24
Anschluss hieran vollzog der Direktor nach Verlesung und Erläuterung der wichtigsten Stellen der Schulordnung die Aufnahme und Verpflichtung von 12 neu eintretenden Schülern.
Mit Beginn des Wintersemesters trat endlich die völlige Teilung der Prima in 2 Coeten, welche der Direktor sofort bei seinem Dienstantritt als notwendig erkannt hatte, ins Leben. Für das Wintersemester konnte ein Wiss. Hilfslehrer noch nicht dem Gymnasium überwiesen werden; daher wurden dessen Lektionen mit Genehmigung Kön. Prov.-Schulkollegiums von einigen der Lehrer gegen besondere Remuneration als Uber- stunden über das Maximum übernommen. Die Beschaffung ein es Klassenzimmers war, da eigentlich über alle Räume des Anstaltsgebäudes schon verfügt war, mit einigen Schwierig- keiten verbunden. Ein früheres Archivzimmer, später das bisherige Gesangzimmer mussten eine dürftige und für die Dauer nicht ganz genügende Aushilfe gewähren. In Aussicht steht eine solche erst, wenn die Anstalt durch den von dem Herrn Minister unter dem 2. Sept. v. Js. genehmigten Ankauf des neben dem Gymnasium liegenden städtischen Schulgrundstückes in etwa 2 Jahren die Möglichkeit erlangt haben wird, an der Stelle des dann niederzulegenden alten Schulhauses den längst geplanten Erweiterungsbau des Gymnasiums vorzunehmen. Unsere Anstalt aber hat durch die wohlwollende Fürsorge der vorgesetzten Behörde, für welche die Schule derselben zu besonderm Danke verpflichtet ist, nunmehr in der Reihe der mit 9 einjährigen Klassen vollständig ausgebauten höheren Schulen ihren Platz eingenommen. Die wohlthätigen Folgen dieser Erweiterung für die wissenschaftliche Förderung, wie für die sittliche Haltung unserer Primaner haben sich schon in diesem Winter in erfreulichster Weise bemerkbar gemacht.
Sonnabend den 31. Oktober versammelten sich die evangelischen Lehrer und Schüler des Gymnasiums, nachdem der Unterricht um 10 Uhr morgens geschlossen war, in der Aula, um durch Bibellektion, Gebet, Gesang und eine Ansprache des Direktors die Feier des Reformationsfestes zu begehen. Der Direktor suchte den Schülern die Entstehung und die Entwicklung des reformatorischen Gedankens in und durch Luthers Persönlichkeit darzulegen.
Ende November sah sich leider der Probekandidat Tiem ann durch seinen Gesundheits- zustand genötigt, sein pädagogisches Probejahr bis zum Schluss des Jahres zu unterbrechen und in seiner Heimat die Wiederherstellung seiner Gesundheit zu suchen.
Die Lektionen des 1. December fielen wegen der an diesem Tage vorgenommenen allgemeinen Volkszählung aus..
In den Tagen vom 3. bis zum 8. December fertigten die Oberprimaner zum zweiten Mal in diesem Schuljahr sog. Tentamen-Arbeiten unter Aufsicht ihrer Lehrer an.
einer ordentl. Lehrerstelle am Gymnasium zu Rinteln, im Oktober desselben Jahres mit einer solchen an dem Realprogymnasium zu Schmalkalden beauftragt und im Oktober 1874 an dieser Anstalt zum ordentlichen Lehrer ernannt. Ein Jahr darauf wurde er in gleicher Eigenschaft an die Realschule zu Hanau berufen und im Herbst 1877 an das Kön. Gymnasium zu Dillenburg, an welchem er bis zu seiner Versetzung an die hiesige Anstalt thätig war.(Verfüg. vom 4. Aug. 1885.)


