Den Sedantag(Freitag den 2. September) begrüsste frühmorgens die Schülerkapelle mit einer Reveille, welche sich nach dem Vortrag eines Chorals vor dem Gymnasium durch die Hauptstrassen der Stadt bewegte und zum Schluss vor dem Schulgebäude das»Heil Dir im Siegerkranz- spielte. Um 10 morgens beging dann das Gymnasium durch Bibellektion, Gesänge und Vorträge der Schüler in der Aula das Sedanfest, bei welchem der Ober- lehrer Dr. Paulus in seiner Festrede ein lebendiges Bild der gewaltigsten Schlacht der Neuzeit entrollte. Am Nachmittag dieses Tages wurden die üblichen Spaziergänge durch die ungünstige nasskalte Witterung sehr gestört, ja zum teil ganz vereitelt.
Donnerstag den 22. September fand im Anschluss an den Nachmittagsunterricht eine Prüfung des unter den Schülern der oberen Klassen schon seit mehreren Jahren bestehenden Turnvereins statt, zu welcher sich dies Mal zu unserer Freude ein zahl- reicheres Publikum eingefunden hatte, als in früheren Jahren. Unter den Klängen eines Marsches der Schülerkapelle begann der Aufmarsch zu Eisenstabübungen, die sich des Bei- falls der Zuschauer zu erfreuen hatten. Hierauf folgte ein Riegenturnen am Barren, Reck und Trapez, sowie an Freisprunggeräten, an Bock und Pferd. Den Schluss bildete ein Kür- turnen, welches vorzügliche Leistungen zu Tage förderte und das Interesse der Zuschauer bis zuletzt fesselte. Der Direktor sprach nun den Schülern und insbesondere den Leitern des Vereins seine grosse Freude über ihre Leistungen aus und betonte in seiner An- sprache die hohe Wichtigkeit des Turnens für die harmonische Ausbildung unserer Jugend. Ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und der Gesang des Liedes»Heil Dir im Sieger- kranze schloss die Turnprüfung.— Am folgenden Tag machten die Mitglieder des Turn- vereins in Begleitung der beiden Turnlehrer Müller und Fischer einen Ausflug nach Goss-


