nasium zugewiesenen Kandidaten des höheren Schulamts Gottfried Grandpierre*) den Lehrern und Schülern vor. Zugleich hatte er die Freude, mitteilen zu können, dass der Herr Minister gleichzeitig mit der Berufung des Dr. Paulus unserm Kollegen Dr. Karl Weidenmüller die erste Oberlehrerstelle verliehen habe. Nachdem der Direktor hierauf die Hauptbestimmungen der Schulordnung verlesen und erläutert hatte, verpflichtete er auf dieselbe 49 neueintretende Schüler durch Handschlag. Bemerkt muss hier noch werden, dass die drei im vorigen Schuljahr am hiesigen Gymnasium beschäftigten Hilfslehrer A. Wende, G. Degenhardt und Dr. E. Schneider vom I. April 1887 an versetzt waren und zwar der erste nach Corbach, die beiden letzteren nach Cassel. Auch die beiden Probekandidaten des vorigen Schuljahrs hatten zum Ostertermin unsere Anstalt verlassen, und zwar Kandidat Münch, um sich weiteren Studien zu widmen, Dr. Dieckmann, um eine ihm übertragene Lehrerstelle an der höheren Töchterschule zu Wiesbaden zu übernehmen.
Da die wegen Uberfüllung der Quarta von dem Direktor beantragte Teilung dieser Klasse in zwei Parallelcoeten die Genehmigung des Herrn Ministers bei Beginn des Unter- richts noch nicht gefunden hatte, die 54 Quartaner aber nicht in einem Zimmer unter- richtet werden konnten, so fand zunächst eine provisorische Unterrichtsverteilurg statt, bei welcher der Direktor den lateinischen Unterricht und das Ordinariat der Quarta a zu seinen übrigen Stunden übernahm.
Die Lektionen des Morgenunterrichts wurden auch im Sommer 1887, wie in den vorhergehenden, während der Stunden von 7— 11, bezw. von 7— 12 gegeben, eine Ein- richtung, welche sich auch dies Mal vortrefflich bewährte.
Nachdem Kollege Hohenthal mit Rücksicht auf seinen angegriffenen Gesund- heitszustand am 19. April die Erklärung abgegeben hatte, er sei nicht im Stande, die Neuordnung und Neukatalogisierung der Bibliothek weiter fortzuführen, übertrug das Kgl. Prov.-Schulkollegium durch Verfügung vom 5. Mai die Geschäfte des Bibliothekars dem Oberlehrer Pfarrer Vogt.
Auf ein am 26. April dahier eingereichtes Gesuch des Kandidaten August Schedtler**) von Amöneburg genehmigte sodann Kgl. Prov.-Schulkollegium zu Cassel
*) Gottfried Grandpierre, geb. am 21. Oktober 1860 zu Königstein im Taunus, kathol. Konfession, besuchte das Kgl. Gymnasium zu Hadamar, von welchem er Ostern 1882 mit dem Zeugnis der Reife entlassen wurde. Nachdem er sich von Ostern 1882 bis Ostern 1886 zu Marburg dem Studium der klassischen Philologie gewidmet hatte, bestand er am 18. Februar 1887 vor der Kgl. Prüfungs-Kom- mission dahier die Prüfung pro facultate docendi und wurde durch Beschluss Kgl. Prov.-Schulkollegiums zu Cassel vom 26. Februar 1887 dem hięsigen Gymnasium als Cand. probandus überwiesen.
**) August Schedtler, geb. am 28. Juli 1859 zu Amöneburg(RB. Cassel), besuchte von Ostern 1871 ab das Gymnasium zu Marburg, verliess dasselbe im Herbst 1879 mit dem Zeugnis der Reife, studierte in Marburg klassische Philologie und Geschichte und bestand die Prüfung pro facultate docendi am 19. Juni 1885. Das pädagogische Probejahr leistete er von Michaelis 1885 bis 1886 am Gymnasium zu Montabaur ab und war dann an demselben noch ein halbes Jahr als Hilfslehrer thätig⸗


